Damals am 2. Juni

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Damals am 2. Juni

Von Journal21, 02.06.2020

Geburt von Marquise de Sade - Tod von Garibaldi - Geburt von Irène Schweizer - Italien schafft die Monarchie ab - Krönung von Königin Elizabeth II. - Tod von Benno Ohnesorg - Tod von Mario Comensoli - Juan Carlos dankt ab - Blatter tritt zurück

Herausgegriffen

2. Juni 1946: Italien wird eine Republik. In einer Volksabstimmung sprechen sich 54,3 Prozent der Italiener und Italienerinnen für die Abschaffung der Monarchie und für die Republik aus. Der Abstimmungszettel ist auf Italienisch und Deutsch (für die Südtiroler) abgefasst. Am gleichen Tag finden die ersten freien demokratischen Wahlen seit 1921 statt. 1922 hatte Mussolini die Macht ergriffen. Während den Mussolini-Jahren war Italien offiziell ein Monarchie geblieben. Bei den ersten Wahlen in die Verfassungsgebende Versammlung am 2. Juni 1946 erzielte die Democrazia Cristiana DC 32,2 Prozent. Zweitstärke Partei wurden die Sozialisten mit 20,6 Prozent, gefolgt von den Kommunisten mit 18,9 Prozent. Der 2. Juni ist italienischer Nationalfeiertag. (Bild: PD)
2. Juni 1946: Italien wird eine Republik. In einer Volksabstimmung sprechen sich 54,3 Prozent der Italiener und Italienerinnen für die Abschaffung der Monarchie und für die Republik aus. Der Abstimmungszettel ist auf Italienisch und Deutsch (für die Südtiroler) abgefasst. Am gleichen Tag finden die ersten freien demokratischen Wahlen seit 1921 statt. 1922 hatte Mussolini die Macht ergriffen. Während den Mussolini-Jahren war Italien offiziell ein Monarchie geblieben. Bei den ersten Wahlen in die Verfassungsgebende Versammlung am 2. Juni 1946 erzielte die Democrazia Cristiana DC 32,2 Prozent. Zweitstärke Partei wurden die Sozialisten mit 20,6 Prozent, gefolgt von den Kommunisten mit 18,9 Prozent. Der 2. Juni ist italienischer Nationalfeiertag. (Bild: PD)

Es geschah an einem 2. Juni

1098: Blutbad in Antiochia. Die Teilnehmer des ersten Kreuzzuges erobern die Stadt.

1740: Geburt von Marquis de Sade (Donatien Alphonse François de Sade), französischer Adliger, Politiker, Philosoph und Schriftsteller, Autor pornografischer Romane (Sadismus). 

1835: Geburt von Pius X. (Giuseppe Melchiorre Sarto), Papst, 1954 heiliggesprochen.

1857: Geburt von Karl Adolf Gjellerup (Dänemark), Nobelpreisträger für Literatur (verliehen 1917).

1864: Die Ionischen Inseln werden griechisch. Sie waren bisher britisches Protektorat.

1878: Kaiser Wilhelm I. wird bei einem Attentat schwer verletzt.

1902: Geburt von Giuseppe Lepori, Schweizer Bundesrat (CVP/TI) von 1954 bis 1959. Er steht dem Post- und Eisenbahndepartement vor und fördert den Aufbau der Fernseh-Technologie. Das staatliche Fernsehen sei für die „geistige, politische und wirtschaftliche Selbstbehauptung“ der Schweiz von grösster Wichtigkeit. Nach einem Schlaganfall tritt er zurück und übernimmt eine Professur an der Universität Freiburg. Er stirbt am 6. September 1968.

1904: Geburt von Johnny Weissmüller, amerikanischer Schwimmer, Filmschauspieler („Tarzan“).

1920: Geburt von Marcel Reich-Ranicki, deutsch-polnischer Literaturkritiker. Er galt als einflussreichster deutschsprachiger Literaturkritiker seiner Zeit. Er stirbt am 18. September 2013.

1930: Geburt von Pete Charles Conrad, amerikanischer Astronaut, dritter Mensch auf dem Mond (1969). 

1941: Geburt von Irène Schweizer, Schweizer Jazz-Musikerin

Die in Schaffhausen geborene Pianistin und Schlagzeugerin gehört zu den Begründerinnen des europäischen Free Jazz. Die „Zeit“ bezeichnet sie 2005 als „beste Jazz-Pianistin Europas“. Das Bild zeigt sie am 18. Oktober 2005 an ihrem Flügel in Zürich. (Foto: Keystone/Gaetan Bally)
Die in Schaffhausen geborene Pianistin und Schlagzeugerin gehört zu den Begründerinnen des europäischen Free Jazz. Die „Zeit“ bezeichnet sie 2005 als „beste Jazz-Pianistin Europas“. Das Bild zeigt sie am 18. Oktober 2005 an ihrem Flügel in Zürich. (Foto: Keystone/Gaetan Bally)

1941: Geburt von Charlie Watts, Schlagzeuger der Rolling Stones.

1946: Italien wird Republik.

1953: Elizabeth II. wird zur Königin gekrönt

Die Zeremonie findet in der Westminster Abbey statt. Es ist die erste „mediatisierte“ Krönung und die erste, die am Fernsehen übertragen wird. 300 Millionen Fernsehzuschauer verfolgten das Ereignis. (Foto: Keystone/EPA/PAl/Str)
Die Zeremonie findet in der Westminster Abbey statt. Es ist die erste „mediatisierte“ Krönung und die erste, die am Fernsehen übertragen wird. 300 Millionen Fernsehzuschauer verfolgten das Ereignis. (Foto: Keystone/EPA/PAl/Str)

1966: Die Mondsonde des Surveyer-Programms der Nasa sendet erste Bilder der Mondoberfläche zur Erde. Ziel der Mission ist die Vorbereitung von weichen Landungen auf dem Mond, eine wichtige Voraussetzung für eine bemannte Mondlandung.

1967: Tod von Benno Ohnesorg

Der Polizist Karl-Heinz Kurras erschiesst den Studenten Benno Ohnesorg. Benno Ohnesorg hatte zusammen mit anderen Kommilitonen in Berlin gegen den Besuch des Schahs Resa Pahlewi und seiner Frau demonstriert. Die Polizei ging sehr aggressiv vor. So trieb sie Studenten in einem Berliner Hinterhof zusammen und drosch auf sie ein. Ohne selbst in irgendeiner Weise bedroht oder gefährdet zu sein, zog der Polizist Karl-Heinz Kurras seine Pistole und schoss Benno Ohnesorg in den Kopf. Sogleich wurde alles unternommen, um den gesamten Vorgang zu vertuschen. Mit Erfolg. Alte Seilschaften aus Nazi-Zeiten hielten zusammen. In zwei Prozessen wurde Kurras freigesprochen, was den damaligen Vertreter des Vaters von Benno Ohnesorg, Otto Schily, fassungslos machte. Im Dezember 2009 stellte sich zudem heraus, dass Kurras Stasi-Spitzel war und möglicherweise im Auftag der Stasi die politische Stimmung in der Bundesrepublik anheizen sollte. Das änderte aber nichts daran, dass Kurras bis zu seinem Tod im Dezember 2014 seine Rente in voller Höhe beziehen konnte. - Das Foto stammt vom 5. Juni 1967 und zeigt eine Demonstration in München. (Foto: Keystone/AP/Helmuth Lohmann)
Der Polizist Karl-Heinz Kurras erschiesst den Studenten Benno Ohnesorg. Benno Ohnesorg hatte zusammen mit anderen Kommilitonen in Berlin gegen den Besuch des Schahs Resa Pahlewi und seiner Frau demonstriert. Die Polizei ging sehr aggressiv vor. So trieb sie Studenten in einem Berliner Hinterhof zusammen und drosch auf sie ein. Ohne selbst in irgendeiner Weise bedroht oder gefährdet zu sein, zog der Polizist Karl-Heinz Kurras seine Pistole und schoss Benno Ohnesorg in den Kopf. Sogleich wurde alles unternommen, um den gesamten Vorgang zu vertuschen. Mit Erfolg. Alte Seilschaften aus Nazi-Zeiten hielten zusammen. In zwei Prozessen wurde Kurras freigesprochen, was den damaligen Vertreter des Vaters von Benno Ohnesorg, Otto Schily, fassungslos machte. Im Dezember 2009 stellte sich zudem heraus, dass Kurras Stasi-Spitzel war und möglicherweise im Auftag der Stasi die politische Stimmung in der Bundesrepublik anheizen sollte. Das änderte aber nichts daran, dass Kurras bis zu seinem Tod im Dezember 2014 seine Rente in voller Höhe beziehen konnte. - Das Foto stammt vom 5. Juni 1967 und zeigt eine Demonstration in München. (Foto: Keystone/AP/Helmuth Lohmann)

1972: Das RAF-Mitglied Andreas Baader wird in Frankfurt verhaftet.

1975: Auf einem Floss wird ein legendäres Swissair-Flugzeug, eine CV-990 Coronado, über den Vierwaldstättersee gezogen und ins Verkehrshaus in Luzern gebracht.

1990: Tod von Rex Harrison („Sexy Rexy“), britischer Schauspieler (u.a. „Mitternachtsspitzen“ 1960, „Cleopatra“ 1963, „My Fair Lady“ 1964).

1993: Tod des Tessiner Malers Mario Comensoli

Der in Lugano geborene Schweizer Maler stirbt in Zürich. Er gilt als Vertreter des Realismus und machte während seines Lebens die Bekanntschaft mit Joan Miró, Fernanrd Léger, Pablo Picasso und den Giacometti-Brüdern. 1953 stellte er im Zürcher Helmhaus 65 Kunstwerke aus. 1970 überreichten ihm italienische Emigranten in der Schweiz den Preis „Niklaus von der Flüe“, den er zusammen mit Max Frisch und Alexander Seiler entgegennahm. In den Achtzigerjahren malte er Punks, Squatters und Drogensüchtige im Platzspitz-„Needle Park“. 1989 organisierte das Zürcher Kunsthaus eine Ausstellung zu seinen Ehren. Er starb im Alter von 71 Jahren an einem Herzanfall in seinem Atelier an der Zürcher Rousseaustrasse. Im Bild Comensoli am 15. Mai 1993, wenige Tage vor seinem Tod, an einer Velo-Demo in Zürich. (Foto: Keystone)
Der in Lugano geborene Schweizer Maler stirbt in Zürich. Er gilt als Vertreter des Realismus und machte während seines Lebens die Bekanntschaft mit Joan Miró, Fernanrd Léger, Pablo Picasso und den Giacometti-Brüdern. 1953 stellte er im Zürcher Helmhaus 65 Kunstwerke aus. 1970 überreichten ihm italienische Emigranten in der Schweiz den Preis „Niklaus von der Flüe“, den er zusammen mit Max Frisch und Alexander Seiler entgegennahm. In den Achtzigerjahren malte er Punks, Squatters und Drogensüchtige im Platzspitz-„Needle Park“. 1989 organisierte das Zürcher Kunsthaus eine Ausstellung zu seinen Ehren. Er starb im Alter von 71 Jahren an einem Herzanfall in seinem Atelier an der Zürcher Rousseaustrasse. Im Bild Comensoli am 15. Mai 1993, wenige Tage vor seinem Tod, an einer Velo-Demo in Zürich. (Foto: Keystone)

1999: Feuer in der Universität in Lyon: 400’000 Bücher verbrennen.

2008: Tod von Bo Diddley (Ellas Otha Bates, amerikanischer Rock ’n’ Roll- und Bluesmusiker. Er gilt als ein Pionier des Rock ’n’ Roll.

2012: Der frühere ägyptische Präsident Hosni Mubarak wird in erster Instanz zu lebenslänglicher Haft verurteilt. Das Bild zeigt ihn während des Prozesses in einem Gitterkäfig. Mubarak legt gegen das Urteil Berufung ein. Im April 2014 wird er wegen Korruption zu drei Jahren verurteilt. Im Januar 2015 wird die Haftstrafe wegen Korruption aufgehoben. Am 2. März 2017 wird er vom obersten Berufungsgericht Ägyptens freigesprochen. Er stirbt am 25. Februar 2020. Im Bild. Hosni Mubarak winkt am 16. Oktober 2016 aus dem Fenster des Maadi-Militärspitals in Kairo (Foto: Keystone/AP/Amr Nabil)

2014: Der 76-jährige spanische König Juan Carlos dankt ab. Die Krone geht an seinen 46-jährigen Sohn Felipe über. Dieser tritt als Felipe VI. seine Nachfolge an. Juan Carlos war 39 Jahre lang König. 

2015: Auf dem Jangtse-Fluss in China kentert ein Kreuzfahrtschiff mit 458 Personen an Bord. Nur 14 Personen werden gerettet. Das Unglück ereignete sich während eines Sturms.

2015: Fifa-Präsident Sepp Blatter tritt vier Tage nach seiner Wiederwahl wegen heftiger Korruptionsvorwürfe an die Adresse der Fifa zurück.

2019: SPD-Parteivorsitzende Andrea Nahles tritt von allen politschen Ämtern zurück. Sie zieht damit die Konsequenzen aus dem schlechten Ergebnis der SPD bei den Europawahlen und der zunehmenden innerparteilichen Kritik an ihr. Nahles war 13 Monate lang SPD-Vorsitzende. (Foto: Keystone/DPA/Wolfang Kumm)

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