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Portugal

Leidenschaft für die Azoren

19. März 2026
São Miguel
Der sagenumwobene Kratersee «Sete Cidades» auf São Miguel mit einem grünen und einem blauen See. São Miguel ist die grösste und am meisten besuchte der neun Inseln. (Foto: Thomas Fischer)

Unser Portugal-Korrespondent Thomas Fischer bereist seit 40 Jahren regelmässig die Azoren. Längst hat er sich in die neun Inseln mitten im Atlantik verliebt. Doch nicht nur: In seinem eben erschienen Buch zeigt er die «Rätsel und Wandlungen» der mit faszinierenden Landschaften und pittoresken Fischerdörfern gesegneten Inselgruppe auf. 

Thomas Fischer

Thomas Fischer ist freiberuflicher Korrespondent für deutschsprachige Medien in Portugal. Der inzwischen eingebürgerte Portugiese arbeitete 28 Jahre lang als Producer für das ZDF. Seit sieben Jahren schreibt er regelmässig für Journal 21. Nur wenige Ausländer kennen die Azoren so gut wie er.  

Die Inselgruppe, die rund 1500 Kilometer vom portugiesischen Festland entfernt liegt, hat es Fischer seit jeher angetan. In seinem Buch schreibt er bewundernd über die kulturelle Vielfalt und über die enorme Kreativität der Menschen, die dort leben. «Es irrt sich», sagt er, «wer mitten im Atlantik eine kulturelle Öde erwartet.» 

Die Azoren bilden seit 1976 innerhalb der Portugiesischen Republik eine autonome Region, nicht Republik (wie auch Madeira). Die Inseln litten zunächst unter der Entfernung vom portugiesischen und amerikanischen Festland. Viele Menschen suchten ihr Glück in der Ferne, als Emigranten in den USA und Kanada. 

Die neun Inseln sind erdbebengefährdet. «Ich habe gesehen, wie die Menschen des Archipels, der als seismo-vulkanische Risikozone gilt, mit der Gefahr und den Folgen von Vulkanausbrüchen und Erdbeben leben», sagt Fischer. «Wer sich dorthin begibt, merkt auch schnell, wie launisch das Wetter ist.»

Das Buch trägt den Titel: «Os Açores, Mistérios e Mudança. A Perspetiva e a Paixão de um Jornalista-Viajante» (Die Azoren, Rätsel und Wandel. Die Sicht und Leidenschaft eines reisenden Journalisten). Der Autor beleuchtet darin auch die wirtschaftliche Entwicklung und den Wandel der Rolle der Frau in der Gesellschaft. «Ich schreibe auch nicht zuletzt über den Tourismus, der in den letzten zehn Jahren enorm zugenommen hat und längst nicht mehr nur als Segen empfunden wird.»

Azoren
Terceira, von der Einwohnerzahl her die zweit-, von der Fläche her drittgrösste Insel. Auf den Azoren gibt es wenig Sandstrände, dafür wurden zwischen bizarren Formationen aus schwarzer Lava viele Badeplätze mit Liegeflächen hergerrichtet. Hier Biscoitos, an der Nordküste (Foto: Thomas Fischer)
Angra do Heroismo
Blick vom Yachthafen auf die Innenstadt von Angra do Heroismo, ehemals Hauptstadt und bis heute Bischofssitz der Azoren, 1980 durch ein Erdbeben zerstört, sorgfältig neu aufgebaut, seit 1983 Unesco-Weltkulturerbe. Im Bild die Kirche Igreja da Misericórdia (blau), links weiter hinten die Türme der Kathedrale (Foto: Thomas Fischer)

Fischer hat sein in portugiesischer Sprache veröffentlichte Buch kürzlich in einer Buchhandlung in Angra do Heroísmo auf der Insel Terceira vorgestellt. Befragt wurde er von der auf den Azoren sehr bekannten Journalistin Helena Fagundes. Angra do Heroísmo wurde 1980 von einem Erdbeben erschüttert und wurde inzwischen sorgfältig neu aufgebaut. 1983 wurde die Stadt als Weltkulturerbe der Unesco klassifiziert.

Helena Fagundes, Thomas Fischer
Helena Fagundes, Thomas Fischer

«Os Açores, Mistérios e Mudança» ist das zweite in portugiesischer Sprache geschriebene Buch von Thomas Fischer. Im April 2024, pünktlich zum 50. Jahrestag der «Nelkenrevolution» vom 25. April 1974, erschien «Entre Cravos e Cardos. Portugal aos Olhos de um Estrangeiro que se Tornou Português» (Zwischen Nelken und Disteln. Portugal aus der Sicht eines Ausländers, der Portugiese wurde).

https://www.letraslavadas.pt/os-acores-misterios-e-mudanca/

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