Damals am 25. April

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Damals am 25. April

Von Journal21, 25.04.2019

Geburt von Peter Surava - Geburt von Ella Fitzgerald - Mussolini flieht - Handschlag auf der zerstörten Elbe-Brücke - Nelkenrevolution in Portugal - „Hitler-Tagebücher“ - Der Sinai wird ägyptisch - Erdbeben in Nepal fordert 9’000 Tote

Herausgegriffen

1912: Geburt von Peter Surava (Hans Werner Hirsch), Schweizer Journalist, Chefredaktor der Berner Zeitung „Die Nation“, scharfer Kritiker der bundesrätlichen Politik während des Zweiten Weltkrieges, Kämpfer gegen die Pressezensur, Kritiker der schweizerischen Flüchtlingspolitik. Er berichtet schon früh, teils detailliert über die Verfolgung und Ausrottung der Juden in Deutschland. Das Bundesgericht verbietet ihm auf Antrag seiner Gegner, sein Pseudonym „Surava“ zu verwenden. Anschliessend schreibt er als Ernst Steiger, James Walker, Thomas Quinton und Peter Hirsch. Mit 79 Jahren veröffentlicht er seine Biografie „Er nannte sich Peter Surava“, die von Erich Schmid verfilmt wird. Der Film erregt Aufsehen und heizt die Diskussion über die Rolle der Schweiz im Zweiten Weltkrieg an. Bei der Uraufführung des Films an den 30. Solothurner Filmtagen rehabilitiert Bundesrätin Ruth Dreifuss den lange Zeit von der offiziellen Schweiz Geächteten. Im Bild Peter Surava links, Erich Schmid, Ivo Kummer und Bundesrätin Ruth Dreifuss an den Solothurner Filmtagen 1995. Kurz darauf, am 23. November 1995, stirbt Peter Surava. (Foto: Keystone/Delay/Str)
1912: Geburt von Peter Surava (Hans Werner Hirsch), Schweizer Journalist, Chefredaktor der Berner Zeitung „Die Nation“, scharfer Kritiker der bundesrätlichen Politik während des Zweiten Weltkrieges, Kämpfer gegen die Pressezensur, Kritiker der schweizerischen Flüchtlingspolitik. Er berichtet schon früh, teils detailliert über die Verfolgung und Ausrottung der Juden in Deutschland. Das Bundesgericht verbietet ihm auf Antrag seiner Gegner, sein Pseudonym „Surava“ zu verwenden. Anschliessend schreibt er als Ernst Steiger, James Walker, Thomas Quinton und Peter Hirsch. Mit 79 Jahren veröffentlicht er seine Biografie „Er nannte sich Peter Surava“, die von Erich Schmid verfilmt wird. Der Film erregt Aufsehen und heizt die Diskussion über die Rolle der Schweiz im Zweiten Weltkrieg an. Bei der Uraufführung des Films an den 30. Solothurner Filmtagen rehabilitiert Bundesrätin Ruth Dreifuss den lange Zeit von der offiziellen Schweiz Geächteten. Im Bild Peter Surava links, Erich Schmid, Ivo Kummer und Bundesrätin Ruth Dreifuss an den Solothurner Filmtagen 1995. Kurz darauf, am 23. November 1995, stirbt Peter Surava. (Foto: Keystone/Delay/Str)

Es geschah an einem 25. April

1214: Geburt von Ludwig IX., französischer König (1226–1270) aus dem Geschlecht der Kapetinger, Kreuzfahrer.

1464: Der „Rosenkrieg“ ist zu Ende. Das Haus York besiegt das Haus Lancaster.

1472: Tod von Leon Battista Alberti, italienischer Baumeister, Kunsttheoretiker, Schriftsteller und Mathematiker der Renaissance, Mitwirkender am Umbau des Petersdoms. 

1599: Geburt von Oliver Cromwell, Gründer der englischen Republik.

1792: In Strassburg wird die Marseillaise komponiert.

1839: Britische Truppen erobern die afghanische Stadt Kandahar.

1840: Geburt von Pjotr Iljitsch Tschaikowski, russischer Komponist (u. a. „Schwanensee“ 1877, „Der Nussknacker“ 1892).

1890: Geburt von Max Albert Rohr, Schweizer Politiker (KVP/CVP/AG), Nationalrat, Parteipräsident der Schweizerischen Konservativen Volkspartei (KVP, heute: CVP) von 1950 bis 1955.

1900: Geburt von Wolfgang Pauli, Physiker, Pionier der Quantenphysik, Nobelpreisträger für Physik 1945 „für die Entdeckung des als Pauli-Prinzip bezeichneten Ausschlussprinzips“.

1910: Audi wird gegründet.

1912: Geburt von Peter Surava (Hans Werner Hirsch), Schweizer Journalist.

1914: Geburt von Claude Mauriac, französischer Schriftsteller und Journalist (u. a. „Toutes les femmes sont fatales“ 1957, „Le Dîner en ville“ 1959, „Le Temps immobile/Le Temps accompli“ 1974–1996). Er stirbt am 22. März 1996.

1917: Geburt von Ella Fitzgerald, „First Lady of Song“, amerikanische Jazz-Sängerin, Gewinnerin von 14 Grammy-Awards. Sie stirbt am 15. Juni 1996 in Beverly Hills.

1926: Reza Pahlavi, der Vater von Mohammad Reza Pahlavi, wird zum Schah von Persien gekrönt. Das Parlament gibt ihm später den Namen „Reza, Schah der Grosse“. Sein Sohn Mohammad Reza Pahlavi war schon am 27. Januar 1926 per Dekret von Reza Schah zum Kronprinzen bestimmt worden.

1927: Geburt von Albert Uderzo, französischer Zeichner und Koautor von „Asterix“. 

1933: Hitler beschränkt den Zugang von „Nicht-Ariern“ zu Schulen und Hochschulen.

1940: Geburt von Al Pacino, amerikanischer Schauspieler („Der Pate“ 1972, „Serpico“ 1973, „Der Duft der Frauen“ 1993), Oscar-Preisträger.

1941: Geburt von Bertrand Tavernier, französischer Filmregisseur (u. a. „Autour de minuit“ 1986).

1945: Ende des Faschismus in Italien. Mussolini und seine Geliebte Clara Petacci fliehen aus Salò. Am 28. April 1945 werden beide bei Como erschossen und später in Mailand an den Füssen aufgehängt. In Italien ist der 25. April ein Feiertag und wird als „Tag der Befreiung“ begangen.

1945: Sowjetischen und polnischen Truppen gelingt es, Berlin vollständig einzukesseln. Die 1. Weissrussische Front und die 1. Ukrainische Front treffen in Ketzin aufeinander und schliessen den Ring um die Hauptstadt.

1945: „Yanks meet Reds“

Drei amerikanische Soldaten der 58. Gardeschützendivision und drei Rotarmisten der 69. Infanteriedivision reichen sich auf der zerstörten Brücke am Ostufer der Elbe bei Torgau die Hände. Das weltberühmte Foto mit viel Symbolcharakter liess der Fotograf nachstellen. Die US-Truppenzeitung titelte mit der Schlagzeile „Yanks meet Reds“ („Yankees treffen die Roten“).
Drei amerikanische Soldaten der 58. Gardeschützendivision und drei Rotarmisten der 69. Infanteriedivision reichen sich auf der zerstörten Brücke am Ostufer der Elbe bei Torgau die Hände. Das weltberühmte Foto mit viel Symbolcharakter liess der Fotograf nachstellen. Die US-Truppenzeitung titelte mit der Schlagzeile „Yanks meet Reds“ („Yankees treffen die Roten“).

1947: Geburt von Johannes Cruyff, legendärer Fussballspieler (u. a. bei Ajax Amsterdam) und Fussballtrainer (u. a. des FC Barcelona).

1952: Das Bundesland Baden-Württemberg entsteht. Baden, Württemberg-Hohenzollern und Württemberg-Baden schliessen sich zusammen.

1958: Tod von Ernest Perrier, Schweizer Politiker (KVP/CVP/FR), vierter Parteipräsident (von 1928 bis 1932) der Schweizerischen Konservativen Volkspartei (KVP, heute: CVP). Perrier war Staatsanwalt des Kantons Freiburg, dann Staatsrat und Nationalrat. Er gründete 1914 die Neue Helvetische Gesellschaft. 1932 war er Delegierter an der Genfer Abrüstungskonferenz. Später trat er in eine Benediktinerabtei ein und liess sich zum Priester weihen, nannte sich Dom Nicolas und war als Prior tätig. 

1969: Geburt von Renée Zellweger, amerikanische Schauspielerin, Oscar-Preisträgerin. Ihr Vater ist ein Schweizer Ingenieur aus dem St. Galler Rheintal (u. a. „Bridget Jones’s diary/Bridget Jones – Schokolade zum Frühstück“ 2001).

1974: Die Nelkenrevolution in Portugal

Ende der 44-jährigen Diktatur in Portugal: Linksgerichtete portugiesische Militäreinheiten, das „Movimento das Forças Armadas“ (MFA), stürzen in der sogenannten „Nelkenrevolution“ das repressive Regime von Marcelo Caetano. Aufständische Soldaten stecken Nelken in ihre Gewehrläufe. In der Nacht zum 25. April spielt der katholische Radio-Sender Rádio Renascença das antifaschistische Kampflied „Grândola, Vila Morena“. Dies ist das Zeichen zum Aufstand. Das Bild zeigt Salgueiro Maia, ein Hauptmann und Anführer der Revolution am 25. April 1974. (Bild: Portugiesisches Nationalarchiv).
Ende der 44-jährigen Diktatur in Portugal: Linksgerichtete portugiesische Militäreinheiten, das „Movimento das Forças Armadas“ (MFA), stürzen in der sogenannten „Nelkenrevolution“ das repressive Regime von Marcelo Caetano. Aufständische Soldaten stecken Nelken in ihre Gewehrläufe. In der Nacht zum 25. April spielt der katholische Radio-Sender Rádio Renascença das antifaschistische Kampflied „Grândola, Vila Morena“. Dies ist das Zeichen zum Aufstand. Das Bild zeigt Salgueiro Maia, ein Hauptmann und Anführer der Revolution am 25. April 1974. (Bild: Portugiesisches Nationalarchiv).

1982: Israel gibt die Sinai-Halbinsel an Ägypten zurück.

1983: „Stern“-Reporter Gerd Heidemann stellt seine „Hitler-Tagebücher“ vor.

1988: Ein israelisches Gericht verurteilt John Demjanjuk wegen Verbrechen im Vernichtungslager Treblinka zum Tode. Das Urteil wird aufgehoben und er lebt fortan in den USA. Am 12. Mai 2011 verurteilt ihn das Landgericht München II wegen Beihilfe zum Mord an 28’060 Menschen im Lager Sobibor zu fünf Jahren Gefägnis. Demjanjuk legt Berufung ein und stirbt zehn Monate später.

1990: Oskar Lafontaine wird von einer Geistesgestörten mit einem Messer attackiert und lebensgefährlich verletzt.

1990: Tod von Dexter Gordon, amerikanischer Tenorsaxophonist.

1995: Tod von Ginger Rogers (Virginia Katherine McMath), amerikanische Tänzerin, Schauspielerin und Oscar-Preisträgerin, Tanzpartnerin an der Seite von Fred Astaire.

2007: In Moskau wird Boris Jelzin beerdigt. Er war von 1991 bis 1999 der erste Präsident Russlands.

2007: In Nürnberg wird die Polizistin Michèle Kiesewetter erschossen. Für die Tat verantwortlich gemacht werden die Neonazis Böhnhardt/Zschäpe/Mundlos.

2013: Die Frankfurter Allgemeine enthüllt, dass Horst Tappert, alias Inspektor Derrick, Mitglied der Waffen-SS war.

2015: In Nepal ereignet sich das schwerste Erdbeben seit 80 Jahren. Die Hauptstadt Kathmandu liegt in Trümmern. Das Beben, das eine Stärke von 7,9 auf der Richterskala hatte und mehrere Nachbeben auslöste, fordert etwa 9’000 Tote.

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