SOS Albinen

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SOS Albinen

Von Alex Bänninger, 04.12.2017

Mit Zuzügerprämien will das Walliser Dorf Albinen die Entvölkerung stoppen. Eine Lösung ist das nicht. Aber ein alarmierendes Signal.

Aus den 250 Einwohnern in Albinen, nördlich von Leuk, werden immer weniger. Schule, Post und Bank sind bereits weg, in Kürze auch die letzten Hoffnungen. Kein Einzelfall. Aussterben ist das Schicksal Dutzender von Dörfern und Tälern im Alpenraum. Ein Drama. Auch für die Schweiz. Regionen, die zu den schönsten Tourismuszielen gehören, verlieren die Einheimischen und mit ihnen das Leben.

Der Bund will gefährdete Gebiete mit weniger Subventionen und mehr wirtschaftlicher Stärkung fördern. Der Ansatz ist richtig. Doch was soll gestärkt werden, wenn die infrastrukturellen Voraussetzungen fehlen? Wie können Pläne gelingen, die im Unterland ersonnen und nicht gemeinsam mit den Direktbetroffenen Schritt um Schritt erarbeitet wurden?

Albinen entschloss sich zur Selbsthilfe. Das Dorf appelliert an Menschen, die ohne das winkende Schnäppchen nie daran denken würden, einsam an einem Walliser Südhang zu wohnen und weit von ihm entfernt einen Arbeitsplatz zu finden. Um eine nachhaltige Lösung handelt es sich bei den Prämien nicht. Aber sie senden ein Signal, das durch Mark und Bein gehen müsste.

Als Alarm zur Beschleunigung einer Regionalpolitik, die von den Ursachen her gute Lebensbedingungen schafft. Von Kapitulation steht in der Bundesverfassung kein Wort. 

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Die alten Strassen noch!
Geht hin und seht es euch an.

Nach der Heimat kam ich wieder, alles hab ich mir besehn, als ein Fremder auf und nieder musst ich in den Strassen gehn.
Die alten Strassen noch, die alten Häuser noch,
die alten Freunde aber sind nicht mehr. ( F.H. Frey 1839)
Vor über 700 Jahren gegründet, das Dorf Albinen! Aus Frankreich kamen sie her, haben Geheimnisse mitgebracht die Briand`s, die Métry`s, die Mathieu`s. Von Arbignon (Savoyen) und davor Carcassonne - Südfrankreich. Flüchtlinge schon damals! Geschichte lebt, ist Teil unserer Vergangenheit und Zukunft. Bei der heiligen Barbara! Rettet unsere Bergdörfer in der Schweiz. Es lohnt sich, gibt einiges zu tun in etlichen Kantonen. ...cathari

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