Baryton ist ein Instrument, das zur Familie der Gamben gehört. Gamben, Kniegeigen oder wie immer man sie nennen mag, spielen in der Musikgeschichte eine grosse Rolle, weil sie schon früh für die tieferen Lagen der Tonskala verwendet wurden. Vor allem als Begleit-, aber auch als Soloinstrument.
Andreas Lidl (um 1740 in Wien geboren, um 1789 vermutlich in London gestorben). Als reisender Virtuose ist er in Paris und London, aber auch in Augsburg und Berlin aufgetreten. Auf Italienisch nannte man das Baryton auch »Viola di Bordone». Gebraucht wurde es in aristokratischen Kreisen wie eben auch am Schloss und Hof Eszterházy. Die 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts gilt heute als die Blütezeit von Kompositionen für Baryton.
Die Divertimenti – Unterhaltungsmusik für die höheren Kreise – sind alle 3-sätzig in der Folge: Andante (oder Adagio), Menuetto, mit einem raschen Abschlusssatz. Heute bewundern wir vor allem beim Grossmeister jener Zeit Joseph Haydn die ewig sich erneuernde Kraft, nicht repetitiv zu sein, sondern immer mit Überraschungen aufzufahren. Unter diesem Aspekt darf man wohl sagen: Andreas Lidl war ein würdiger Musikant in der Nachbarschaft vom grossen Haydn.
Ich empfehle hier eine Aufnahme mit einer Auswahl von 6 solcher Divertimenti von Lidl mit dem Esterházy Trio, die 2011 bei Brilliant Classics in Wien erschienen ist.