Unter den Komponisten aus der Mozart-Zeit ragt neben Antonio Salieri auch Anton Eberl (1765–1807) heraus. Er wurde in Wien geboren und starb auch dort nach einem kurzen Leben von nur 42 Jahren als anerkannter Pianist, Kapellmeister und Komponist. Er war Mozarts Schüler und Freund. Zu Mozarts Tod komponierte er eine Trauerkantate «Bey Mozarts Grab» (1791).
Heute befassen wir uns mit einigen von Eberls Symphonien, die Zeugnis ablegen für seine Originalität, Frische und seinen Einfallsreichtum. Daneben hat er auch Opern, Singspiele, Klavierkonzerte und Kammermusik komponiert, ganz wie sein Vorbild Mozart. Eberl wirkte eine Zeitlang auch am russischen Zarenhof in St. Petersburg.
Dort entwickelte er einen frühromantischen Stil, der in mancherlei Hinsicht bereits an den jungen Schubert erinnert. 1806 war Eberl auf dem Höhepunkt seiner Karriere, vor allem auch durch die Anerkennung, die ihm in der Figur von Zar Alexander I. widerfuhr. Erst gerade wieder zurück in Wien, starb Eberl dort an einer Blutvergiftung.
Werner Ehrhardt, Konzertmeister des Kammerorchesters «Concerto Köln» äussert sich begeistert über die «Wiederentdeckung einer musikalischen Kostbarkeit» mit den Symphonien von Anton Eberl. Die Auswahl betrifft drei Symphonien, die Erste in C-Dur w.o.n. 7, die Zweite in Es-Dur op. 33, die Dritte in d-moll op. 34.
Die nur dreisätzige C-Dur-Symphonie kann man als feierlich, festlich und heroisch bezeichnen, nicht unverwandt mit Mozarts Jupitersymphonie, wenn auch weit weniger komplex. Sie verbreitet Frohsinn und Zuversicht und stimmt den Hörer bewundernd und glücklich.
Die Es-Dur-Symphonie ist reich an musikalischen Überraschungen, einige Partien wirken weniger orchestral als kammermusikalisch konzipiert. Das Andante con moto ist ein Moll-Satz, das Menuett ist sehr bewegt, das Finale pfiffig und virtuos.
Die d-moll-Symphonie ist für mich die Überraschendste. Einzelne Passagen sind gravitätisch und marschartig stampfend, dann wieder ganz lyrisch einnehmend, als habe man Mozarts Cosi-fan-tutte-Bläser wieder in den Ohren. Das Finale ist wieder ein virtuoser Dur-Satz, der Zuversicht und Freude verbreitet.
Die empfohlene Aufnahme von Eberls Symphonien mit dem Concerto Köln ist im Jahr 2000 bei Teldecs Classics International GMBH in Hamburg erschienen.