Ein Foto macht Politik

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Ein Foto macht Politik

Von Journal21, 12.04.2019

Das „Foto des Jahres“ der „World Press Photo“-Organisation zeigt eine zweijährige honduranische Asylsuchende an der mexikanisch-amerikanischen Grenze.

Das Mädchen schreit, weil es von seiner Mutter getrennt wurde. Die beiden waren über den Rio Grande von Mexiko in die USA gelangt und von US-Grenzschützern festgenommen worden. Die Mutter wurde dann ohne ihre Tochter nahe der Grenze in McAllen (Texas) festgehalten.

Tausende Kinder illegaler Einwanderer waren im Sommer 2018 nach dem Grenzübertritt von ihren Eltern separiert worden, was in der Öffentlichkeit einen Sturm der Empörung ausgelöst hatte.

Die Regierung Trump verordnete schliesslich, dass Kinder nicht mehr von ihren asylsuchenden Eltern getrennt werden dürfen. Das jetzt prämierte Foto trug wesentlich dazu bei, dass die amerikanische Regierung ihre bisherige Praxis änderte.

Alice Martins, ein Jurymitglied der „World Press Photo“-Organisation, sagte: „Das Bild zeigt eine andere, psychologische Art der Gewalt.“ Aufgenommen wurde das Foto am 12. Juni 2018 vom amerikanischen Fotografen John Moore, der für die Foto-Agentur Getty Images arbeitet. Der Preis ist mit 10’000 Dollar dotiert.

Das Mädchen wurde dann mit ihrer Mutter wiedervereint; beide wurden anschliessend in mehreren Haftzentren untergebracht, bevor sie dann freigelassen wurden. (Foto: Keystone/EPA/World Press Photo/John Moore/Getty Images)

(J21)

Kommentare

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Instrumentalisierung dieses Bilds, die zeigt, wie weltweite Propaganda funktioniert.

Kopiert aus einem deutschen Blog:

Das Kind war auf dem Arm; es sollte nur kurz runter, um die Mutter zu durchsuchen. Darauf heulte es los. Als die Durchsuchung vorbei war, durfte das Kind wieder auf den Arm. Alles gut. Gemeinsam kamen Mutter und Kind dann per Van in die Erstaufnahme. Das zeigt auch die endlose Fotoserie von John Moore – mitnichten ein „Schnappschuss“, sondern Dauerfeuer, bis die Speicherkarte voll ist – die die beiden bis zum Einsteigen in den Transporter zeigt. Die Fotoserien sind mit Google Bildersuche "John Moore" zu finden.

Moore selbst, der pro bedingungslose Einwanderung von jedem, der rein will, ist, hat das auf Instagram und im Esquire beschrieben.

Aufgrund einer solchen herzergreifenden Foto wird das Elend medial unter die Leute gebracht und alle sind ob einer solchen Ungerechtigkeit entsetzt und verschaffen sich in den social medias ihrem Ärger Luft. Heuchlerischer geht es nicht mehr. Aber so funktionieren die Medien heutzutage. Und die Betroffenheitsrituale der Zuseher.

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