Können Kinder noch Kinder sein?

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Können Kinder noch Kinder sein?

Von Carl Bossard, 19.01.2015

Noch vor wenigen Jahren war die Kindheit ein Schonraum. Kinder konnten Kinder sein. Das hat sich gründlich geändert.

Von Carl Bossard

Noch nie war so viel von Frühförderung die Rede wie heute: Vivaldi hören im Mutterbauch, Mozart während des Stillens, spielerische Didaktik für Kinder in den Windeln, Bildschirmspielzeuge für Einjährige, Auslandsprachkurse für Kleine. Die Kindheit wird als Humankapital verstanden, das einzelne Kind optimiert wie ein Investment in die Zukunft. Kein Preis scheint zu hoch. Doch es gibt auch kritische Stimmen.

Die Angst vor dem sozialen Abstieg

Die Angst geht um. Vor allem in den erodierenden Mittelschichten. Es ist die Angst vor dem sozialen Abstieg. „Statuspanik“ und „Bildungspanik“ nennt dies der Soziologe Heinz Bude: Bildung als Positionsgut in den verschärften gesellschaftlichen Prestigekämpfen. Wenn alle zur Bildung gelangen und alle ein Attest in den Händen halten, sinkt der Wert des eigenen Diploms: Inflation von Bildungszertifikaten als Folge der Bildungsexpansion. In einem Bild gesprochen: Wenn alle im Stadion aufstehen, um eine bessere Sicht zu haben, sieht niemand besser, als wenn alle sitzen bleiben.

Das ist der Effekt breiterer Bildung und erweiterter Bildungstitel: Es wird enger, das Aufstiegsgeschiebe massierter, der „Fahrstuhl nach oben“ unsicherer. Je mehr Kinder Zugang zu Bildung bekommen, desto kleiner wird der Kuchen, der zu verteilen ist. Da gibt’s für bildungsambitionierte Eltern nur eines: die eigenen Kinder noch konsequenter fördern – und noch früher beginnen. Vom zarten Babyalter an. Und zwar intensiv. Sie müssen also nicht mehr wissen, sondern sie müssen es früher wissen. Das hat Konsequenzen: Kinder können nicht mehr Kinder sein. Sie sind Inhaber von Potential, werden auf Verwertbarkeit hin beobachtet und als Ressource im weitesten Sinne verstanden, als etwas, das optimierungsfähig ist. Ihr Alltag ist überdidaktisiert, die Woche durchgetaktet und die freie Zeit auf ein Minimum reduziert.

Das Kind als Sinncontainer

„Eltern haben heute weniger Kinder, in die sie mehr investieren; zudem sind ihre Erwartungen grösser“, schrieb der Erziehungswissenschafter Jürgen Oelkers von der Universität Zürich (NZZaS, 7.12.14). Kinder werden so nicht selten zum Projekt. In ihnen manifestiert sich die Essenz von Individualität. Das Kind wird zum Sinncontainer der Moderne und soll sich darum gefälligst perfekt entwickeln: Es muss intelligent sein, pfiffig, möglichst ein wenig frühreif; es soll Manieren haben, beliebt sein und immer ein bisschen besser als die Nachbarskinder. Diesen Druck spüren die Kinder, gibt die emeritierte Hochschullehrerin Margrit Stamm zu bedenken.

Man kennt sie, diese Helikopter-Eltern, die jeden Schritt ihres Kinds begleiten und überwachen, die ihren Nachwuchs unablässig umschwirren und mit gutgemeinten Ratschlägen eindecken. Kinder müssen heute darum viel mehr wahrnehmen und aufnehmen als früher. Yoga im Säuglingsalter ist gefragt, Englisch mit drei Jahren keine Ausnahme. Prototypisch ist die chinesisch-stämmige „Tiger Mom“ Amy Chua. Die US-Rechtsprofessorin an der renommierten Yale-University propagiert einen rigorosen Erziehungsstil. Nur so gelänge es chinesischen Müttern, ihre Kinder erfolgreich zu machen.

Doch irgendwann wird das ein totes Rennen. Was wird aus dem fünfjährigen Dreisprachler, der schon ein Instrument spielt, was aus dem Jung-Mathematiker, der Differentialgleichungen in den Windeln löst? Aus der Forschung kennen wir die Gefahren dieser Hochleistungspädagogik. Die Kindheit mag sich verändert haben, die Entwicklungsbedürfnisse der Kinder bleiben.

Frühere Einschulung – mit Folgen

Auch HarmoS hat den Schuleintritt nach unten gedrückt – und damit den Kindergarten. Er mutiert zu (Früh-)Schule. Erleben, Verweilen, Kind-Sein, das sind antiquierte Werte. Die Grundidee der Schule, die scholé, ist passé – statt dessen akademische Inhalte, naturwissenschaftliche Frühförderung, Normerfüllung bestimmter Curricula, Kinder am iPad, Zeichnen mit dem Notebook. Kita und Kindergarten werden so zunehmend zu Orten des Lernens.

Das passt zum Zeitgeist: Die Kinder sollen so früh wie möglich eingeschult und damit fit gemacht werden für den Arbeitsmarkt. Finnland dagegen, das mit seinen guten Pisa-Ergebnissen als Vorbild gilt, schickt die Kinder erst mit sieben Jahren in die Schule. Aus guten Gründen. Ein überforderndes Schulsystem macht krank. Aus unreifen Kindern würden kleine Erwachsene mit Verhaltensauffälligkeiten wie Angststörungen, Lernschwierigkeiten oder Aggressionen, schreibt DIE ZEIT (11.12.14). Eine kanadische Studie aus dem Jahr 2012 mit fast einer Million untersuchter Fälle zeigt, dass bei früh eingeschulten Kindern sehr häufig eine Aufmerksamkeitsdefizitstörung (ADHS) diagnostiziert wird. Als Folge erhalten die Kinder Ritalin verschrieben; dabei sind sie schlicht zu jung, um so lange still zu sitzen. Bei den Jüngsten eines Jahrgangs ist das Risiko am höchsten.

Das Recht des Kindes auf den heutigen Tag

Der polnische Arzt und Pädagoge Janusz Korczak (1878 – 1942) forderte für die Kinder ein Recht auf das Hier und Jetzt und auf unmittelbare Gegenwart. Er betonte das zwecklose Verweilen im Moment und das freie, ungeplante Spielen. Die Kindheit als autonomes Stadium dürfe nicht verzweckt werden, das ökonomische Kalkül der späteren Nützlichkeit habe kein Eintrittsrecht in diese vorschulische Welt.

Korczaks pädagogisches Postulat hatte es in den letzten Jahren schwer. Frühförderung ist ausgerichtet auf zielgerichtetes Tun; dabei stört das freie Spiel nur. Es sei nicht effizient und darum nutzlos. So ging die Spielzeit im vorschulischen Kinderalltag in den letzten 20 Jahren um ein Drittel zurück. Ein dramatischer Befund.

Das Spiel als Königsweg des Denkens

Mit Alltagsdingen sollten Kinder spielen können, fordert die Kulturwissenschafterin Donata Elschenbroich. Sie hat während Jahrzehnten am Deutschen Jugendinstitut die Kindheit erforscht. Kinder müssen sich mit unprogrammierten Rollen- und Als-ob-Spielen beschäftigen, mit Bauklötzen, Tüchern, Kartonschachteln usw. Überdeterminierte Spielsachen wie Plastikhelme, die sogar das Sprechen übernehmen, lassen der kindlichen Fantasie keinerlei Raum. Das sei Dauerbespassung ohne Eigeninitiative, schreibt Susanne Gaschke in ihrem Buch „Die verkaufte Kindheit“. Davor warnt auch die Begabungsförderungsspezialistin Margrit Stamm in ihrer neuesten Studie. (1)

Im unstrukturierten und selbstinitiierten Kinderspiel dagegen liegt die Basis zu den späteren kulturellen Leistungen Erwachsener: Rollenspiele zum Beispiel sind Vorgänger von Literatur und Theater, aus dem Spiel mit Bauklötzen wachsen Kunst und Architektur. Die Hände – und das wusste schon Aristoteles – sind der äussere Verstand. Das Spiel wird so zum Königsweg des Denkens und Problemlösens. Kinder brauchen diese freie (Spiel-)Zeit. Nur so können sie in ihrem eigenen Tempo die Dinge und damit die Welt für sich erschliessen. Die „Welt“ als Metapher für das Fremde, um es mit Wilhelm von Humboldt zu sagen, und Bildung als Wechselwirkung zwischen Ich und Welt.

(1) „Frühförderung als Kinderspiel. Ein Plädoyer für das Recht der Kinder aus das freie Spiel“. Bern 2014. Margrit Stamm ist Direktorin des Forschungsinstituts Swiss Education in Bern

Kommentare

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Was für eine unfreie Gesellschaft, welche an jedes Handeln und Tun den Maßstab der Zweckmäßigkeit anlegt.
Die Geringschätzung von scheinbar nicht zielgerichteter (also nicht effizienter oder ertragreicher und im ökonomischen Sinne nützlicher) Beschäftigung prägt eine solche unfreie Gesellschaft. Nicht nur der hier beschriebene Erziehungstrend ist hierfür bezeichnend, sondern es lässt sich auch an der Bildungsphilosophie heutiger Univärsitäten festmachen. Damit meine ich die zunehmende Ausrichtung vieler Fakultäten (insbesondere Ingenieurs-Fakultäten) auf die sog. berufliche Relevanz (zunehmende Anzahl firmennaher Stiftungsprofessuren).

"Finnland schickt die Kinder erst mit sieben Jahren in die Schule." Welch weiser und 'artgerechter', zutiefst menschlicher Entscheid! Wir aber stecken unsere Kinder, kaum sind sie dem Bauch der Mutter entschlūpft oder aus ihm heraus gezogen worden, in alle mōglichen Kinderaufbewahrungsstātten und schieben sie in Riesenkarrossen wie Fremdkōrper vor uns her. Die menschliche Spezies scheint im Umgang mit den Kindern wie ein Irrläufer der Entwickling.

>>Die Angst geht um. Vor allem in den erodierenden Mittelschichten....<<

aber waren es nicht die neuen Schriftgelehrten, auch Pädagogen, Kinder der sogenannten 68er Generation, die uns lehrten, dass das, was wir noch lernten und lehrten, doch eigentlich alles nur Blödsinn war!? Dominante und brutale Zwangs-Erziehung, reinste Misshandlung, und Menschenrechts-widrig in jedem Fall...!?

Leider aber, so wenig wie 99 von 100 Schweizern, die damals zur 68-er Generation gehörten, je begriffen, worum es den jungen Amerikanern damals überhaupt ging, so wenig verstanden die, die meinten, weil sie ja auch protestierten, deshalb auch zu wissen, wie man es wohl besser, oder zumindest Anders machen könnte.

Das Resultat der Bemühungen ist offensichtlich, oder besser gesagt, der Versuch ist misslungen. Vielleicht aber auch nicht, das aber hängt vom Standpunkt ab, im Staatswesen und seinen zugehörigen Dienstleister wird wohl niemand darüber unglücklich sein, dass es so kam. Und da die betroffenen Kinder ja sowieso nie wissen werden, wie es hätte sein können, die finden sich wahrscheinlich einfach besser damit ab, als Geschädigte eines Systems zu leben, dass seine eigenen Kinder als Versuchs-Kaninchen benutzte, um sich selber zu irgendwie finden.

Dem Staat werden sie diese Kinder es sicher nicht noch danken, dass er es ihren Eltern ermöglichte, ihre übernommene Verantwortung so einfach doch sehr problemlos auf irgendwelche Aemter abzuschieben.

Machen wir uns also noch auf Etwas gefasst. Die Unruhen um die Fussball-Match's sind ja bereits Teil davon, was uns zukünftig wohl noch vermehrt erwarten wird, weil wir politisch unfähig wurden, auch nur noch ein einziges, wichtiges Problem zu lösen.

Auch eine Folge der Schweizer 68er. Obwohl ich auch Einer bin, nur war ich damals in Uebersee..., also nicht mitschuldig.

L`articolo fà pensare molto....sono mamma di quattro figli e nonna di quattro nipoti,io mi chiedo,ma, l`amore vero,profondo e genuino verso i propi figli dov`è andato ....quei genitori ed educatori hanno perso il buon senso e in più non hanno capito qual`è il vero senso della vita.Il futuro del nostro mondo non è soltanto la tecnologia ecc....ma MOLTO,MOLTO di più.

Oft, leider zu oft und manchmal wegen Überforderung der Eltern erleben wir Schreck-Angsterlebnisse schon als Kleinkinder. Im Krabbelalter kommt noch immenser Erforschungsdrang dazu, wo ausgenommen durch eingreifende Autoritäten keinerlei Grenzen erkannt werden. Auf spielerischer Weise erkundigt man in späterer Kindheit die sich individuell umgebende Welt um alles und jedes auf die Probe zu stellen. Andauernde Bedürfnisversagung der Kinder jedoch, Verhinderung ihrer Eigenbedürfnisse führen zwangsläufig zu Frustrationen, zum Weg in die Neurose. Sollten die Wünsche der Eltern nach Ruhm für sie selbst, für Vorzeigekinder, dazu noch brav und angepasst zu sein dominieren, führt dies folglich zu Verdrängung ureigener Wünsche ihrer Kinder. Das Hauptgebot, du musst deinen Eltern willig und untertan sein, erinnert an die 10 Gebote die in Wirklichkeit im hebräischen Original nur Weisungen sind. (Gott war klüger und toleranter!) Selbstverständlich prägen Eltern durch Einflussnahme ihre Kinder und das ist auch gut so aber die Einflussnahme sollte nicht zur Dressur werden. Der Preis würde bedeuten eine permanente Angst vor Versagen und Höchstleistungen als Voraussetzung für die eigene Soziabilität. Das wäre in jedem Fall nicht gut ….oder nicht?...cathari

Ich bin längst im Grossmutter-Alter, habe aber selbst nie Kinder gehabt. Bin ich also in Gesellschaft von Altersgenossen deren ausschliessliches Gesprächsthema die unglaublichen Leistungen ihrer Enkel, sowieso immer die Klassenbesten, sind, gebe ich eine einzige Antwort: "Und wie glücklich ist das Kind?" Den Gesichtsausdruck der Leute sollten Sie sehen...

In diesem Zusammenhang ist mir auch aufgefallen, dass niemand mehr von "unserem Meitli, unserem Bub" spricht, es gibt nur noch statusgerecht Söhne und Töchter.

Eine super Einschätzung, Herr Bossard. Ein Danke reicht dafür nicht.

Ich muss vorausschicken, dass ich kinderlos bin, also zählt meine Meinung nur beschränkt. Sie ist aber immerhin unvoreingenommen, d.h. keine komplizierte Beziehung des Vaters mit der Mutter, wenn es um Erziehungsfragen geht.
Seit 15 Jahren habe ich vorwiegend mit Kopiloten aus dem asiatischen Raum zu tun. Jeder einzelne ist exakt durch die Stationen gegangen, welche Sie in Ihrem Bericht so treffend beschreiben. Nun kommt erschwerend dazu, dass diese Absolventen der besten Universitäten, respektive Ex-Kampfpiloten der Armee zeitlebens kompetitiv ihre Stammeszugehörigkeit unter Beweis stellen müssen/mussten. Dieses Denken hat auch für uns ausländische Piloten den zweifelhaften Nebeneffekt, dass wir gut daran tun, alle Gesetze und Vorschriften der christlichen Aviatik alle sechs Monate auswendig und in richtiger Reihenfolge dem Check-Piloten vorplappern zu können. Den Inhalt zu begreifen und zu verstehen, ist dabei völlig nebensächlich. In diesen Breiten ist man ein guter Berufsmann, wenn man jederzeit alles auswendig weiss.
Wollen wir so etwas bei uns im Westen? Kaum.
Ich muss mittlerweile an die siebenhundert Kopiloten kennen gelernt haben. Auf Langstreckenflügen über den Pazifik hat man zwischendurch etwas Zeit, ins persönliche Gespräch zu kommen. Ihre Stories gleichen sich wie ein Ei dem anderen. Eine glückliche Kindheit stelle ich mir jedenfalls anders vor, als Geigenspielen mit vier, oder schon mit zwei Jahren das iPad bedienen zu können.
Und trotzdem verlangen sie von ihren eigenen Kindern genau dasselbe...
Es gibt relativ wenige Studien zum erzieherischen oder intellektuellen Wert der Unterhaltungselektronik in Kinderhänden. Die Ergebnisse sind aber in etwa so, wie man sie sich vorstellt; der positive Effekt von Laptop- und Handybenützung ist sehr bescheiden.
Ich persönlich gehe sogar so weit, dass ich folgendes denke; verweigert man den Kindern das Smartphone bis zum Alter von 15 Jahren, benötigen diese Kids weniger als ein halbes Jahr, um den Wissensvorsprung ihrer Altersgenossen (mit extensiver Handyerfahrung...) aufzuholen . Smartphones verblöden zudem! Die Kinder haben kein Gefühl mehr für Zeit, Raum und vor allem für Zahlen. Sie schlittern deshalb auch eher in die Verschuldung. Sie verfügen über weniger emotionale Kompetenzen und kommunizieren nur noch elektronisch und in Chatrooms. Natürlich werden die Sätze vorher mit Googlewissen und Wikipedia-Smart-Assing so angereichert, dass man dann in der Community als toller Hirsch erscheint. Nun, man ist höchstens ein Glühwürmchen mit Anspruch auf Flutlicht.

Lasst die Kinder Kinder sein. Nur weil die Eltern es nicht geschafft haben Flutlicht zu werden, müssen sie nicht auch noch von ihren Sämlingen verlangen, besser als sie zu sein. Das ist nicht nur unfair, sondern mit Vater- oder Mutterliebe kaum in Einklang zu bringen. Lassen Sie, liebe Eltern, das Nachbarskind ruhig optimierungsfähiges Humankapital sein; Ihr Kind hingegen ist ein Mensch! Geben Sie Ihm Liebe und Geborgenheit. Der Rest kommt automatisch.

Ein guter, zum Nachdenken inspirierender Artikel. Diese Art von Leistungsgesellschaft ist der blanke Irrsinn. Denn sie macht zunehmend alle krank - auch die Kinder. Das Kindliche würde beinhalten: Sich zu entdecken, Vorlieben auszuleben, Musse haben, freie Zeit haben, sich der Welt in kleinen Schritten anzunähern. Aber genau das Gegenteil geschieht. Nicht verwunderlich, dass immer mehr Kinder mit Ritalin ruhig gestellt werden müssen. Mit diesem Leistungswahn wird eine spätere Elite herangezüchtet, die dermassen einseitig konditioniert sein wird, das einem Angst und Bange wird. So wird das nichts mit dem Wertewandel, der dringender denn je wäre, um die natürlichen Lebensräume zu erhalten, den Restbestand der Artenvielfalt zu schützen und nicht zuletzt die Lebensgrundlagen für die Menschheit zu sichern. Die Quittung dafür wird den Gesellschaften mit Bestimmtheit serviert werden.

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