Neben Joseph Haydn war Wolfgang Amadeus Mozart für Beethoven ein Vorbild. Das zeigt sich am deutlichsten in den beiden Quintetten für Klavier und Bläser: Mozarts KV 452 und Beethovens op. 16. Vorbilder sind Animationen, Gleichwertiges zu versuchen.
Das Quintett KV 452 gehört zu jenen Werken, die Mozart für eines seiner besten hielt. Die vier Bläser sind Oboe, Klarinette, Horn und Fagott. Für das Klavier sind die Herausforderungen nicht geringer als die eines Klavierkonzerts. Was Mozart so liebte, war der Dialog zwischen den Instrumentengruppen. Entstanden ist das Werk 1784, also etwa gleichzeitig mit dem Klavierkonzert F-Dur KV 459.
Das Werk hat 3 Sätze, ein Largo – Allegro Moderato, ein Larghetto und ein abschliessendes Allegretto. Tempi also, die nirgends Trauer und Angst signalisieren. Dagegen viel Farbenreichtum, Lebensfreude und Lust an spielerischem Schabernack.
Beethoven musste von diesem Ungestüm an Freude in der Musik begeistert sein. Im Jahr 1797 war er 27 Jahre alt und versuchte, in Wien Erfolg zu haben. Sein op. 16 ist Ausdruck der Kombination eines Klavierkonzerts mit den virtuosen Seiten von Bläsersolisten.
Das Werk beginnt mit einer Einleitung, die er mit «grave» bezeichnet und fast im Stil einer französischen Ouvertüre daherkommt. Doch bald sind wir auch bei ihm in heiteren Gefilden. Wir müssten nicht bei Beethoven sein, um zu erleben, wie eigenständig er mit Inspirationen durch andere Musiker umzugehen versteht. Im mittleren Satz erleben wir lyrische Schönheit. Im Finale in Rondoform setzt Beethoven uns vor so etwas wie Drama, Widerstandslust und kadenzenartiges Aufbäumen eines freien Geistes.
Diese beiden Quintette gibt es verständlicherweise in vielen Aufnahmen. Die von mir favorisierte ist die mit Alfred Brendel, Heinz Holliger, Eduard Brunner, Hermann Baumann und Klaus Thunemann, erschienen bei Philips 1986.