Das Werk entstand 1824, als Berlioz gerade im Streit lag mit seinem Vater. Dieser wünschte, dass sein Sohn Medizin studiere, um seine Landarztpraxis zu übernehmen. Es brauchte noch längere Zeit, bis er einsah, dass sein Sohn einen anderen Weg gehen wollte.
Die Aufführung der Messe wurde ein grosser Erfolg, beim Publikum und in der Fachpresse. Später verwarf Berlioz die Komposition und vernichtete das Aufführungsmaterial. Erst im Jahr 1991 wurde ein komplettes Autograph des Werkes wiedergefunden.
Darauf basiert die CD-Einspielung durch John Eliot Gardiner, die 1994 bei Philipps Classics erschien, ein «World Première Recording». Beteiligt sind die Solisten Donna Brown, Sopran, Jean-Luc Viala, Tenor, Gilles Cachemaille, Bass-Bariton sowie der Monteverdi Choir und das Orchestre Révolutionnaire et Romantique. Die Aufnahme bietet neben den regulären Teilen des Messeordinariums auch noch Offertoriums-Motetten wie «Domine salvum fac», «O salutaris hostia» sowie verschiedene Fassungen des «Resurrexit» aus dem Credo.
Berlioz ist für allerlei Neuerungen in der Musikgeschichte bekannt. Neben der Symphonik (seine berühmte «idée fixe» in der «Symphonie phantastique») auch in der Kirchenmusik (sein Requiem und seine Weihnachtsmusik). Auch die Oper erfuhr durch ihn revolutionäre Neugestaltungen, wie etwa bei «La Damnation de Faust», «Benvenuto Cellini» oder «Les Troyens».
Wenn die Franzosen sich auch beklagen, dass sie unter ihren Dichtern keinen Shakespeare und keinen Goethe hätten, so haben sie unter ihren Komponisten doch einen, der Allerbestes und Allerneuestes hervorgebracht hat.