Fragwürdige Israelfreunde

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Fragwürdige Israelfreunde

Von Uri Russak, 30.04.2013

Der Autor dieses offenen Briefes ist in der Schweiz aufgewachsen und lebt seit vielen Jahren in Israel. Er wendet sich gegen religiöse Vereinnahmung und gegen die reflexartige Verteufelung von Kritik an Israel.

In der Schweiz gibt es nicht nur extremistische Linksradikale, die Israel hassen wie den Beelzebub, es gibt auch Rechtsradikale mit peinlichem religiösen Hintergrund – unter andern stark vertreten durch evangelikale Christen, die Israel ausschliesslich eschatologisch auf biblischem Hintergrund verstehen wollen. Dieser Brief soll alles andere als eine pauschale Anklage an christliche Israelfreunde sein. Denn die Mehrheit will den Staat der Juden und ihr Verhältnis zu ihm bestimmt so, wie es eine christliche Freundin (und Mitglied der Schweizer Jerusalemgruppe) beschreibt: „… obwohl unsere Freunde und unsere Familie bekennende Christen sind, will niemand von uns den Juden oder Israel etwas vorschreiben. Schon gar nicht punkto Religion.“

Der untenstehende Brief ist vor kurzem den Mitgliedern der Jerusalem-Gruppe gesandt worden. Er wurde für die Veröffentlichung im Journal21 leicht bearbeitet. Die Reaktion war gemischt, von Beifall bis zu unsachlich und beleidigt. Auch hier wird sehr viel unter den Tisch gewischt. Ich will bewusst keine Namen nennen. Von aussen kann nur auf Probleme aufmerksam gemacht werden. Diskutiert und gelöst werden müssen sie von den Mitgliedern selbst.

Liebe Freunde,

Seit einigen Jahren bin ich im Kontakt mit Mitgliedern der Jerusalem-Gruppe, vor allem mit einzelnen Mitgliedern, unter denen ich inzwischen gute Freunde gewonnen habe. Wir unterstützen uns gegenseitig in Gesprächen und schreibend. Auch bin ich auf eurem Verteiler. Das freut mich.

Schindluder mit dem Antisemitismus-Begriff

Doch in den letzten, sagen wir mal zwölf, Monaten hat sich in der Jerusalem-Gruppe etwas verändert. Wenigstens teilweise ist die bisherige Unterstützung Israels, begründet auf Sympathien für den demokratischen modernen Staat, einem Pro-Israelismus gewichen, dessen Motivation mehr als zweifelhaft ist. Er beruht auf religiösen evangelikalen Dogmen, mit der Endzeit im Visier (in der renitente Juden, die nicht zum Christentum übertreten wollen, in die Hölle verdammt werden sollen.)

Eine fundamentalistische Besserwisserei hat Einzug gehalten. Fakten werden nicht beachtet, Fragen nur noch sehr wenige gestellt – als wäre jeder ein Experte, obwohl es kaum einer ist. Reflexe statt Nachdenken scheinen überhand zu nehmen; wenn etwas als „anti-israelisch“, wahrgenommen wird, egal ob wirklich oder auch nur subjektiv so empfunden, wird hysterisch aufbegehrt, ohne es auch nur wirklich statt oberflächlich (oder überhaupt nicht) geprüft zu haben.

Dann werden E-Mails geschrieben, vor allem unter einander oder gar Briefe an Redaktionen, deren Mitarbeiter nun wirklich nicht alle Antisemiten sind. Mit dem Wort „Antisemitismus“ wird Schindluder getrieben und Leute, die es überhaupt nicht verdienen, damit „ausgezeichnet“.

Mit Bibelsprüchen ist kein moderner Staat möglich

Meine jahrzehntelange Erfahrung als Israeli hat mich vor allem zur Überzeugung gebracht, dass Israel kein Staat der jüdischen Religion sein darf, sondern ein Staat des jüdischen Volkes, in dem Minderheiten gleiche demokratischen Rechte und Chancen haben wie jüdische Bürger. Das Judentum besteht nur teilweise aus seiner Religion, die sich als einziges der jüdischen Kultur in Israel kaum weiterentwickelt hat. Wie jede andere Religion ist sie auch hier völlig rückwärtsgewandt und reaktionär. Radikales Judentum würde unseren jüdischen Staat ins Unheil führen, lässt sich doch mit Bibelsprüchen und antidemokratischem Gebahren kein moderner Staat führen.

Aus dieser Sicht finde ich es sehr störend, wenn sich heute jüdische und nichtjüdische „Israelfans“, denen vor allem zeitgemässes Schlüsselwissen über das heutige Israel und seine Geschichte (nicht nur die des alten vorstaatlichen Zionismus) fehlt. Sie sprechen meist kein Hebräisch und können sich deshalb nur ein begrenztes Bild über das Land und dessen Situation machen. Doch sind sie unter keinen Umständen bereit, ihre vorgefassten und oft veralteten Ideen einer Prüfung zu unterziehen. Kurz, sie sind kritikunfähig und völlig festgefahren in einer Sicht gegenüber Israel, die der Realität nicht entspricht.

Nicht im Sinne unseres jüdischen Vorfahren Jesus

Eine zweite Gruppe von „Israelfans“, der ich ein wenig ratlos gegenüberstehe, sind besserwisserische christliche Fundamentalisten, deren Motivation mir oft suspekt ist. Sind es Endzeitler, die tatsächlich wollen, dass wir Juden, wenn endlich und endzeitlich der Messias kommt, zur Hölle fahren, falls wir uns nicht für das Christentum entscheiden? Ist das die Motivation für die rabiate und ignorante Israelunterstützung dieser Kreise, die wahllos und übereifrig alles angreifen, was nur im entferntesten als antiisraelisch ausgelegt werden kann? Ich weiss es nicht, doch diese Frage lässt mich (aber auch andere Juden) nicht los.

Würde sich mein Verdacht bestätigen – ja dann, liebe Fundis und Evangelikale, dann lieber ohne euch. Unser jüdischer Vorfahre Jesus, als guter Mensch und Rabbi beschrieben, für Liebe und gegen Hass predigend, könnte sich darüber im Grab umdrehen. In diesem Zusammenhang muss daran erinnert werden, dass die Grundlage für den jüdischen Staat Israel nicht die Bibel, sondern der politische Zionismus eines Theodor Herzl ist. Israel wurde von prinzipiell säkularen Pionieren aufgebaut, nicht von gottesgläubigen Juden, die ihn teilweise noch heute ablehnen, ja bekämpfen.

Eiferertum ist Zeitverschwendung

Verschiedentlich habe ich einigen unter euch geschrieben, eure Pro-Israel-Tätigkeit den heutigen politischen Gegebenheiten anzupassen. Einander Briefe zu schreiben und damit zu prallen, wie man diesem oder jenem Redaktor eingeheizt habe, ist Zeitverschwendung und fällt jenen in den Rücken, die der lobenswerten Absicht sind, Israel sei als demokratischer Staat mit einem humanistischen Lebensstil zu stützen und zu verteidigen.

Ehud Barak hatte recht, als er sagte, Israel sei eine Villa im Dschungel. Mehr denn je entspricht das den Tatsachen. Ein Blick über die Staatsgrenzen genügt, um das zu bestätigen. Nicht nur das, sondern jegliche Hoffnung auf eine in absehbarer Zeit erfolgende Änderung in der arabischen Welt ist äusserst zweifelhaft. Baraks Aussage gilt vor allem in diesem Kontext.

Rassismus muss auch in Israel kritisiert werden

Wir leben gut in Israel, sind stolz auf seine Leistungen, beobachten aber kritisch Regierung und Mächtige im Lande. Es gibt noch viel zu tun und noch mehr zu ändern oder zu verbessern. Und im grossen Ganzen tun die Medien ihren Job - zu beobachten und Licht auf Fragwürdiges werfen - mit Erfolg und Wirkung. Israel ist eine äusserst lebendige Demokratie und vieles wird hinterfragt, so wie es in einer wirklichen Demokratie sein muss.

In den vergangenen Jahren hat sich leider in gewissen Kreisen ein Hass entwickelt, ein Rassismus gegen alles Fremde, wie Araber und Andersgläubige. Ein israelischer Faschismus, um es ehrlich zusagen. Das war nicht immer so. Dieser Zustand muss wieder enden und darf keinesfalls aus dem Ausland unterstützt werden. Phobien haben keinen Platz in der menschlichen Gesellschaft. Verallgemeinert darf nicht werden. Der Vergleich mit der arabisch-palästinensischen Welt ist unstatthaft, denn er bringt uns Israelis auf den niedrigsten gemeinsamen Nenner mit unseren Feinden.

Geht unters Volk

Diese zu bekämpfen, darf nicht auf hirnlosen Reflexen beruhen, nicht auf Hysterie, sondern muss sich konzentreieren auf das Erhalten eines Charakters von Israel, auf den wir stolz sein können. So stolz wie auf Israels Erfolge in Technologien, Wirtschaft und Verteidigung sowie die seinen Feinden diametral entgegengesetzten menschlichen Werte.

Geht auf die Strasse, meine Freunde, geht unters Volk und führt die Diskussion dort, wo sie ankommen muss. Das Israel-Zelt bei der Pestalozziwiese an der Zürcher Bahnhofstrasse ist das Vorbild - wenn auch riskanter, als Briefe zu schreiben. Doch es gibt noch viele andere Möglichkeiten das Israel-Anliegen an die Öffentlichkeit zu bringen. Das, statt schon Überzeugte zu überzeugen – ein Leerlauf und eine völlig und ausschliesslich selbstbefriedigende Zeitverschwendung.

Mit lieben Grüssen, Euer Paul Uri Russak

(ehem. Co-Präsident des Schweizerischen Zionistenverbandes und Präsident von ARZA Schweiz, dem politischen Arm der weltweiten jüdischen Reformbewegung)

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Kommentare

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Nichts ist bösartiger als ein verschmähte(r) LiebhaberIn. Der künftige Name der Jerusalemgruppe könnte lauten: "Helvetische Al-Kuds Brigade"

http://rememberamalek.blogspot.co.il/

Phobien haben keinen Platz in der menschlichen Gesellschaft.......Wie bitte? Wir dürfen keine Angst (Phobie) haben? Haben Israelis keine Angst vor den iranischen Drohungen? Haben assyrische Christen keine Angst vor den Rebellen? Dürfen Christen in der Türkei eine Angst vor der Religion des Friedens haben?

Phobien haben keinen Platz in der menschlichen Gesellschaft.......Wie bitte? Wir dürfen keine Angst (Phobie) haben? Haben Israelis keine Angst vor den iranischen Drohungen? Haben assyrische Christen keine Angst vor den Rebellen? Dürfen Christen in der Türkei eine Angst vor der Religion des Friedens haben?

Lieber Uri, ich habe J21 angeklickt um Deinen Artikel zu lesen. Im Prinzip muss ich Dir Recht geben. Aber Du hast es mit religiös-politischen Fundamentalisten zu tun, und sitzt deshalb im Kot. Wie ich in Deinem Blog kommentierte: das geht nicht, Fundamentalisten zu überzeugen, wer mit Jesus auf Du & Du ist, hat immer Recht. Wie bei den Muslims und Scientology. Zudem, gegen Jesus‘ Büttel hast Du keine Chance.

Hier ist mein Blog: http://rememberamalek.blogspot.co.il/

Lieber Herr @ meir brom …Erinnerungen an damals als die Schweiz genau wie Israel in ständig bedrohter Lage war. Wir erahnen den Druck und verstehen die dadurch entstehenden Überreaktionen die dann mancherorts zu heftiger Kritik führen. Man muss in den Mokassins des anderen schon einige Meilen gelaufen sein um seine Weltsicht zu begreifen ( Indianisches Sprichwort ) Im Verhältnis zur Einwohnerzahl hatte die Schweiz in jener Zeit die höchste Anzahl Flüchtlinge aufgenommen ohne durch Überreizung die Nazis zum Einmarsch zu bewegen. Dadurch gelang es sowohl das eigene Land wie auch die vielen Flüchtlinge zu schützen. Nicht alles ist immer sauber gelaufen, aber wo läuft schon alles sauber? Es gibt jedoch schon Kräfte in der Welt, denen es wirklich eher um die religiöse Wiedereroberung Jerusalems geht als um Israel….die .sind jedoch vernachlässigbar…eben Eiferer.

Lieber Uri!

Ich habe Deinen Artikel bezueglich der Jerusalemgruppe gelesen. Ich habe auch versucht im Journal zu reagieren – ist mir scheinbar nicht gelungen. So moechte ich Dir halt persoenlich meine Meinung zu diesem Artikel mitteilen.

Ich weiss nicht was in Dich gefahren ist so einen Artikel zu schreiben. Ich habe Verbindung zu einigen Mitgliedern dieser Gruppe, ich lese ihre Reaktionen, ich sehe ihren Einsatz fuer den in aller Welt zum grosen teil in luegenhafter Weise verleumdeten Judenstaat. Ich habe auch schon von Leuten dieser Gruppe berechtigte oder weniger berechtigte Kritik am politischen oder militaerischen Verhalten Israels gehoert gelesen. Ja diese Leute bezeugen Treue zu Israel. Das ist eine Raritaet in unseren Tagen Vielleicht uebertreiben sie manchmal ein wenig? Nu und? Angesichts dieser weltweiten ungeheuren Luegenpropaganda gegen Israael kannst Du es wirklich nicht ertragen wenn es da eine kleine Gruppe von Schweizern gibt welche sich manchmal tagtaeglich fuer Israel einsetzen? Hast Du Dich selber mal gefragt was Dich dazu bewegt, was deine vielleicht Dir selber nicht bekannte oder erkannte Motovation ist diese anstaendigen Leute so in der Oeffentlichkeit zu atacktieren? Ja da schreibst Du dass sie evagelikanische Beweggruende haben – dass sie hoffen-glauben vielleicht beten dass diese Juden am Ende aller Tage sich zu Jesus bekennen. Uri! Geht es Dir noch gut? Bist Du vielleicht ein Ultraortodoxer Chareidi geworden der ueberall Mission riecht. Nehmen wir an es gibt unter ihnen solche die wirklich daran glauben. Macht Dir das Angst? Mir auf jedenfall nicht. Ich freue mich dass sie zu uns stehen und ihr Glauben sollte weder mich noch Dich stoeren. Wir wollen doch tolerant sein- nichtwahr lieber Uri?

Bleib Gesund – schreibe weiter Deine Tagebuecher aber etwas ausgewogener

Freeundlichst

Meir Brom

Hallo Frau Nudnikit. Ob Sie nun mit dem "Nudnik von der Jerusalemgruppe" identisch sind oder nicht, unanständig sind Sie auf jeden Fall, sonst würden Sie Ihren richtigen Namen unter Ihren Kommentar setzen.

Offenbar betrachten es die Verantwortlichen von Journal21, als "journalistischen Mehrwert", wenn ein früher mal begnadeter - inzwischen in die Jahre gekommener - Journalist mit Leuten, die nicht in jedem Punkt exakt seine Meinung teilen, öffentlich abrechnet. Russak legt hohen Wert auf Toleranz. In Bezug auf seine Meinung duldet er aber keinerlei Widerspruch.

Also so etwas! Frau B. legt den Finger auf den Punkt: warum schiesst dieser Uri R. so scharf, und warum kann sich der "Nudnik" mit seinen dummen Fragen nicht mit seinem wirklichen Namen outen? Warum sollen wir gläubigen Christen, die die Zweistaatenlösung vehement ablehnen und für ein "biblisches" Israel votieren, vom jüdischen "Antichristen" und vom "berechtigten Tod aller Juden, die nach der messianischen Niederkunft, die kommen wird, noch immer nicht gläubig werden, "Antisemiten" sein? Warum? Wir glauben auch innig an das jüdische Alte Testament, das doch so klar auf die in den Evangelien bestätigte Gottessohnschaft unseres Herrn Jesus hinweist! Was soll da "antisemitisch" sein, auch wenn wir, die wir die Juden doch so innig lieben? Was soll schlecht sein, wenn wir auf die Wahrheit des Neuen Testamentes hinweisen? Was ist nicht gut, wenn wir auf dieser Basis uns voll und ganz für den Staat Israel einsetzen, der als Endziel wieder in biblischen Grenzen überleben soll? Was ist daran nicht gut?

Uri Russak hat schon intelligentere Artikel geschrieben. Ist es nicht peinlich, unwürdig und unfair, wenn jemand eine persönliche Abrechnung öffentlich austragen muss? Ist das neuerdings das Niveau von Journal 21? Dann muss ich in Zukunft nicht mehr hineinschauen. Was mich aber nun wirklich ärgert, sind die jämmerlichen Feiglinge, welche nicht einmal bereit sind, mit ihrem Namen zu ihrer Meinung zu stehen. Wer weiss schon, ob "Nudnik von der Jerusalemgruppe" tatsächlich Mitglied dieser Gruppe ist?

Aus dem zarten und ständig bedrohten Pflänzchen von damals ist ein stattlicher Baum geworden. Durch die Verlässlichkeit des Freundes USA ist Selbstbewusstsein an die Stelle von ängstlicher Gereiztheit getreten. Die ständige existentielle Bedrohung wurde zudem durch eine schlagkräftige Armee abgemindert. Die lebendige und gut funktionierende Demokratie steht wie ein Leuchtturm im Nahen-Osten und strahlt weit darüber hinaus. Trotzdem hat das gelobte Land Israel nun ein zusätzliches Problem. Im Focus verschiedener Religionen stehend, kommen aus diversen Ecken der Welt Ansprüche und Ratschläge. Eine ständige Aufgabe wird sein, Staat und Religion/en auf Abstand zu halten. Sie alle sollten sich nur als Gäste sehen und begreifen. Das unterschwellige Empfinden von ständig zunehmenden Werteverlusten im Okzident wie im Orient führt in einigen Ländern zu abstrusem Religionsfanatismus. Basis Instinkte und Fundamentalismus sind das Resultat. Denen scheint es jedoch nicht um den Staat Israel zu gehen, sondern eher um die Christianisierung des Judentums. Die schleichen sich gerne ein wie Wölfe im Schafspelz. Es wird eine Herkulesarbeit sein sich Eiferer vom Hals zu halten und eine vernünftige demokratische und unabhängige Politik ohne Störungen konsequent weiter zu führen.

Die Wahrheit zu hören, tut manchmal weh!

Heutzutage hat man den Eindruck, dass es nur noch wenige wirkliche Freunde Israels gibt. Die Israelhasser haben Hochkonjunktur.

Wer ist aber nun ein "echter" Freund Israels? Ist es derjenige, der alles, was in Israel vor allem auf der äussersten Rechten geschieht, als einzig richtig sieht? Oder ist ein echter Israelfreund derjenige, der auch politische "Irrtümer" wahrnimmt und sie sogar kritisiert?

Ist jemand, der Israel auf einer evangelikal-endzeitlichen Ebene "liebt" ein echter Freund Israels und der Juden, der sich nach der Endzeit sehnt mit der "Messias-Niederkunft" und dem Tode aller Juden, die dann wieder einmal mehr diesen Messias nicht erkennen wollen?

Oder ist derjenige ein wirklich echter Israelfreund, der den heutigen jüdischen Staat Israel mit all seinen Kanten, Ecken und menschlichen Fehlern, einfach so akzeptiert, wie er ist?

Herzlichen Dank für die klaren und vernünftigen Worte!

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