Damals am 21. Februar

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Damals am 21. Februar

Von Journal21, 21.02.2020

„Kommunistisches Manifest“ - Geburt von Max Weber - Geburt von Jeanne Calment - Geburt von Hans Erni - Schlacht von Verdun - Erste Flugzeugentführung - Dürrenmatts „Physiker“ - Nixon bei Mao - Swissair-Absturz bei Würenlingen

Herausgegriffen

21. Februar 1970: Absturz eines Swissair-Flugzeuges bei Würenlingen (AG). 38 Passagiere und neun Besatzungsmitglieder sterben. Neun Minuten nach dem Start der Convair CV-990 in Zürich-Kloten explodiert im Laderaum der Maschine eine Bombe. Die palästinensische PFLP-Gruppe von George Habash übernimmt die Verantwortung für den Anschlag. Eigentlich hätte die Bombe in einem El Al-Flugzeug explodieren sollen. Wegen grosser Verspätung der El Al-Maschine wurde das Gepäck mit der Bombe in ein Swissair-Flugzeug umgeladen. Sufian Radi Kaddoumi, ein damals 28-jähriger Palästinenser mit jordanischer Staatsbürgerschaft, soll die Bombe in München aufgegeben haben. Als Hintermann gilt Ahmed Dschibril, Chef einer PFLP-Splittergruppe. Weshalb die dringend Tatverdächtigen nie zur Rechenschaft gezogen wurden, ist nicht klar. Grund dafür könnte ein Abkommen der Schweiz mit der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO) sein, das der NZZ-Journalist Marcel Gyr im Januar 2016 in einem Buch enthüllte. Danach soll Bundesrat Pierre Graber damals via SP-Nationalrat Jean Ziegler mit Faruk Kaddoumi, dem PLO-Aussenminister, ein entsprechendes Abkommen ausgehandelt haben, um die Schweiz vor weiteren Anschlägen zu bewahren. Im Bild: die Enthüllung eines Gedenksteins in Würenlingen. (Foto: Keystone)
21. Februar 1970: Absturz eines Swissair-Flugzeuges bei Würenlingen (AG). 38 Passagiere und neun Besatzungsmitglieder sterben. Neun Minuten nach dem Start der Convair CV-990 in Zürich-Kloten explodiert im Laderaum der Maschine eine Bombe. Die palästinensische PFLP-Gruppe von George Habash übernimmt die Verantwortung für den Anschlag. Eigentlich hätte die Bombe in einem El Al-Flugzeug explodieren sollen. Wegen grosser Verspätung der El Al-Maschine wurde das Gepäck mit der Bombe in ein Swissair-Flugzeug umgeladen. Sufian Radi Kaddoumi, ein damals 28-jähriger Palästinenser mit jordanischer Staatsbürgerschaft, soll die Bombe in München aufgegeben haben. Als Hintermann gilt Ahmed Dschibril, Chef einer PFLP-Splittergruppe. Weshalb die dringend Tatverdächtigen nie zur Rechenschaft gezogen wurden, ist nicht klar. Grund dafür könnte ein Abkommen der Schweiz mit der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO) sein, das der NZZ-Journalist Marcel Gyr im Januar 2016 in einem Buch enthüllte. Danach soll Bundesrat Pierre Graber damals via SP-Nationalrat Jean Ziegler mit Faruk Kaddoumi, dem PLO-Aussenminister, ein entsprechendes Abkommen ausgehandelt haben, um die Schweiz vor weiteren Anschlägen zu bewahren. Im Bild: die Enthüllung eines Gedenksteins in Würenlingen. (Foto: Keystone)

Es geschah an einem 21. Februar

1431: Jeanne d’Arc, die „Jungfrau von Orléans“, wird vor ein Gericht gestellt und der Ketzerei beschuldigt.

1490: Geburt von Hans Dürer, deutscher Maler.

1513: Tod von Julius II. (Giuliano della Rovere), Papst, Gründer der Schweizergarde. Er gab den Neubau des Petersdoms in Auftrag (Grundsteinlegung am 18. April 1506). 

1519: In Regensburg fordern Christen, dass die Juden vertrieben, verfolgt und getötet werden. Damit wird die grösste jüdische Gemeinde im Heiligen Römischen Reich aufgerieben.

1677: Tod von Baruch de Spinoza, niederländischer Philosoph. 

1848: Karl Marx und Friedrich Engels veröffentlichen das „Kommunistische Manifest“.

1864: Geburt von Max Weber, deutscher Soziologe und Ökonom, Mitbegründer der Sozialwissenschaften und Ökonomie („Die protestantische Ethik und der Geist des Kapitalismus“ 1904/1905, „Wirtschaft und Gesellschaft“ 1921/1922). 

1875: Geburt der Französin Jeanne Calment. Sie lebt über 122 Jahre, das am längsten verbriefte Lebensalter.

1879: Geburt von Raden Adjeng Kartini, indonesische Aristokratin und Frauenrechtlerin, die sich für die Schulbildung indonesischer Mädchen stark macht. 

1880: Geburt von Jakob Ernst Waldemar Bonsels, deutscher Schriftsteller („Die Biene Maja und ihre Abenteuer“ 1912).

1885: In Washington wird das „Washington Monument“, der Marmor-Obelisk, eingeweiht.

1909: In Lugano wird Elsie Attenhofer geboren, Schweizer Schauspielerin, Kabarettistin, Schriftstellerin. 1934 stösst sie zum „Cabaret Cornichon“ (Filme u. a. „Füsilier Wipf“ 1938, „Die missbrauchten Liebesbriefe“ 1940, „Heidi“ 1952, „Heidi und Peter“ 1955, „Der kühne Schwimmer“ 1957). Im Bild ihre Autogrammkarte mit ihrer Unterschrift. Sie stirbt am 16. September 1999 in Bassersdorf bei Zürich. (Foto: Keystone)

 

 

1909: Tod von Xaver Imfeld, Schweizer Ingenieur-Topograf, Panoramazeichner, Reliefkünstler, Kartograf und Planer von Bergbahnen. Er realisierte über 40 Gebirgspanoramen und Reliefs, unter anderem jenes der Jungfraugruppe. Im Massstab 1:2’500 hatte es eine Fläche von 25 Quadratmeter und war 1,40 m hoch.

1909: Geburt von Hans Erni

Erni, Schweizer Grafiker, Zeichner, Maler, Bildhauer, gestaltete Lithografien, Plakate, Wandbilder, illustrierte rund 200 Sachbücher, Enzyklopädien und literarische Werke und entwarf 90 Briefmarken. Er stirbt am 21. März 2015 im Alter von 106 Jahren. (Foto: Keystone)
Erni, Schweizer Grafiker, Zeichner, Maler, Bildhauer, gestaltete Lithografien, Plakate, Wandbilder, illustrierte rund 200 Sachbücher, Enzyklopädien und literarische Werke und entwarf 90 Briefmarken. Er stirbt am 21. März 2015 im Alter von 106 Jahren. (Foto: Keystone)

1916: Beginn der Schlacht von Verdun. Sie dauert das ganze Jahr.

1919: Ermordung von Kurt Eisner, deutscher sozialistischer Politiker, Journalist. Er organisierte 1918 die Novemberrevolution in Bayern, proklamierte den „Freistaat Bayern" und war erster bayerischer Ministerpräsident (1918–1919). Ein beurlaubter deutscher Offizier erschoss ihn im Bayerischen Aussenministerium mit zwei Schüssen in den Rücken und in den Kopf. Eisner war sofort tot. Der Attentäter, Graf Arco, der wegen seiner jüdischen Herkunft geächtet wurde, wollte mit seiner Tat seine „nationale Gesinnung“ demonstrieren. Nach dem Mord wurde der Attentäter von zwei Leibwächtern Eisners mit mehreren Schüssen lebensgefährlich verletzt. Er überlebte dank einer Notoperation, die der Chirurg Ferdinand Sauberbruch durchführte.

1921: Geburt von John Rawls, amerikanischer Philosoph („A Theory of Justice“ 1971).

1924: Geburt von Robert Mugabe, Präsident von Simbabwe. Von 1980 bis 1987 ist er Ministerpräsident, von 1987 bis 2017 Staatspräsident.

1931: Die weltweit erste Flugzeugentführung: In der südperuanischen Stadt Arequipa gelangt eine Maschine, eine Ford-Tri-Motor, in die Gewalt Aufständischer. Bewaffnete Revolutionäre bedrängten am Boden den Piloten. Die Aktion endet nach zehn Tagen friedlich, indem der Pilot einen Aufständischen nach Lima fliegt.

1933: Geburt von Eunice Kathleen Waymon, amerikanische Sängerin und Pianistin.

1941: Tod von Frederick Grant Banting, kanadischer Mediziner, Mitentdecker des Insulins, Nobelpreises für Physiologie oder Medizin 1923. 

1942: Geburt von Margarethe von Trotta, deutsche Regisseurin („Die verlorene Ehre der Katharina Blum“ 1975, „Die bleierne Zeit“ 1981, „Das Versprechen“ 1995).

1946: Zum ersten Mal erscheint die deutsche Wochenzeitschrift „Die Zeit“.

1962: Im Zürcher Schauspielhaus werden die „Physiker“ von Friedrich Dürrenmatt uraufgeführt.

1965: Der amerikanische Bürgerrechtskämpfer Malcolm X wird während einer Rede in New York erschossen. Die drei Attentäter sind offenbar Mitglieder der schwarzen religiös-politischen Organisation „Nation of Islam“, der auch Malcolm X angehörte. Seine Gegner warfen ihm vor, er wolle den ideologischen Führer Elijah Muhammad entmachten.

1970: Absturz eines Swissair-Flugzeuges bei Würenlingen.

1972: Richard Nixon besucht als erster amerikanischer Präsident die Volksrepublik China und führt Gespräche mit Mao. Sprichwort: „Only Nixon could go to China“. Nixon bleibt eine Woche in China.

1984: Tod von Michail Scholochow, sowjetischer Nobelpreisträger für Literatur (verliehen 1965).

1989: Václav Havel wird zu neun Monaten Haft verurteilt. Kurz darauf wird er tschechoslowakischer Präsident.

2012: Die europäischen Finanzminister einigen sich auf ein neues Rettungspaket für Griechenland.

2014: Auf dem Maidan, dem „Platz der Unabhängigkeit“ in Kiew, versammeln sich 10’000 Demonstranten und wollen das Regierungsgebäude stürmen. Das Parlament beschneidet im Eilverfahren die Machtbefugnis von Präsident Wiktor Janukowytsch. Dieser unterzeichnet einen Kompromiss mit den Demonstranten, der eine Regierung der Nationalen Einheit und Neuwahlen Ende Jahr vorsieht. Die Demonstranten lehnen die Vereinbarung ab.

2018: Billy Graham, das „Maschinengewehr Gottes“, stirbt im Alter von 99 Jahren in Montreat, North Carolina. Graham, amerikanischer Erweckungsprediger des Evangelikalismus, Missionar und Baptistenpastor. Er beriet mehrere amerikanische Präsidenten. Graham, Verbreiter eines fundamentalistisch verstandenen Christentums, war ein militanter Antikommunist, Kämpfer gegen Homosexualität und Abtreibung und ein Freund von Martin Luther King, Richard Nixon und George W. Bush. In seinem langen Leben hielt er mehr als 400 Grossveranstaltungen in 185 Ländern (auch in der Schweiz) ab und soll damit mehr als 200 Millionen Menschen erreicht haben. (Foto: Keystone/EPA/Peter Foley)

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