Der Originaltitel des Werks heisst «L’Allegro, il Pensieroso ed il Moderato» - zu deutsch etwa: «Der Fröhliche, der Gedankenvolle und der Massvolle». Das Libretto der beiden ersten Teile geht auf Charles Jennens zurück, frei nach John Milton. Den dritten Teil verfasste Händel selbst. Die Uraufführung fand im Februar 1740 in London im Lincoln’s Inn Fields Theater statt.
Die Grundstimmung des ganzen Werkes ist für mich Melancholie und Nachdenklichkeit. Ich nenne hier deshalb nur ein paar wirklich bemerkenswerte Stellen aus diesem Oratorium.
Dazu gehören die Bass-Arie «Mirth admit me of thy crew (13)”. Die Nachtigallen-Arie für Sopran «Sweet bird (12)». Weiter: «Let the merry bells ring round (19a)». Und schliesslich den Chor: “These pleasures, melancholy give (40).”
Unter den vielen Oratorien von Händel gehört dieses zu meinen Bevorzugten. Es sprudelt darin nur so von unerwarteter Schönheit. Hier ist Händel nicht nur ein bibelkundiger Musiker, sondern vor allem Philosoph, der für einmal Kirchen- und Theaterstoffe vergisst, und nur nach Innen blickt.
Das ist wohl auch der Grund, warum es von diesem Werk so viele Aufnahmen gibt. Unter den mehreren, die ich davon besitze, empfehle ich heute die von John Nelson aus dem Jahr 1999 mit dem Bach Choir, dem Ensemble Orchestral de Paris und mit den Solisten Lynne Dawson und Christine Brandes (Sopran), David Daniels (Altus), Ian Bostridge (Tenor) und Alastair Miles (Bass). Erschienen bei Virgin/Emi.