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Kommentar 21

Der Fall Mugabe

20. November 2017
Ulrich Meister
Robert Mugabe bringt sich selbst zu Fall. Seine früheren Verbündeten übernehmen. Peking wurde ums Stillhalten gebeten.

Rhodesien war Ende der 70er Jahre der letzte wichtige Schauplatz der Entkolonialisierung Afrikas. Und der Jesuitenzögling Robert Gabriel Mugabe der Hoffnungsträger für den ganzen Kontinent, der seine Illusionen über Unabhängigkeit schon weitgehend aufgegeben, respektive verkauft oder verraten hatte. Mugabe studierte in der Region unter anderem mit Nyerere und Kaunda, wurde ein „Marxist“ – was immer das damals und dort bedeuten konnte. Er wurde inhaftiert, 1974 wieder freigelassen und schloss sich dem Guerillakrieg gegen das illegale britische  Siedlerregime von Ian Smith an. 1980 war er einer der wichtigsten und schwierigsten Unterhändler für die Engländer, die sowohl von Rhodesien wie von Ian Smith genug hatten, aber Mugabe nicht ausreichend kannten und ihm auch – wie allen anderen Unterhändlern – nicht trauten. So wie auch nicht die Unterhändler den Engländern. 

Mugabe wurde im unabhängigen Rhodesien, das fortan Simbabwe hiess, erst Premierminister und dann, nach Ausschaltung von Rivalen und Wahlbetrug, Präsident. Und will es bleiben, ausser seine jüngere Frau, Gucci-Grace, übernehme. Unterdessen hat er das Land – ein Paradies in Afrika – für die eigenen Konten heruntergewirtschaftet, ein Massaker unter seinen Stammesgegnern angerichtet, das über 10’000, wenn nicht 20’000 Tote gefordert hat. Mugabe ist deshalb in den USA und in der Europäischen Union nicht mehr erwünscht. Nordkorea und China springen ein. Mandela hatte ihm dagegen ins Gewissen geredet.
Ohne Erfolg. 

Man kann nicht viel gegen Paranoia oder geriatrische Demenz ausrichten, denn darum handelt es sich vermutlich bei Mugabe, der 93 Jahre alt ist. Er hatte seinerzeit ein „moralisches Kapital“ wie auch Nyerere (aber ohne dessen Naivität). Es ist aber immer wieder schwer verständlich, dass die Psyche eines Einzelmenschen ein ganzes Land als Geisel halten kann. Ausser seine Mitspieler wollen das auch, solange sie nicht sicher sind, die Nachfolge ohne Schaden antreten zu können.

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