Damals am 16. März

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Damals am 16. März

Von Journal21, 16.03.2019

Geburt von Conrad Gessner - Bomber landet auf dem Zugersee - Geburt von Polo Hofer - Massaker in My Lai - Erster Engadiner Ski-Marathon - Aldo Moro entführt - „Amoco Cadiz“ - Die Schweiz sagt Nein zur Uno - Giftgasangriff auf Halabscha - Tod von Heirich Sutermeister - Volksabstimmung auf der Krim

Herausgegriffen

16. März 1944: Der 22-jährige amerikanische Pilot Robert Meyer setzt seinen Bomber Boeing B-17 G auf dem Wasser des Zugersees auf. Die Maschine war bei einem Luftkampf in Deutschland von deutschen Kampfflugzeugen getroffen und schwer beschädigt worden. Der Pilot entschloss sich darauf, Richtung Schweiz zu fliegen. Vor der Notwasserung auf dem Zugersee war die neunköpfige Besatzung mit dem Fallschirm über Baar (ZG) abgesprungen. Dabei kam einer der Abgesprungenen ums Leben, weil sich sein Fallschirm nicht öffnete. Pilot Meyer springt nach der Wasserung ins kalte Wasser und wird von den Insassen eines Ruderboots aufgenommen. Kurz darauf sinkt der Bomber. Das Wrack wird 1952 aus 45 Metern Tiefe gehoben und an verschiedenen Orten der Schweiz ausgestellt. 1972 wird das Flugzeug in St.Moritz-Bad verschrottet. Das Bild aus dem Jahr 1952 zeigt die aus dem See gezogene Maschine. (Foto: Keystone/Photopress-Archiv)
16. März 1944: Der 22-jährige amerikanische Pilot Robert Meyer setzt seinen Bomber Boeing B-17 G auf dem Wasser des Zugersees auf. Die Maschine war bei einem Luftkampf in Deutschland von deutschen Kampfflugzeugen getroffen und schwer beschädigt worden. Der Pilot entschloss sich darauf, Richtung Schweiz zu fliegen. Vor der Notwasserung auf dem Zugersee war die neunköpfige Besatzung mit dem Fallschirm über Baar (ZG) abgesprungen. Dabei kam einer der Abgesprungenen ums Leben, weil sich sein Fallschirm nicht öffnete. Pilot Meyer springt nach der Wasserung ins kalte Wasser und wird von den Insassen eines Ruderboots aufgenommen. Kurz darauf sinkt der Bomber. Das Wrack wird 1952 aus 45 Metern Tiefe gehoben und an verschiedenen Orten der Schweiz ausgestellt. 1972 wird das Flugzeug in St.Moritz-Bad verschrottet. Das Bild aus dem Jahr 1952 zeigt die aus dem See gezogene Maschine. (Foto: Keystone/Photopress-Archiv)

Es geschah an einem 16. März

1190: In der englischen Stadt York stacheln einflussreiche Schuldner die Bevölkerung zu einem Pogrom gegen Juden auf.

1516: Geburt von Conrad Gessner, Zürcher Universalgelehrter, Professor für Physik, Protestant, begabter Zeichner, Verfasser des 3500 Seiten starken zoologischen Standardwerks „Historia Animalium“, mit dem er zum Begründer der modernen beschreibenden Zoologie wird. Seine „Descriptio montis Fractis“ gilt als das erste Werk der Pflanzengeografie. Er verfasst wissenschaftliche Schriften über Medizin, Naturwissenschaften, Heilmittel, Theologie, Anatomie, Astrologie und spricht Lateinisch, Griechisch und Hebräisch. Kaiser Ferdinand I. verehrt ihn. 1554 wird er Stadtarzt in Zürich. Er hätte gerne „die entferntesten Länder und Meeresküsten durchwandert“, doch da er bescheiden besoldet ist, bringt ihn seine weiteste Reise nur nach Venedig. Er stirbt am 13. Dezember 1565 an der Pest. (Stich von Conrad Meyer aus dem Jahr 1662)

1521: Der Portugiese Ferdinand Magellan entdeckt die Philippinen.

1751: Geburt von James Madison, vierter Präsident der USA (1809–1817), einer der Gründerväter der Vereinigten Staaten, Verfasser der „Bill of Rights“. Unter Präsident Thomas Jefferson ist er Aussenminister. Als Präsident führt er die Vereinigten Staaten im Britisch-Amerikanischen Krieg. Er stirbt am 28. Juni 1836.

1839: Geburt von Sully Prudhomme (Frankreich), erster Nobelpreisträger für Literatur (verliehen 1901). Prudhomme stirbt 1907.

1877: Zwischen Lausanne und Ouchy wird die erste Standseilbahn der Schweiz eröffnet. Sie wird 1958 in eine Zahnradbahn umgebaut. 2006 nimmt sie als fahrerlose U-Bahn-Linie 2 der Métro Lausanne den Betrieb auf. 

1904: „Der Reigen“ von Arthur Schnitzler wird in Deutschland verboten.

1911: Geburt von Josef Mengele, Arzt, Kriegsverbrecher „Todesengel von Auschwitz“. Er erleidet 1979 während Badeferien im brasilianischen Bertioga einen Schlaganfall und ertrinkt. Am Tag danach wird er als „Wolfgang Gerhard“ beerdigt.

1914: In Bern stirbt Charles Albert Gobat, Schweizer Politiker (FDP), Mitbegründer der Interparlamentarischen Union, Leiter des Zentralbüros der Union und des Internationalen Friedensbüros, einflussreicher europäischer „Sachwalter des Friedens“. Erfolglos kämpft er für eine Versöhnung des Deutschen Reichs mit Frankreich. 1902 erhält er zusammen mit Élie Ducommun den Friedensnobelpreis.


1924: Italien annektiert den unabhängigen Freistaat Fiume (Rijeka).

1925: Ein Erdbeben der Stärke 7,1 erschüttert die chinesische Provinz Yunnan: 5000 Tote.

1926: Geburt von „Jerry“ Lewis, amerikanischer Komiker, Schauspieler, Sänger, Produzent, Drehbuchautor und Regisseur.

1935: Hitler führt die allgemeine Wehrpflicht ein und bezeichnet den Versailler Vertrag als nichtig.

1940: Geburt in Parma von Bernardo Bertolucci, italienischer Regisseur. Seine berühmtesten Filme sind „Der letzte Tango in Paris“ (1972) mit Marlon Brando und Maria Schneider, „Novecento“ 1976, „The Last Emperor“ 1987.

1940: Tod von Selma Lagerlöf, schwedische Schriftstellerin. Als erste Frau erhielt sie den Nobelpreis für Literatur (verliehen 1909) und wurde als erste Frau in die Schwedische Akademie aufgenommen. Ihr bekanntestes Werk ist „Die wunderbare Reise des kleinen Nils Holgersson mit den Wildgänsen“ (1906). Während des finnischen Winterkrieges unterstützte sie Finnland und spendete ihre goldene Nobelpreis-Medaille.

1944: Der 22-jährige amerikanische Pilot Robert Meyer setzt mit dem Bomber Boeing B-17 G auf dem Wasser des Zugersees auf.

1945: Geburt in Interlaken von Polo Hofer (Urs Hofer)

Das Bild zeigt den 27-jährigen Schweizer Mundartrock-Sänger (vorne links) mit seiner Rockband Rumpelstilz. Hintere Reihe, von links nach rechts: Hanery Amman, Schifer Schafer und Milan Popovich, vorne: rechts von Polo sitzt Küre Güdel. (Foto: Keystone/Photopress-Archiv-Str)
Das Bild zeigt den 27-jährigen Schweizer Mundartrock-Sänger (vorne links) mit seiner Rockband Rumpelstilz. Hintere Reihe, von links nach rechts: Hanery Amman, Schifer Schafer und Milan Popovich, vorne: rechts von Polo sitzt Küre Güdel. (Foto: Keystone/Photopress-Archiv-Str)

1953: Geburt von Isabelle Huppert, französische Film- und Theaterschauspielerin (u. a. „La dentellière“ 1976, Regie: Claude Goretta, „La dame aux camélias“ 1980, „Madame Bovary“ 1991, „La pianiste“ 2001).

1953: Geburt von Richard Matthew Stallman, amerikanischer Aktivist für freie Software, Hacker und Programmentwickler, Gründer des GNU-Projektes.

1956: Geburt von Eveline Widmer-Schlumpf, Schweizer Bundesrätin von 2007 bis 2015 (BDP/GR), Vorsteherin des Finanzdepartements. Sie folgt auf den abgewählten SVP-Bundesrat Christoph Blocher.





1967: „Der Wiedertäufer“ von Friedrich Dürrenmatt wird im Zürcher Schauspielhaus uraufgeführt.

1967: Geburt von Heidi Zurbriggen, Schweizer Skirennfahrerin. An den Weltmeisterschaften in der Sierra Nevada 1996 gewinnt sie die Silbermedaille in der Abfahrt und in Sestriere 1997 Silber im Super-G.

1968: Massaker von My Lai

Das Massaker an 504 Zivilisten wurde von der US-Armee zunächst vertuscht. Erst durch Recherchen des investigativen Journalisten Seymour Hersh gelangte das Geschehen an die Öffentlichkeit, wobei die Veröffentlichung der Reportage zunächst für etwa ein Jahr von sämtlichen Medien abgelehnt worden war. Hersh erhielt 1970 den Pulitzer-Preis. Die Veröffentlichung hatte grossen Einfluss auf die öffentliche Meinung zum Vietnamkrieg in den USA.
Das Massaker an 504 Zivilisten wurde von der US-Armee zunächst vertuscht. Erst durch Recherchen des investigativen Journalisten Seymour Hersh gelangte das Geschehen an die Öffentlichkeit, wobei die Veröffentlichung der Reportage zunächst für etwa ein Jahr von sämtlichen Medien abgelehnt worden war. Hersh erhielt 1970 den Pulitzer-Preis. Die Veröffentlichung hatte grossen Einfluss auf die öffentliche Meinung zum Vietnamkrieg in den USA.

1969: Eine venezolanische Douglas DC-9 mit 83 Menschen an Bord stürzt in einen Vorort der venezolanischen Stadt Maracaibo. 155 Menschen sterben, 100 werden verletzt.

1969: Der erste Engadiner Ski-Marathon

Im Engadin findet der erste Ski-Marathon mit 945 Teilnehmern statt. Die 42 Kilomegter lange Strecke führt von Maloja nach S-Chanf. Inzwischen beteiligen sich an der grössten Skilaufveranstaltung der Schweiz und der zweitgrössten weltweit etwa 13’000 Läuferinnen und Läufer aus 60 Nationen. Ein 21 Kilometer langer Halbmarathon führt von Maloja nach Pontresina. (Foto: Engadiner Ski-Marathon)
Im Engadin findet der erste Ski-Marathon mit 945 Teilnehmern statt. Die 42 Kilomegter lange Strecke führt von Maloja nach S-Chanf. Inzwischen beteiligen sich an der grössten Skilaufveranstaltung der Schweiz und der zweitgrössten weltweit etwa 13’000 Läuferinnen und Läufer aus 60 Nationen. Ein 21 Kilometer langer Halbmarathon führt von Maloja nach Pontresina. (Foto: Engadiner Ski-Marathon)

1974: Geburt von Zoë Jenny, Schweizer Schriftstellerin (u. a. „Das Blütenstaubenzimmer“ 1997).

1978: Italiens früherer Ministerpräsident Aldo Moro (Democrazia Cristiana DC), Ministerpräsident von 1963 bis 1968 und von 1974 bis 1976 wird von den Roten Brigaden entführt. Moro hatte den „Historischen Kompromiss“ zwischen der DC und der eurokommunistischen Partei von Enrico Berlinguer befürwortet, um die Wirtschaftskrise zu lösen. Die Roten Brigaden fordern die Freilassung von Gesinnungsgenossen; dies wird abgelehnt. Nach 55-tägiger Geiselhaft wird Moro am 9. Mai 1978 tot im Kofferraum eines Renault 4 im Zentrum von Rom aufgefunden.

1978: Die „Amoco Cadiz“ prallt vor der bretonischen Küste auf ein Riff und bricht auseinander. 320 Kilometer Küste werden mit 230’000 Tonnen Öl verpestet. Die „Amoco Cadiz“ war ein amerikanischer Tanker, der unter liberianischer Flagge fuhr.

1986:  Die Schweizer Stimmberechtigten sagen Nein zu einem Beitritt des Landes zur Uno. Bei einer Beteiligung von 51 Prozent sprechen sich 75,7% der Stimmenden gegen eine Mitgliedschaft aus. Alle Stände lehnen die Vorlage ab. Am 3. März 2002 stimmen dann 54,6% für den Beitritt. Zwölf Kantone sagten Ja, elf Nein.

1988: Truppen von Saddam Hussein führen einen Giftgasangriff auf die kurdische Stadt Halabscha durch. 5’000 Menschen sterben. Befohlen wurde der Angriff von „Chemical Ali“ (Ali Hasan al-Madschid). Er wird vier Mal zum Tode verurteilt und am 25. Januar 2010 im Alter von 68 Jahren in Bagdad gehängt.

1995: Tod in Vaux-sur-Morges von Heinrich Sutermeister, Schweizer Komponist von Opern, einem Ballet, zwei Divertimenti, Kantaten, Chören, Liedern, Serenaden. Sein Durchbruch gelingt ihm mit der Shakespeare-Oper „Romeo und Julia“, die an der Semperoper 1940 unter der Leitung von Karl Böhm uraufgeführt wird. Sutermeisters wichtigstes Chorwerk „Missa da Requiem“ wird 1952 von Herbert von Karajan in Rom aufgeführt. Am Zürcher Opernhaus wird 1967 „Madame Bovary“ mit Anneliese Rothenberger in der Titelrolle uraufgeführt. Seine letzte Oper ist „König Bérenger I“.

2004: In Pratteln werden die Bombardier-Werke geschlossen.

2014: Auf der ukrainischen Schwarzmeer-Halbinsel Krim sprechen sich in einer Volksabstimmung nach offiziellen russischen Angaben 95 Prozent der vorwiegend russisch-stämmigen Bewohner für einen Anschluss der Halbinsel an Russland aus.

2018: Das Bezirksgericht Lenzburg verurteilt den 34-jährigen Thomas N. zu einer lebenslänglichen Freiheitsstrafe. Zudem wird er ordentlich verwahrt. Der Täter war am 21. Dezember 2015 im Aargauischen Rupperswil in ein Einfamilienhaus eingedrungen, hatte einen 13-jährigen Knaben sexuell missbraucht und anschliessend ihm, seinem 19 Jahre alten Bruder und dessen 21-jährigen Freundin sowie der 48-jährigen Mutter die Kehlen durchgeschnitten. Anschliessend zündete er das Haus an.

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