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Musik des Tages

Heitor Villa-Lobos «Bachianas Brasileiras»

13. Februar 2026
Iso Camartin
Ana María Martínez
Ana María Martínez und die Berliner Philharmoniker (Youtube)

Dass Villa-Lobos seine Heimat im Zentrum seines Schaffens sah, ist in zahlreichen seiner Werke zu entdecken. So ist etwa seine 6. Sinfonie der Schilderung der brasilianischen Landschaft gewidmet. Der Komponist ist 1887 in Rio de Janeiro geboren und auch da 1959 gestorben. Sein international bekanntestes Werk sind seine «Bachianas brasileiras», die zwischen 1930 und 1945 entstanden sind. 

Seine Absicht war es hier wohl, den Geist von Johann Sebastian Bach mit der Seele Brasiliens zu vereinen. Es ist vor allem die kontrapunktische Verwendung von melodischem Material aus der Tradition von brasilianischer Volksmusik, die den Angelpunkt dieser Werke bildet.

Das Werk ist in Suiten-Form strukturiert, was in der Barockzeit besonders beliebt war. Die Suite Nr.1 ist für acht Celli geschrieben. Gefühlsbetonte Motive wechseln mit Tanzeinlagen und verwandeln sich in regelrechte Liebeslieder. Sie besteht aus einer Einleitung, einer Modinha (Liebeslied) und einer «Fuga. Conversa».

Suite 2 ist für Orchester besetzt und hat die Sätze: Preludio (O canto do Capadocio), Aria (O canto da Nossa Terra), Dança (Lembrança do Sertão) und Toccata (O Trenzinho do Caipira).

Auch die Suite 9 ist schön und anregend, ein Werk für Streichorchester. Es hat zwei Sätze: ein Preludium und eine Fuge. Villa-Lobos scheint, dieses Themas nie überdrüssig geworden zu sein.

Ich erwähne hier nur noch eine, für mich die bedeutendste: die Suite 5.

In seinem Werkverzeichnis trägt es die Nummer 389. Auch hier gibt es nur zwei Sätze, ein Adagio und eine Dansa (Martelo). Besetzt ist die Suite für eine Sopranstimme und acht Celli. Villa-Lobos fügte den Satz Dansa erst 1945, also in seinem Todesjahr, hinzu. Zu Beginn hören wir eine Vocalise des Soprans, dann folgen die Worte, in denen die Sängerin von einem Vögelchen berichtet, das von einem Geliebten erzählte. Es sollen Worte nach einem Gedicht von Manuel Bandeira sein. Solche wie «Flauta» oder «Viola» hat Villa-Lobos kunstvoll in die Klangmöglichkeiten der acht Celli eingebaut. Einfach magisch!

Ich empfehle hier eine Aufnahme des Komponisten mit dem Orchestre National de la Radiodiffusion Française. Die Solistin ist Victoria de los Angeles. Erschienen ist die Aufnahme remastered 2015 bei Warner Music Group. Hier hören Sie allerdings eine Aufnahme mit Ana María Martínez und den Berliner Philharmonikern: https://www.youtube.com/watch?v=JnMwhiMJkKA

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