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Kommentar 21

Archaische Sanktionen

19. Mai 2014
Stephan Wehowsky
Der Konflikt um die Ukraine steht im Zeichen von 1914.

Daher kann die klare Absage Angela Merkels an militärische Optionen seitens der Nato als Fortschritt im politischen Denken begrüsst werden. Merkel will aus 1914 die Konsequenzen ziehen. Aber wie weit gelingt das dem Westen wirklich?

Statt auf militärische Aktionen wird auf wirtschaftliche Sanktionen gesetzt. Die Angst geht um, man könne sich dabei ins eigene Fleisch schneiden. Deswegen wird viel darüber diskutiert, welche Nadelstiche verabreicht werden können, ohne sich selbst wehzutun. Eine andere Frage, die viel wichtiger ist, wird aber ausgespart: Was tragen Sanktionen zur Konfliktlösung bei? Es genügt nicht, nur zu kalkulieren, welche Schäden Sanktionen beim Gegner anrichten.

Denn das ist ein Rückfall in altes Denken. Man will den Gegner durch Schäden zum Einlenken zwingen. Neues Denken, das aus den Kriegen gelernt hat, müsste anders ansetzen: Was muss geschehen, damit Sanktionen nicht bloss zu einer weiteren Verhärtung führen? Glaubt man denn wirklich, dass Putin und seine Mitstreiter sagen: Donnerwetter, jetzt läuft unsere Wirtschaft nicht mehr rund, also lassen wir die Finger von der Ukraine? - Das zu glauben, wäre sehr naiv. Es käme darauf an, neben den Sanktionen rational glasklar definierte Anreize dafür zu schaffen, den Konflikt ohne Gesichtsverlust zu beenden. Wie ein guter Psychologe muss der Westen überlegen, wie der Konfliktpartner auf einen Weg zurückfindet, der zu gemeinsamen Nutzen führt. Archaische Reflexe, Strafbedürfnisse und Prügel reichen dafür nicht.

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