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Zwischenruf

Wie ruiniert man seinen Ruf?

9. Oktober 2012
Heiner Hug
Der Chef des Nachrichtendienstes des Bundes (NDB) wird von der Sicherheitspolitischen Kommission des Nationalrates vorgeladen. Nachher verhält er sich abstrus.

Der Datendiebstahl beim Nachrichtendienst beschäftigt die Politik und die Bevölkerung. Bundesrat Ueli Maurer tut etwas Edles. Er steht vor die Kameras und spricht M.S., dem Chef des Nachrichtendienstes, sein Vertrauen aus. Nicht alle Chefs stehen öffentlich vor die Mitarbeiter.

Doch dieser M.S. tut etwas, was in der Kommunikationsbranche als Gau bezeichnet wird. Nach der Sitzung will er die vor der Tür wartenden Journalisten meiden und verlässt den Sitzungssaal durch die Toilette. Die "Tagesschau" berichtet darüber und zeigt seinen Fluchtweg. Hat der Mensch keinen Medienberater?

M.S. mag ein guter Chef und in jeder Hinsicht unschuldig sein. Aber sein Verhalten – will man der Tagesschau glauben, und daran gibt es keinen Zweifel – ist einfach nur peinlich. Ist er sich bewusst, was da an ihm hängen bleibt? Ist er feige, ein Drückeberger – oder handelte er einfach nur unüberlegt?

Er mag unschuldig sein, aber der Ruf wird an ihm kleben bleiben: „Das ist der Mann, der durch die Toilette flüchtet.“ Ein solches Etikett bringt man ein Leben lang nicht mehr los, so wie der einstige SRG-Chef Walpen das Porsche Cayenne-Etikett nicht los bringt.

M.S. ist ein gut bezahlter Beamter. Wer so kneift, vermittelt den Eindruck, dass er doch etwas zu verbergen hat.

Das A und O jedes Medientrainings besteht darin: Steht hin, zeigt Euch. Seid nicht feige. M.S. hätte vor die Kameras treten können und sagen: „Guten Tag Ihr Journalisten. Wir haben ein ausführliches, offenes Gespräch geführt. Sie verstehen, dass ich im Moment mich nicht weiter dazu äussern möchte. Ich danke Ihnen.“ Und weg wäre er – und seine Ehre wäre gerettet.

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