„Wir werden das durchstehen, zusammen. Zusammen.“

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„Wir werden das durchstehen, zusammen. Zusammen.“

Von Journal21, 20.01.2021

„Wir müssen diesen unzivilen Bürgerkrieg beenden, der rot gegen blau antreten lässt, liberal gegen konservativ.“ (Foto: Keystone/Patrick Semansky/AP Pool)

Die Vereidigung fand auf den Stufen des Kapitols statt, dort wo am 6. Januar ein von Trump aufgehetzter Mob wütete.

Biden bestand darauf, den Eid im Freien zu leisten, wie es Tradition ist. Nach dem Sturm von Trump-Anhängern auf das Kapitol am 6. Januar wurde entschieden, dass vor dem Kapitol nur wenige Leute zur Inauguration zugelassen sind.

Normalerweise nehmen bis zu 200’000 Menschen an der Vereidigung eines Präsidenten teil. Diesmal, aus Furcht vor Ausschreitungen und dem Corona-Virus, waren es neben der geladenen Prominenz nur 1’000.

In Anwesenheit von Mike Pence

Im Gegensatz zu Trump nahmen der bisherige Vizepräsident Mike Pence und seine Frau Karen an der Vereidigung teill.

Dabei waren unter anderen auch

Der republikaniasche Senator Mitch McConnell und seine Frau Elaine Chao. McConnell gehörte zu den loyalsten Unterstützern von Trump. Nach den Ereignissen am 6. August brach er mit ihm.

Ferner

  • Barack Obama und Frau Michelle
  • Bill und Hillary Clinton
  • George W. Bush und seine Frau Laura
  • Dan Quale, der frühere Vizepräsident von George Bush
  • Der Chef des Supreme Court John G. Roberts
  • Amy Coney Barrett, die von Trump ernannte neue Bundesrichterin
  • Die demokratische Speakerin im Repräsentantenhaus Nancy Pelosi
  • Der Demokrat Senator Charles E. Schumer, der neue Mehrheitsführer im Senat
  • Senator Bernie Sanders, früherer demokratischer Präsidentschaftrskandidat
  • Senatorin Elizabeth Warren, frühere demokratische Präsidentschaftskandidatin
  • Der republikanische Senator Mitt Romney, Kritiker von Trump
  • Der republikanische Senator Ted Cruz, loyaler Unterstützer Trumps

Vor der Zeremonie hatten Biden und seine Frau Jill in der katholischen Cathedral of St. Matthew gebetet. Biden ist erst der zweite Katholik, der Präsident der Vereinigten Staaten wird. Vor ihm gehörte John F. Kennedy der katholischen Glaubensgemeinschaft an.

Stürmischen Applaus erntete Lady Gaga, die die Nationalhymne sang.

Lady Gaga (Foto: Keystone/Greg Nash/Pool/AP)
Lady Gaga (Foto: Keystone/Greg Nash/Pool/AP)

Jennifer Lopez sang „America the Beautiful“.

Direkt anschliessend wurde Kamala Harris vereidigt. Sie ist die erste dunkelhäutige Vizepräsidentin der USA. Auch sie erntet stürmischen Beifall. Sie wurde nach der Vereidigung auch vom früheren Vizepräsidenten Mike Pence beglückwünscht.

(Foto: Keystone/AP/Andrew Harnik)
(Foto: Keystone/AP/Andrew Harnik)

In seiner ersten Rede als Präsident nannte Biden die USA eine „grossartige Nation, die alle Menschen zusammen bilden könnten“. Es gebe viel zu reparieren, viel neu aufzubauen. „Dies ist Amerikas Tag. Dies ist der Tag der Demokratie.“ Die Demokratie werde an diesem Tag gefeiert. „Der Wille des Volkes wurde gehört.“ „Wir wollen unsere Allianzen wieder reparieren“, erklärte er. „Mein erster Akt als Präsident ist es, euch zu bitten: Folgt mir. Ich will der Präsident aller Amerikaner sein.“

Joe Biden: „Es gibt viel zu reparieren.“ (Foto: Keystone/EPA/Patrick Semansky/Pool)
Joe Biden: „Es gibt viel zu reparieren.“ (Foto: Keystone/EPA/Patrick Semansky/Pool)

„Wir müssen diesen unzivilen Bürgerkrieg beenden, der Rot gegen Blau antreten lässt, Liberal gegen Konservativ.“ – „Wir können das tun, wenn wir unsere Seele öffnen, wenn wir Toleranz zeigen."  „Wir werden das durchstehen, zusammen. Zusammen!“

Einer der Höhepunkte der Zeremonie war der Auftritt der 23-jährigen politischen Aktivistin Amanda Gorman. Sie trug das Gedicht „The Hill We Climb“ vor, eine beissende Abrechnung mit den Trump-Jahren.

... ausser Fox News

Tom Hanks moderierte die vierstündige Amtseinführung von Biden und Harris. Alle grossen Sender übertrugen das Programm – ausser Fox News.

Trump hatte vor vier Jahren Mühe, einen prominenten Künstler für seine Vereidigung zu finden. Es hagelte Absagen, so von Elton John und Céline Dion. Er musste sich schliesslich mit drittklassigen Country-Sängern begnügen.

(J21)

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