Die Invasion in Bildern

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Die Invasion in Bildern

Von Heiner Hug, 05.06.2019

Vor 75 Jahren landeten 176’000 vorwiegend amerikanische und britische Soldaten in der Normandie. Elf Monate später brach das Hitler-Reich zusammen.

Es ist die grösste Militäroperation aller Zeiten. Insgesamt drei Millionen allIierte Soldaten nehmen daran teil.

Die Deutschen waren auf einen Angriff vorbereitet. Sie wussten nur nicht, wo genau die Alliierten landen würden. Monatelang bauten sie am Atlantik und am Ärmelkanal Sperren auf, um eine Landung zu verhindern.

Deutsches Bundesarchiv, Propagandakompanien der Wehrmacht, Bild 101I-300-1872-05, Fotograf: Karl Müller, Juni 1944
Deutsches Bundesarchiv, Propagandakompanien der Wehrmacht, Bild 101I-300-1872-05, Fotograf: Karl Müller, Juni 1944

Aufbau des „Atlantikwalls“: Deutsche Soldaten mit Baumaterial am Strand. (Deutsches Bundesarchiv, Propagandakompanien der Wehrmacht, Bild 101I-300-1872-06, Fotograf: Karl Müller, Juni 1944)
Aufbau des „Atlantikwalls“: Deutsche Soldaten mit Baumaterial am Strand. (Deutsches Bundesarchiv, Propagandakompanien der Wehrmacht, Bild 101I-300-1872-06, Fotograf: Karl Müller, Juni 1944)

Deutsche Soldaten bei der Errichtung eines Stacheldrahtzauns an der Kanalküste. (Deutsches Bundesarchiv, Propagandakompanien der Wehrmacht, Bild 101I-300-1872-07, Fotograf: Karl Müller, Juni 1944)
Deutsche Soldaten bei der Errichtung eines Stacheldrahtzauns an der Kanalküste. (Deutsches Bundesarchiv, Propagandakompanien der Wehrmacht, Bild 101I-300-1872-07, Fotograf: Karl Müller, Juni 1944)


Ein deutscher Fallschirmjäger mit Flak-Maschinengewehr. (Deutsches Bundesarchiv, Propagandakompanien der Wehrmacht, Bild 101I-582-2122-33, Fotograf: Toni Schneiders, Juni 1944)
Ein deutscher Fallschirmjäger mit Flak-Maschinengewehr. (Deutsches Bundesarchiv, Propagandakompanien der Wehrmacht, Bild 101I-582-2122-33, Fotograf: Toni Schneiders, Juni 1944)

Holzpfähle wurden an der Küste errichtet. Sie sollen Luftlandungen der Alliierten verhindern. Die Anlagen wurden auch "Spargelfelder" genannt. (Deutsches Bundesarchiv, Propagandakompanien der Wehrmacht, Bild 101I-582-2122-31, Fotograf: Toni Schneiders, Juni 1944)
Holzpfähle wurden an der Küste errichtet. Sie sollen Luftlandungen der Alliierten verhindern. Die Anlagen wurden auch "Spargelfelder" genannt. (Deutsches Bundesarchiv, Propagandakompanien der Wehrmacht, Bild 101I-582-2122-31, Fotograf: Toni Schneiders, Juni 1944)

Ein deutscher Kameramann (Filmberichter) einer Propagandakompanie der Wehrmacht bei der Arbeit. (Deutsches Bundesarchiv, Propagandakompanien der Wehrmacht, Bild 101I-721-0399-16, Fotograf: Wagner, Juni 1944)
Ein deutscher Kameramann (Filmberichter) einer Propagandakompanie der Wehrmacht bei der Arbeit. (Deutsches Bundesarchiv, Propagandakompanien der Wehrmacht, Bild 101I-721-0399-16, Fotograf: Wagner, Juni 1944)

AMERIKANISCHE UND BRITISCHE VORBEREITUNGEN

Die USA hatten sich schon lange auf die Invasionen in Süditalien und in Frankreich vorbereitet. Das Bild zeigt Manöver von U. S. Marines in der amerikanischen Marine-Basis Camp Lejeune.

Foto: US-Office of War Information
Foto: US-Office of War Information

Vor der Invasion machen tieffliegende amerikanische Aufklärungsflugzeuge Bilder von der französischen Kanalküste. (Foto: AP)
Vor der Invasion machen tieffliegende amerikanische Aufklärungsflugzeuge Bilder von der französischen Kanalküste. (Foto: AP)

Auch an englischen Küsten wurde die Invasion geprobt. (Foto: Library of Congress, Washington)
Auch an englischen Küsten wurde die Invasion geprobt. (Foto: Library of Congress, Washington)

Oberkommandierender der Invasion ist der amerikanische General Dwight D. Eisenhower. Wenige Stunden vor dem Angriff lässt er den Truppen eine Botschaft zukommen.

„You are about to embark upon a great crusade, toward which we have striven these many months. The eyes of the world are upon you. We will accept nothing less than full victory! Good Luck!“

Doch ein Gelingen der Operation „Overlord“ stand keineswegs fest. Das wusste auch Eisenhower. So bereitete er einen zweiten Brief vor, der bei einem Scheitern der Invasion veröffentlicht worden wäre und in dem er die Verantwortung für den Misserfolg übernimmt. Die Botschaft trägt den Titel: „In case of failure“

„Our landings in the Cherbourg-Havre area have failed to gain a satisfactory foothold and I have withdrawn the troops. My decision to attack at this time and place was based upon the best information available. The troops, the air and the Navy did all that Bravery and devotion to duty could do. If any blame or fault attaches to the attempt it is mine alone.“

In der Aufregung datierte er den Brief auf den 5. Juli statt auf den 5. Juni.

Eisenhowers „zweiter“ Brief. (Bild: U.S. National Archives)
Eisenhowers „zweiter“ Brief. (Bild: U.S. National Archives)

DIE LANDUNG

In den frühen Morgenstunden des 5. Juni 1944 setzt sich die grösste Armada, die je Englands Küste verlassen hat, in Bewegung.

Das Bild, das von den deutschen Propagandakompanien aufgenommen wurde, zeigt im Hintergrund die Ankunft der Invasionsflotte. (Deutsches Bundesarchiv, Propagandakompanien der Wehrmacht, Bild 101I-493-3363-17, Fotograf: Siedel, Juni 1944)
Das Bild, das von den deutschen Propagandakompanien aufgenommen wurde, zeigt im Hintergrund die Ankunft der Invasionsflotte. (Deutsches Bundesarchiv, Propagandakompanien der Wehrmacht, Bild 101I-493-3363-17, Fotograf: Siedel, Juni 1944)
Neben 176'000 Mann werden 20'000 Fahrzeuge und viele Tausend Tonnen Material über den Kanal befördert. 20'000 Mann Luftlandetruppen werden hinter den deutschen Linien abgesetzt. (Foto: U.S. Center of Military History)
Neben 176'000 Mann werden 20'000 Fahrzeuge und viele Tausend Tonnen Material über den Kanal befördert. 20'000 Mann Luftlandetruppen werden hinter den deutschen Linien abgesetzt. (Foto: U.S. Center of Military History)

Die Deutschen sind vom Angriff überrascht. Die Täuschungsmanöver der Alliierten hatten verfangen. Der deutsche Generalfeldmarschall von Runstedt war überzeugt, dass ein Angriff über die Strasse von Dover bei Calais erfolgen würde. (Foto: AP)
Die Deutschen sind vom Angriff überrascht. Die Täuschungsmanöver der Alliierten hatten verfangen. Der deutsche Generalfeldmarschall von Runstedt war überzeugt, dass ein Angriff über die Strasse von Dover bei Calais erfolgen würde. (Foto: AP)

An der Operation „Overlord“ nehmen neben Amerikaner und Briten auch Kanadier, Neuseeländer, Polen, Norweger, Inder und französische Partisanen teil. Churchill sagte: „Die Kriegsgeschichte kennt kein ähnliches Unternehmen von solchem Umfang, von solch gewaltiger Konzeption und so meisterhafter Ausführung.“ (Foto: U.S. Army)
An der Operation „Overlord“ nehmen neben Amerikaner und Briten auch Kanadier, Neuseeländer, Polen, Norweger, Inder und französische Partisanen teil. Churchill sagte: „Die Kriegsgeschichte kennt kein ähnliches Unternehmen von solchem Umfang, von solch gewaltiger Konzeption und so meisterhafter Ausführung.“ (Foto: U.S. Army)

Wichtig war die Höhe der Flut. Bei voller Flut bestand die Gefahr, dass die Schiffe auf Felsen aufliefen. Bei Ebbe hätten die Angreifer lange über den Strand gehen müssen und wären allzu lange ein Ziel für deutsche Scharfschützen gewesen. (Foto: U.S. Army)
Wichtig war die Höhe der Flut. Bei voller Flut bestand die Gefahr, dass die Schiffe auf Felsen aufliefen. Bei Ebbe hätten die Angreifer lange über den Strand gehen müssen und wären allzu lange ein Ziel für deutsche Scharfschützen gewesen. (Foto: U.S. Army)

Der D-Day ging in die amerikanische und britische Geschichte als DAS Ereignis des Zweiten Weltkriegs ein. Mehrere Filme haben den D-Day nachgezeichnet, vor allem der 1962 entstandene Monumentalfilm „Der längste Tag“, einer der aufwendigsten Kriegsfilme. Ein amerikanischer, ein britischer und ein deutscher Regisseur filmten die Truppeneinsätze ihrer Landsleute. (Foto: U.S. Army)
Der D-Day ging in die amerikanische und britische Geschichte als DAS Ereignis des Zweiten Weltkriegs ein. Mehrere Filme haben den D-Day nachgezeichnet, vor allem der 1962 entstandene Monumentalfilm „Der längste Tag“, einer der aufwendigsten Kriegsfilme. Ein amerikanischer, ein britischer und ein deutscher Regisseur filmten die Truppeneinsätze ihrer Landsleute. (Foto: U.S. Army)

Vor der Utah Beach bei Sainte-Mère-Eglise wird ein Landungsboot von den deutschen Verteidigern beschossen und sinkt. Die amerikanische Besatzung kann sich mit einem Rettungsboot in Sicherheit bringen. Das Bild zeigt, wie den erschöpften Soldaten bei ihrer Ankunft auf dem Strand geholfen wird. (Foto: U.S. Army/Weintraub)
Vor der Utah Beach bei Sainte-Mère-Eglise wird ein Landungsboot von den deutschen Verteidigern beschossen und sinkt. Die amerikanische Besatzung kann sich mit einem Rettungsboot in Sicherheit bringen. Das Bild zeigt, wie den erschöpften Soldaten bei ihrer Ankunft auf dem Strand geholfen wird. (Foto: U.S. Army/Weintraub)

Sofort nach der Landung wird ein Brückenkopf gebildet. Tausende Fahrzeuge werden an Land gebracht. (Foto: U.S. Maritime Commission photo, Library of Congress, Washington)
Sofort nach der Landung wird ein Brückenkopf gebildet. Tausende Fahrzeuge werden an Land gebracht. (Foto: U.S. Maritime Commission photo, Library of Congress, Washington)

Amerikanische Soldaten des 8. Infanterie-Regiments klettern nach ihrer Landung an der Utah Beach die Böschung hoch. (Foto: Army Signal Corps Collection, U.S. National Archive)
Amerikanische Soldaten des 8. Infanterie-Regiments klettern nach ihrer Landung an der Utah Beach die Böschung hoch. (Foto: Army Signal Corps Collection, U.S. National Archive)

Nach der geglückten Landung warten diese britischen Truppen auf weitere Befehle. (Foto: AP)
Nach der geglückten Landung warten diese britischen Truppen auf weitere Befehle. (Foto: AP)

Der deutschen Luftabwehr gelingt es, zahlreiche alliierte Flugzeuge abzuschiessen. (Deutsches Bundesarchiv, Propagandakompanien der Wehrmacht, Bild 101I-720-0304-07, Fotograf: Wolfang Vennemann, Juni 1944)
Der deutschen Luftabwehr gelingt es, zahlreiche alliierte Flugzeuge abzuschiessen. (Deutsches Bundesarchiv, Propagandakompanien der Wehrmacht, Bild 101I-720-0304-07, Fotograf: Wolfang Vennemann, Juni 1944)

Bild des zerstörten britischen Lastenseglers Airspeed AS 51 Horsa, der bei Rouen abgeschossen wurde. (Deutsches Bundesarchiv, Propagandakompanien der Wehrmacht, Bild 101I-493-3355-15, Fotograf: Siedel, Juni 1944)
Bild des zerstörten britischen Lastenseglers Airspeed AS 51 Horsa, der bei Rouen abgeschossen wurde. (Deutsches Bundesarchiv, Propagandakompanien der Wehrmacht, Bild 101I-493-3355-15, Fotograf: Siedel, Juni 1944)

NACH DER LANDUNG

Englische oder kanadische Gefallene.

In der Bildunterschrift von damals hiess es: "Wo englische und kanadische Fallschirmjäger bis zu den deutschen Stellungen kamen, wurden sie im Nahkampf erledigt." (Deutsches Bundesarchiv, Bild 146-2006-0103, Fotograf: Scheck, 16. Juni 1944)
In der Bildunterschrift von damals hiess es: "Wo englische und kanadische Fallschirmjäger bis zu den deutschen Stellungen kamen, wurden sie im Nahkampf erledigt." (Deutsches Bundesarchiv, Bild 146-2006-0103, Fotograf: Scheck, 16. Juni 1944)

Die Invasion in der Normandie fordert auf alliierter Seite über 67‘000 Tote. 155‘000 Soldaten werden verwundet, 18‘000 sind vermisst. Auf deutscher Seite sterben rund 50'000 Armeeangehörige. Etwa 150‘000 deutsche Soldaten werden verwundet. (Foto. UPI)
Die Invasion in der Normandie fordert auf alliierter Seite über 67‘000 Tote. 155‘000 Soldaten werden verwundet, 18‘000 sind vermisst. Auf deutscher Seite sterben rund 50'000 Armeeangehörige. Etwa 150‘000 deutsche Soldaten werden verwundet. (Foto. UPI)

Britische Kriegsgefangene bei der Rast, Mitte Juni 1944 (Deutsches Bundesarchiv, Propagandakompanien der Wehrmacht, Bild 101I-720-0303-30, Fotograf: Wolfgang Vennemann, Mitte Juni 1944)
Britische Kriegsgefangene bei der Rast, Mitte Juni 1944 (Deutsches Bundesarchiv, Propagandakompanien der Wehrmacht, Bild 101I-720-0303-30, Fotograf: Wolfgang Vennemann, Mitte Juni 1944)

Die Kathedrale von Rouen nach einem anglo-amerikanischen Bombenangriff. Das Bauwerk wird fast völlig zerstört. (Deutsches Bundesarchiv, Bild: 146-1969-118-88, Fotograf: unbekannt, 13. Juni 1944)
Die Kathedrale von Rouen nach einem anglo-amerikanischen Bombenangriff. Das Bauwerk wird fast völlig zerstört. (Deutsches Bundesarchiv, Bild: 146-1969-118-88, Fotograf: unbekannt, 13. Juni 1944)

Zerstörungen bei Caen (Deutsches Bundesarchiv, Propagandakompanien der Wehrmacht, Bild 101I-720-0304-16, Fotograf: Wolfgang Vennemann, Juni 1944)
Zerstörungen bei Caen (Deutsches Bundesarchiv, Propagandakompanien der Wehrmacht, Bild 101I-720-0304-16, Fotograf: Wolfgang Vennemann, Juni 1944)

Villers-Bocage: Zerstörter britischer Panzer Cruiser tank VIII Cromwell (Deutsches Bundesarchiv, Propagandakompanien der Wehrmacht, Bild 101I-738-0276-25A, Fotograf: Arthur Grimm, Juni 1944)
Villers-Bocage: Zerstörter britischer Panzer Cruiser tank VIII Cromwell (Deutsches Bundesarchiv, Propagandakompanien der Wehrmacht, Bild 101I-738-0276-25A, Fotograf: Arthur Grimm, Juni 1944)

Getarntes deutsches Auto (Deutsches Bundesarchiv, Propagandakompanien der Wehrmacht, Bild: 101I-721-0351-05, Fotograf: Jesse, Juni 1944)
Getarntes deutsches Auto (Deutsches Bundesarchiv, Propagandakompanien der Wehrmacht, Bild: 101I-721-0351-05, Fotograf: Jesse, Juni 1944)

Aufgefundener Brief einer Britin an ihren Mann an der Front (Deutsches Bundesarchiv, Propagandakompanien der Wehrmacht, Bild 101I-738-0285II-07A, Fotograf: Arthur Grimm, Juni 1944)
Aufgefundener Brief einer Britin an ihren Mann an der Front (Deutsches Bundesarchiv, Propagandakompanien der Wehrmacht, Bild 101I-738-0285II-07A, Fotograf: Arthur Grimm, Juni 1944)

Festnahme von Mitgliedern der Résistance (Deutsches Bundesarchiv, Propagandakompanien der Wehrmacht, Bild: 101I-720-0318-24, Fotograf: Koll, Mitte Juni 1944)
Festnahme von Mitgliedern der Résistance (Deutsches Bundesarchiv, Propagandakompanien der Wehrmacht, Bild: 101I-720-0318-24, Fotograf: Koll, Mitte Juni 1944)

Während der Operation "Overlord" werden 200'000 deutsche Soldaten gefangen genommen. (Foto: U.S. Army)
Während der Operation "Overlord" werden 200'000 deutsche Soldaten gefangen genommen. (Foto: U.S. Army)

Viele der Toten sind auf zahlreichen Soldatenfriedhöfen in der Normandie begraben. Allein auf dem amerikanischen Friedhof bei Colleville-sur-Mer an der Omaha Beach liegen fast 10‘000 Tote. (Foto: AP)
Viele der Toten sind auf zahlreichen Soldatenfriedhöfen in der Normandie begraben. Allein auf dem amerikanischen Friedhof bei Colleville-sur-Mer an der Omaha Beach liegen fast 10‘000 Tote. (Foto: AP)

Auch deutsche Soldatenfriedhöfe gibt es in der Normandie. Auf dem Soldatenfriedhof von La Cambe sind 21’222 Deutsche begraben.

Mit dem D-Day eröffnen die Alliierten eine zweite Front gegen Nazi-Deutschland. Ein knappes Jahr zuvor, am 10. Juli 1943, waren alliierte Truppen in Sizilien und im September 1943 in Salerno südlich von Neapel gelandet.

Nach der Landung in der Normandie geht der Zweite Weltkrieg in Europa noch elf Monate weiter. Am 25. August 1944 wird Paris befreit. Am 7. Mai 1945 unterzeichnet Generaloberst Jodl in Reims im Hauptquartier von General Dwight D. Eisenhower die bedingungslose Kapitulation des Deutschen Reichs. Sie tritt am 8. Mai 1945 um 23 Uhr in Kraft.

Kommentare

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und es wird wieder tüchtig aufgerüstet... Der Mensch lernt nie!

Wilfred Owen (1893 - 1918) - er fiel in der letzten Woche WWI

Dulce et Decorum Est

Zweifach gebeugt wie alte Bettler unter ihrem Sack,
X-beinig, hustend wie alte Weiber, fluchten wir uns durch Schlamm,
Bis wir den herumgeisternden Leuchtkugeln den Rücken zuwandten
Und unserer fernen Ruhe entgegentrotteten.
Männer marschierten im Schlaf. Viele hatten ihre Stiefel verloren
Aber hinkten auf blutigen Sohlen weiter. Alle wurden lahm, alle blind,
Trunken von Erschöpfung, taub selbst für das Heulen
Der fehlgegangenen Granaten, die hinter uns einschlugen.
Gas! GAS! Schnell, Jungs! - eine ekstatische Fummelei,
Um die plumpen Helme rechtzeitig aufzusetzen.
Aber jemand schrie da noch und taumelte
Und zappelte wie ein von Feuer oder Ätzkalk Verbrannter.
Undeutlich, durch die beschlagene Scheibe und trübes grünes Licht
Wie in einem grünen Meer, sah ich ihn ertrinken.
In all meinen Träumen, vor meinen hilflosen Augen,
Taucht er auf mich zu, flackernd, würgend, ertrinkend.
Wenn auch du in erdrückenden Träumen liefest
Hinter dem Wagen, in den wir ihn warfen,
Und die verdrehten weißen Augen in seinem Gesicht sähest,
In seinem hängenden Gesicht, wie das eines Teufels, der der Sünde müde ist,
Wenn du hören könntest, wie bei jedem Stoß das Blut
Gurgelnd aus seinen schaumgefüllten Lungen läuft,
Ekelerregend wie der Krebs, bitter wie das Wiederkäuen
Von Auswurf, unheilbare Wunden auf unschuldigen Zungen,

Mein Freund, du erzähltest nicht mit so großer Lust
Kindern, die nach einem verzweifelten Ruhmesglanz dürsten,
Die alte Lüge: Dulce et decorum est
Pro patria mori.
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Wang Chien
(Das Sehnen eines Freundes (oder Mutter oder Vater oder.... nach Rückkehr aus dem Krieg)
Hearing that his friend was coming back from war
In old days those who went to fight
In three years had one year's leave.
But in this war the soldiers are never changed;
They must go on fighting till they die on the battle-field.
I thought of you, so weak and indolent,
Hopelessly trying to learn to march and drill.
That a young man should ever come home again
Seemed about as likely as that the sky should fall.
Since I got the news that you were coming back,
Twice I have mounted to the high hall of your home.
I found your brother mending your horse's stall;
I found your mother sewing your new clothes.
I am half afraid; perhaps it is not true;
Yet I never weary of watching for you on the road.
Each day I go out at the City Gate
With a flask of wine, lest you should come thirsty.
Oh that I could shrink the surface of the World,
So that suddenly I might find you standing at my side.
------
Bombastische Reden werden gehalten und zur gleichen Zeit wird aufgerüstet. Unerträglich!
km

Könnte es sein, dass Eisenhower den Brief des Scheiterns bewusst auf den 5. Juli datiert hat ? Ich kann mir vorstellen, dass er der Invasion einen Monat Zeit gab. Das Scheitern einen Tag vor der Invasion bekanntzugeben hätte sicher keinen Sinn gemacht.

Ein sehr eindrücklicher Bericht. Ich danke Ihnen, Herr Heiner Hug!

Wenn die Invasion gescheitert wäre, hätte Eisenhower die Verantwortung übernommen. Was wäre mit ihm passiert? Hätte man ihn hingerichtet? Oder hätte er lediglich seinen Dienst quittiert und sich auf sein Altenteil zurück gezogen? Wer kann hierzu eine Antwort geben?

Für einen ehemaligen Schweizer Unteroffizier war für mich als Tourist dort auch das Beispiel des was-wäre-wenn-worst case scenario ersichtlich geworden; eine Generation früher und ein paar Dutzend Kilometer nördlicher geboren, hätte ich ja selber vielleicht am D-Day den traurigen Rekord eines einzelnen Soldaten aufstellen müssen, der an einem einzigen Tag eigenhändig am meisten gegnerische Menschen erschiesst. Am Strandabschnitt "Omaha-Beach" hielten Franz Gockel und Hein Severloh mit Maschinengewehren und später, als das von Hein Severloh nach einem Artillerie-Treffer kaputt gegangen war, mit dem Karabiner im Widerstandsnest 62 den ganzen Tag alle Angriffe der angreifenden Amerikaner auf, bis keine Munition mehr da war und sie sich im Dorf unrkannt ergeben gingen. Hein Severloh schätze seine Getroffenen auf 2000 und kam nach zwei Jahren Kriegsgefangenschaft zurück auf den Bauernhof seiner Familie. Er hielt sein Geheimnis "the Beast of Omaha Beach" gewesen zu sein, bis nach dem Tod seiner Ehefrau im hohen Rentenalter für sich.

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