Öffentlichkeit für alle

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Öffentlichkeit für alle

Von Urs Meier, 24.03.2021

Soziale Medien bringen Sprachwelten ans Licht, die zuvor in begrenzten Soziotopen eingekapselt waren.

«Stiller Protest» nennt sich der Verein, der am Samstag, 20. März 2021 in Liestal eine Demonstration gegen die Corona-Massnahmen durchgeführt hat. Ein paar tausend Personen marschierten durch den Ort, ihrem Bekenntnis gemäss zumeist ohne Masken und Schutzabstände. Still war die Kundgebung durchaus nicht. Mit Symbolen, Parolen und Reden sandte sie eine Botschaft aus, und viele der Beteiligten verbreiteten diese nach Kräften in den Sozialen Medien. Zum Beispiel so:

Sogleich wurden diese und ähnliche Posts im Netz sarkastisch kommentiert. Das darf man selbstverständlich, denn wer mit seiner Meinung in die Öffentlichkeit geht, hat sich der Kritik zu stellen. Trotzdem: Die vielfach sehr witzigen Reaktionen im Netz hinterlassen ein etwas schales Gefühl. Machen sich da die Gebildeteren über die zu kurz Gekommenen lustig?

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Kommentare

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In Genf dürfen jetzt geistig behinderte Menschen auch an Wahlen und Abstmmungen teilnehmen und ich glaub es chund nüd drufah.

Dürfen sich die Gebildeten nicht über die Ungebildeten lustig machen? Umgekehrt passiert das ja auch.

Ja, die sozialen Medien sind ein Ventil gegenüber den regierungshuldigenden Staatsmedien. gut so. Parteien kriegen dies nicht hin, denn niemand unterstellt den sozialen Medien Hetze, Hass, Islamophobie, Rassismus, Faschismus usw. Sie sind nicht einklagbar, erfreuen sich der Narrenfreiheit, der Meinungsäusserungsfreiheit. Schlimm, nicht wahr?.

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