Der Independence Day, der nationale Feiertag der USA, erinnert an die Unterzeichnung der Unabhängigkeitserklärung, die am 4. Juli 1776 von Vertretern der ursprünglichen 13 Kolonien ratifiziert wurde. Damit sagten die Siedler sich von England los und begründeten ihre Eigenstaatlichkeit. In dem Dokument tauchte erstmals die Bezeichnung «United States of America» auf.
In seiner Rede zum 250-jährigen Bestehen der USA hat Präsident Donald Trump vor einer angeblich drohenden Übernahme des Landes durch «Kommunisten» gewarnt. Das Land feiere am 4. Juli «den Triumph der Freiheit über die Tyrannei», sagte Trump in Washington. Die Amerikaner würden sich die Freiheit nicht nehmen lassen. «Wir wollen keine Kommunisten in unserem Land.»
Trump machte damit die nationale Feier faktisch zur Wahlkampfveranstaltung. Er bezichtigt die US-Demokraten immer wieder des «Kommunismus». Sie könnten bei den Zwischenwahlen im November die Mehrheit in beiden Parlamentskammern übernehmen. Die oppositionellen Demokraten werfen dem Präsidenten vor, die 250-Jahr-Feiern für parteipolitische Zwecke zu missbrauchen und das Land damit weiter zu spalten.
Trump sprach zwischen Ehrungen für Veteranen über seine angeblichen politischen Errungenschaften in der zweiten Amtszeit. Zudem griff er seinen «Save America Act» auf, welcher neue Regeln für Wahlen vorsieht. Mit diesem Gesetz will er die Siegeschancen der eigenen Partei sichern, doch es findet seit Monaten keine Mehrheit im Kongress.
Die Rede des Präsidenten hatte sich durch ein Gewitter um gut eine Stunde verzögert. Die abgesperrte National Mall im Zentrum der Hauptstadt musste zeitweise evakuiert werden. Auch eine Flugschau unter anderem mit Kampfjets musste abgekürzt werden. An die Rede sollte sich nach Trumps Worten das «grösste Feuerwerk der Welt» mit 850’000 Böllern anschliessen.
Vor Trumps Rede hatte Lee Greenwood seinen Hit «God bless the USA» gesungen. Anders als er hatten etliche Künstler ihre geplanten Konzerte mit der Begründung abgesagt, die ganzen Feierlichkeiten seien ihnen zu sehr parteipolitisch aufgeladen.