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Kommentar 21

Schiffbruch und Zuschauer

1. September 2014
Stephan Wehowsky
Wenn selbst Fachleute die Segel streichen, steht es schlimm.

Die Diplomaten und Militärexperten in der Nato-Zentrale in Brüssel seien bleich durch die Gänge gehuscht, als Russland eiskalt die Krim annektierte, berichten Insider. Die amerikanische Notenbankchefin Janet Yellen gestand kürzlich, dass ihr die hohen Risiken, die von dem exorbitant wachsenden Handel mit maroden Anleihen ausgehen, schlaflose Nächte bereiteten. Sie meinte damit die nächste Katastrophe im Finanzsystem. Und der Vormarsch des IS im Nahen Osten ist ein Albtraum, der schwärzeste Prognosen einschlägiger Experten übertrifft.

Der Westen wankt. Noch vor wenigen Jahren feierte er seinen vermeintlichen Sieg über den Osten, und Amerika gefiel sich in der Rolle „als letzte verbliebene Weltmacht“. Seitdem sind die wirtschaftlichen Fundamente erodiert, und die überwunden geglaubte Ost-West-Konfrontation ist zurück – aufgrund der vielen Akteure bedrohlicher als vorher. Und vor der Haustür Europas toben triumphierend „Terroristen“, deren militärische Schlagkraft den Westen in eine Blamage nach der anderen bringt.

Wir sind Zuschauer und zugleich künftige Schiffbrüchige. Die Situation ist so verfahren, dass niemand einfache Lösungen anbieten kann. Aber wenn wir uns selbst ernst nehmen, stellt sich die Frage, ob es in dieser Situation nicht mehr geben müsste, als medial verabreichte Placebos. Können die Bürger der westlichen Demokratien – so aufgeklärt sie doch nach zwei Weltkriegen sind – mehr sein als blosse Zuschauer ihres neuen Schiffbruchs?

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