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Sprach-Akrobatik

Sprach-Akrobatik [20]

4. November 2011
Journal21
„Kunst ist dann erreicht, wenn man nichts mehr weglassen kann“.

So sagt es ein chinesisches Sprichwort. Auf die Sprache übertragen: Erst wenn man nichts mehr weglassen kann, ist eine Sprache rein. Wie viel könnte man doch weglassen.

Unsere Sprache ist voller Bläh- und Füllwörter. Sie strecken den Text, sind aber für sein Verständnis unwesentlich.

Goethe ist bekanntlich ein guter Dramaturg. Es ist durchaus angebracht, ihm die Meinung zu sagen. Im Grunde genommen ist es doch so, dass… Unter Umständen kann ich das in gewisser Weise verstehen. Es ist gewissermassen klar, dass er heute kommt. Es ist ohnehin egal, was er vorschlägt.

Weitere Füllwörter sind auch, durchaus, eben, quasi, irgendwie, nämlich, zweifellos, also, quasi, sozusagen und viele andere.

Füll- und Blähwörter haben in der gesprochenen Sprache eine Funktion. Sie sind dazu da, Zeit zu schinden, während der man sich den Rest des Satzes überlegen kann. Dieser mündliche Sprachstil schleicht sich mehr und mehr in den schriftlichen ein. Wir haben uns so an diese Floskeln gewöhnt, dass sie uns nicht mehr auffallen.

Eine Zürcher Mittelschullehrerin liess ihre Schüler Aufsätze schreiben. Nachher strich man aus den abgelieferten Texten in gemeinsamer Arbeit alle Füll- und Blähwörter.

Ergebnis: Zwölf Prozent aller Wörter waren eigentlich überflüssig.

Wieso eigentlich eigentlich?

(hh)

Frühere Sprach-Kolumnen befinden sich in der Rubrik "Kultur". Oder klicken Sie untenstehende Titel an.

Sprach-Akrobatik [19] Schwierigkeiten mit grossen Worten. (R.M.)

Sprach-Akrobatik [18] Etwas zu entdecken ist überraschend und beglückend zugleich (S.W.)

Sprach-Akrobatik [17] Unsere Sprache strotzt vor Pleonasmen. Doch der „weisse Schimmel“ ist keiner. (hh)

Sprach-Akrobatik [16] Dass der Mensch nach Grösse strebt, ist ihm nicht vorzuwerfen (S.W.)

Sprach-Akrobatik [15]Die Sprache lebt und bringt nette Neuschöpfungen (hh)

Sprach-Akrobatik [14]Metaphern verleihen der Sprach Anschaulichkeit S.W.

Sprach-Akrobatik [13]Lehnwörter – und was ihre Ausbreitung signalisiert R.M.

Sprach-Akrobatik [12] Kreative Richter. Originaltext eines Beschlusses des Oberlandesgerichts (hh)

Sprach-Akrobatik [11] Über "über" S.W.

Sprach-Akrobatik [10] Lybien. "Wenn 50 Millionen eine Dummheit sagen, bleibt es eine Dummheit" (hh)

Sprach-Akrobatik [9] Gutmenschen und andere Verdrehungen. R.M.

Sprach-Akrobatik [8] Die Dinge beleben sich. Die Märkte spielen verrückt. S.W.

Sprach-Akrobatik [7] Keine unterjährige Preiserhöhung für tiefstpreisiges Toilettenpapier (hh)

Sprach-Akrobatik [6] Missbrauch mit dem "Volk" R.M.

Sprach-Akrobatik [5] Ich schreibe, sobald nur etwas Gewisseres zu sagen ist. (hh)

Sprach-Akrobatik [4] Eine Sprachverrenkung, keine Akrobatik, sind die weiblichen Wortendungen, die nur angefügt werden, um eine Verbeugung vor feministischen Ansprüchen zu machen. S.W.

Sprach-Akrobatik [3] Abzockerei auf der Teppichetage? Die Formulierung klingt flott und griffig. R.M.

Sprach-Akrobatik [2] Das Plappern unserer Zeit. S.W.

Sprach-Akrobatik [1] Kreatives aus dem Zürcher Wald. Schreiende Unke. (hh)

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