Gold für die Vernunft

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Gold für die Vernunft

Von Alex Bänninger, 13.04.2017

Alles wird für eine Olympia-Kandidatur mobilisiert. Nur das Augenmass fehlt.

Aus leidvoller Erfahrung mit dem Gigantismus stand in jüngerer Zeit jede Olympiakandidatur unter dem Versprechen, vom Grössenwahn zur Bescheidenheit zu wechseln. Die Worte schepperten wie der olympische Eid. Der Predigt vom Wasser folgt bereits mit den Bewerbungskosten die ausgelassene Freude am Wein. Sie belaufen sich für die geplanten Winterspiele 2026 im Wallis auf 24 Millionen Franken. Ohne Gewinngarantie. Denn an den Finanzmeisterschaften beteiligen sich sieben weitere Länder.

Sie alle erhoffen sich vom IOC den als Höchstauszeichnung verstandenen Befehl, für die Durchführung ein Mehrfaches aufzuwenden, die Umwelt zu belasten, die nationalistische Begeisterung zu fördern und den Sport kommerziell auszubeuten.

Dringend wäre eine neue olympische Disziplin. Bei ihr würde um die Vernunft gekämpft, die Spiele vom Superlativ-Wahn und Profit-Irrsinn zu heilen. Damit könnte sich das IOC eine Goldmedaille holen. Der Weg der Olympiaden zurück zum Sport wäre frei. Nicht nur als wichtigste, sondern auch als fairste Nebensache der Welt.

Kommentare

Absolut einverstanden Herr Bänninger ! Es ist nach meiner bescheidenen Meinung sowieso nicht zu vertreten, wie viel Geld beim Sport (Spitzensport, Fussball, Eishockey, Tennis etc.) im Spiel ist. Das ist blanker Unsinn und hat mit Sport kaum mehr etwas zu tun.

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