Direkt zum Inhalt
  • Politik
  • Kultur
  • Wirtschaft
  • Gesellschaft
  • Medien
  • Über uns
close
Kommentar 21

Friedenspreis

10. Oktober 2016
Christoph Kuhn
Am Beispiel Kolumbien bekommt der Begriff „Friedenspreis“ etwas Doppeldeutiges.

Einerseits hat der kolumbianische Präsident Juan Manuel Santos vor ein paar Tagen den Nobel-Friedenspreis zugesprochen bekommen, was sich gut nachvollziehen lässt: seit  Jahren setzt er sich unermüdlich dafür ein, den längsten und grausamsten Bürgerkrieg auf dem lateinamerikanischen Kontinent zu beenden. Er wäre erfolgreich gewesen, wenn ihm nicht sein Volk einen Strich durch die Rechnung gemacht hätte. Anderseits findet nun eben eine knappe Mehrheit jener Kolumbianer, die sich überhaupt an der Referendumsabstimmung beteiligt haben, dass der andere Friedenspreis, der in langwierigen Verhandlungen erzielte Preis für Frieden, ihnen, den Bürgern, die unter dem Krieg zu leiden hatten, zu hoch sei. Dass das Farc-Fussvolk amnestiert und die Farc-Verantwortlichen mit sehr milden Strafen davonkommen sollen, ist ihnen eine unerträgliche Vorstellung; sie hat mit Gerechtigkeit nichts zu tun und läuft jedem rechtsstaatlichen Denken zuwider. Was die Friedenssuche in Kolumbien weiter erschwert, ist die Tatsache, dass der dritte Akteur neben Santos und der Farc-Führung, der ehemalige Präsident Alvaro Uribe, Gewinner des Referendums, mitverhandeln will und wohl auch wird. Er aber möchte Geständnisse von der Farc, möchte schwere Strafen für sie, was den Preis des Friedens für die Guerilleros in nicht akzeptable Höhen treibt.

Frieden ist auch nur ein Wort, die kolumbianischen Protagonisten verstehen ihn je nach Interessenlage anders. Santos möchte ihn um fast jeden Preis, die Farc nur zu ihren Bedingungen, und ob ihn der kompromisslose Hardliner Uribe, trotz Lippenbekenntnissen überhaupt will, darf bezweifelt werden.

Letzte Artikel

Ein Engel namens Meloni

Heiner Hug 1. Februar 2026

Was ist Wahrheit?

Christoph Zollinger 1. Februar 2026

Moskau hält sich nicht an Trumps angekündigte Feuerpause

Reinhard Meier 31. Januar 2026

Das nahe ferne Land des Ruhrgebiets

Stephan Wehowsky 31. Januar 2026

Homo fingens – die heimliche Macht der Fiktion

Eduard Kaeser 30. Januar 2026

Russische Feuerpause für ukrainische Städte?

Reinhard Meier 30. Januar 2026

Newsletter abonnieren

Abonnieren Sie den kostenlosen Newsletter!

Abonnieren Sie den kostenlosen Newsletter!

Zurück zur Startseite
Journal 21 Logo

Journal 21
Journalistischer Mehrwert

  • Kontakt
  • Datenschutz
  • Impressum
  • Newsletter
To top

© Journal21, 2021. Alle Rechte vorbehalten. Erstellt mit PRIMER - powered by Drupal.