Warten auf Lebensmittel: 17 Millionen Menschen in Afghanistan – ein Drittel der Bevölkerung – leiden unter lebensbedrohlichem Hunger. Jetzt kam Hilfe aus Saudi-Arabien. In Kandahar, im Süden des Landes, verteilte am Sonntag die saudische «König-Salman-Stiftung» Nahrungsmittel an 3’000 besonders bedürftige Menschen. Doch die Hilfsaktion ist nicht mehr als ein Tropfen auf den heissen Stein.
Den Taliban gelingt es mit ihrer archaischen Politik nicht, ihre Bevölkerung zu ernähren. Mit der erneuten Machtübernahme der Radikalislamisten im August 2021 war die Wirtschaft zusammengebrochen. Nach Errichtung des «Islamischen Emirats Afghanistan» wurde die internationale Hilfe gekürzt. Dürren und Naturkatastrophen verschlimmerten die Lage. Die Ausgrenzung von Frauen aus dem Wirtschaftsleben trägt wesentlich zur aktuellen katastrophalen Lage bei. Die Uno – vor allem das Welternährungsprogramm (WFP), das Flüchtlingshilfswerk (UNHCR) und UNICEF – leistet in Afghanistan unter extrem schwierigen Bedingungen lebensrettende Hilfe. Wegen Geldmangels musste im vergangenen Winter die internationale Lebensmittelverteilung fast vollständig eingestellt werden.