Kathy Riklin

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Kathy Riklin

Von Gastkommentar, 06.05.2011

Wir schauen immer noch mit Entsetzen und Mitgefühl nach Japan. Am 11. März - wieder einmal war es der 11. des Monates - wurde die Erde in Japan erschüttert. Das viertstärkste je registrierte Erdbeben verursachte Tausende von Toten, zerstörte ganze Städte und wichtigste Infrastrukturen. Und das Unmögliche trat ein, die Tsunami-Flutwelle löste eine atomare Katastrophe aus. Warum haben die Japaner es zugelassen, sechs Reaktoren direkt an die äusserst gefährdete Pazifikküste zu bauen?

Doch ein Ereignis hat mich als Naturwissenschafterin und Geologin ganz besonders aufgerüttelt. Durch die vom Erdbeben ausgelösten enormen Massenverschiebungen wurde die Erdachse um 10 Zentimeter ver-rückt. Für die Wissenschaftsgemeinschaft ist dies ein Ereignis, das zeigt, welch gewaltige Kräfte im Innern der Erde vorhanden sind. Die Energie der Erde ist stärker als alle Kräfte der Menschheit.

Dies ist für mich ein wichtiges Signal. Es sollte uns zu mehr Vorsicht und Verantwortung gegenüber der Schöpfung anhalten. Denn unsere Gesellschaft ist immer übermütiger geworden. Die freie Natur ist ent-rückt. Kinder und Jugendliche sitzen lieber vor dem Bildschirm und spielen mit I-Pod und Computer. Die technischen Errungenschaften sind zur Selbstverständlichkeit geworden. Eine Spaziergang im Wald, eine Wanderung in den Bergen – wie langweilig.

Eigentlich hätte ich erwartet, dass nach dem 11. März der Elektrizitätsverbrauch in der Schweiz um 20 Prozent sänke. Denn das Sparpotential ist - ohne Einbussen - gross in unserem Land. Verrückt – wie die Erdachse - wurde vor allem aber das Politsystem. Grüne Symbolhandlungen, kaum Verhaltensänderung. Und die Perversion der Rechten: Die 100 000 zugewanderten Arbeitskräfte sollen an allem Schuld sein.

Ich und viele überlegte Kräfte in der CVP haben sich immer für Respekt, erneuerbare Energien und Klimaschutz eingesetzt. Die politischen Extreme sind lauter. Doch die zunehmende Polarisierung bringt keine Lösungen für die vielen Herausforderungen, die in der Schweiz anstehen.

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Niemand hat gesagt, dass zugewanderte Arbeitskräfte an allem schuld sind. Zugewanderte Arbeitskräfte führen zu einem Bevölkerungswachstum in der Schweiz. Je mehr Menschen in der Schweiz leben, desto höher der Energiebedarf. Weil mehr Menschen eben auch mehr Energie benötigen.

Man sollte aus dem Ereignis in Japan die richtigen Schlüsse ziehen. Es zeugt von kurzfristigem Denken wenn man versucht daraus ein Wahlkampfthema für die Gesamterneuerungswahlen 2011 zu machen.

Die richtigen Schlüsse zieht man indem man schaut was in Japan weshalb versagt hat und dann überprüft ob dies auch in der Schweiz möglich wäre. Wenn dem so ist, müssen die Mängel behoben werden und die Sache ist erledigt.

Als Politikerin einer Bundesratspartei haben Sie es in der Hand für eine sichere und wirtschaftlich vernünftige Energiepolitik zu sorgen.

MfG A. Müller, dailytalk.ch

Bei uns mindestens "ein Leben im goldenen Käfig"! Dieses in einer Zeit des verherrlichten Materialismus gewachsene Bedürfnis nach bequemer Unterhaltung führt uns in den Status des Verbrauchers ( bei uns heissen wir wenigstens noch Konsumenten was aber schlussendlich dasselbe bedeutet.) Mensch als Ware anstatt der wahre Mensch... ein Zitat von Pfarrer Sieber Zürich! Die Erdachse scheint 10 cm verrückt.....wir sind es aber um Kilometer! Wenn man AKWs au bord du Mer baut, hat man die Chance den sonst schon alles schluckenden Oceanen zusätzlich den radioaktiven Müll zuzumuten der dann in der Nahrungskette wieder auftaucht.....ev. bei ihrer Tochter als Leukämie. In einer subtilen Propaganda wird uns die erneute Katastrophe bereits wieder als Restrisiko verkauft und Stresstests für die Meiler sind so gehalten dass wir die Resultate als akzeptable Werte der Sicherheit gustieren. Sind wir nicht zu Rasern auf dem Lebensweg geworden? Die wirkliche Angst der Energiekonzerne basiert auf der Furcht vor Dezentralisierung der Energiegewinnung und dem daraus resultierenden Machtverlust.....oder etwa nicht? Eine gute Basisversorgung auch für die Industrie und daneben ein aufbauendes gefördertes dezentrales Versorgungssystem wäre umweltfreundlich und zugleich krisensicherer. ( Kriege,Umweltkatastrophen, Unfälle oder Terroranschläge gemeint) Deutschland geht den Weg voran und wir sollten ihm folgen. Machtverlust tut weh,aber es wäre zum Wohle der Gemeinschaft und unserer Kinder.AKW`s sind schlummernde Feinde....wehe wenn sie geweckt werden!

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