Damals am 9. Mai

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Damals am 9. Mai

Von Journal21, 09.05.2021

Tod von Schiller – Geburt von Hans Heinz Moser – Tod von Walter Mittelholzer – Ulrike Meinhof erhängt aufgefunden – Aldo Moro ermordet – Heiner Gautschy muss gehen – Hallenbad in Uster stürzt ein – Mandela erster schwarzer Präsident Südafrikas

Herausgegriffen

9. Mai 1985: Die Decke des Hallenbades in Uster bei Zürich stürzt ein. Zwölf meist junge Menschen sterben, unter ihnen vier Mitglieder des Schwimmklubs. 19 Badende werden verletzt. Ursache des Unglücks sind durchgerostete Bügel, an denen die Betondecke hing. (Foto: Keystone)
9. Mai 1985: Die Decke des Hallenbades in Uster bei Zürich stürzt ein. Zwölf meist junge Menschen sterben, unter ihnen vier Mitglieder des Schwimmklubs. 19 Badende werden verletzt. Ursache des Unglücks sind durchgerostete Bügel, an denen die Betondecke hing. (Foto: Keystone)

Es geschah an einem 9. Mai

1386: Portugal und England schliessen den Vertrag von Windsor. Beide Länder sehen sich deshalb oft gern als älteste Verbündete der Welt. Nicht zuletzt infolge dieses Vertrages stehen Spanien und Portugal in der europäischen Geschichte oft auf unterschiedlichen Seiten.

1502: Kolumbus bricht zu seiner vierten Reise in die neue Welt auf.

1805: Tod von Friedrich Schiller.

1796: Geburt von Carl Joseph Meyer, deutscher Verleger, Gründer des „Bibliographischen Instituts“ mit „Meyers Konversationslexikon“.

1837: Geburt von Adam Opel, Gründer der Firma Opel. Er stellt zunächst Nähmaschinen und Fahrräder her.

1865: In Zürich wird zum letzten Mal die Todesstrafe vollzogen. Der Adliswiler Hans Heinrich Götti wird nahe beim Limmatplatz enthauptet. Er hatte zugegeben, sechs seiner sieben neugeborenen Kinder vermutlich aus wirtschaftlicher Not mit Salpetersäure getötet zu haben. 1869 schafft Zürich als erster Deutschweizer Kanton die Todesstrafe ab.

1874: Geburt von Howard Carter 

Der britischer Archäologe und Ägyptologe entdeckt das unversehrte Grab des Pharaos Tutanchamun im Tal der Könige. Tutanchamun soll mit etwa 20 Jahren verstorben sein, die Todesursache bleibt unbekannt.
Der britischer Archäologe und Ägyptologe entdeckt das unversehrte Grab des Pharaos Tutanchamun im Tal der Könige. Tutanchamun soll mit etwa 20 Jahren verstorben sein, die Todesursache bleibt unbekannt.

1909: Tod von Margarete Steiff, Gründerin der Spielwarenfabrik „Steiff“ (1880), Produzentin von Teddybären. 

1921: Geburt von Sophie Scholl, Widerstandskämpferin, Mitglied der studentischen Widerstandsgruppe „Weisse Rose“. Sie wird am 22. Februar 1943 gemeinsam mit ihrem Bruder Hans Scholl und Christoph Probst von den Nazis in München enthauptet. 

1927: Canberra wird Hauptstadt Australiens und löst Melbourne ab.

1936: Italien annektiert Abessinien (Äthiopien)

In einer „historischen Ankündigung“ auf dem Balkon des Palazzo Venezia in Rom ruft Mussolini die erfolgreiche Eroberung Abessiniens aus. Italienische Truppen waren vier Tage zuvor in Addis Abeba einmarschiert. Abessinien, Eritrea und Italienisch-Somaliland bilden jetzt die Kolonie „Italienisch Ostafrika“.
In einer „historischen Ankündigung“ auf dem Balkon des Palazzo Venezia in Rom ruft Mussolini die erfolgreiche Eroberung Abessiniens aus. Italienische Truppen waren vier Tage zuvor in Addis Abeba einmarschiert. Abessinien, Eritrea und Italienisch-Somaliland bilden jetzt die Kolonie „Italienisch Ostafrika“.

1936: Geburt von Glenda Jackson, britische Schauspielerin, zweifache Oscar-Preisträgerin (u. a. „Women in Love“ 1969, „Sunday, Bloody Sunday“ 1971, „A Touch of Class“ 1973).

1936: Geburt von Hans Heinz Moser, Schweizer Schauspieler. Einem breiten Publikum bekannt wird er 1979 in seiner Rolle als Wachtmeister Studer in der Fernsehverfilmung von Friedrich Glausers Kriminalroman „Der Chinese“ (ferner u. a. „Matto regiert“ 1980, „Ein Heim für Tiere“ 1987–1992, „Ein Fall für zwei“ 1987–1998, „Lüthi und Blanc“ 1999, „Grounding“ 2006). Er stirbt am 5. April 2017.

1937: Tod von Walter Mittelholzer 

Der Schweizer Flugpionier, Militärpilot, Fotograf und Reiseschriftsteller wurde 1920 Direktor und Chefpilot der von ihm mitbegründeten „Ad Astra Aero“, aus der später die Swissair hervorging. Er flog 1923 über tausend Kilometer bis zu den Spitzbergen, wo er Flugaufnahmen machte. Im Winter 1924/25 startete er vom Zürichhorn aus nach Teheran (Dauer der Reise: ein Monat). Mit einer Maschine der Dornier-Werke flog er am 17. Dezember 1926 Richtung Südafrika, wo er am 21. Februar 1927 eintraf. Im Januar 1930 überflog er den Kilimandscharo und machte von über 6000 Metern Höhe Flugaufnahmen vom Krater. 1931 wurde er technischer Direktor der neugegründeten „Swissair“. 1933 flog er nach Addis Abeba und übergab Haile Selassie persönlich eine von ihm bestellte Fokker-Maschine. Insgesamt hatte er während 9000 Flügen über 100’000 Flugaufnahmen gemacht. 1937 stürzt er auf einer Klettertour in der Steiermark zu Tode. Das Bild zeigt den Flugschüler 1917 auf dem Flugfeld in Spreitenbach. (Foto: Keystone)
Der Schweizer Flugpionier, Militärpilot, Fotograf und Reiseschriftsteller wurde 1920 Direktor und Chefpilot der von ihm mitbegründeten „Ad Astra Aero“, aus der später die Swissair hervorging. Er flog 1923 über tausend Kilometer bis zu den Spitzbergen, wo er Flugaufnahmen machte. Im Winter 1924/25 startete er vom Zürichhorn aus nach Teheran (Dauer der Reise: ein Monat). Mit einer Maschine der Dornier-Werke flog er am 17. Dezember 1926 Richtung Südafrika, wo er am 21. Februar 1927 eintraf. Im Januar 1930 überflog er den Kilimandscharo und machte von über 6000 Metern Höhe Flugaufnahmen vom Krater. 1931 wurde er technischer Direktor der neugegründeten „Swissair“. 1933 flog er nach Addis Abeba und übergab Haile Selassie persönlich eine von ihm bestellte Fokker-Maschine. Insgesamt hatte er während 9000 Flügen über 100’000 Flugaufnahmen gemacht. 1937 stürzt er auf einer Klettertour in der Steiermark zu Tode. Das Bild zeigt den Flugschüler 1917 auf dem Flugfeld in Spreitenbach. (Foto: Keystone)

1940: Geburt von James Brooks, amerikanischer Regisseur, acht Oscar-Nominierungen.

1944: Sewastopol auf der Halbinsel Krim wird von sowjetischen Truppen innerhalb weniger Tage erobert. Hitler schickte eine ganze Armee in die Schlacht, um die Erstürmung zu verhindern, vergebens. 

1945: Die zweite Kapitulation

Im Hauptquartier der sowjetischen 5. Armee in Berlin Karlshorst unterzeichnet Generalfeldmarschall Wilhelm Keitel die zweite Kapitulationsurkunde der deutschen Wehrmacht. Am 7. Mai hatte Generaloberst Jodl in Reims die erste Kapitulationsurkunde unterzeichnet. Die Kapitulation und damit der Waffenstillstand treten am 8. Mai um 23.01 Uhr in Kraft. Die Unterzeichnung einer zweiten Kapitulationsurkunde im sowjetischen Hauptquartier erfolgt aus protokollarischen Gründen.
Im Hauptquartier der sowjetischen 5. Armee in Berlin Karlshorst unterzeichnet Generalfeldmarschall Wilhelm Keitel die zweite Kapitulationsurkunde der deutschen Wehrmacht. Am 7. Mai hatte Generaloberst Jodl in Reims die erste Kapitulationsurkunde unterzeichnet. Die Kapitulation und damit der Waffenstillstand treten am 8. Mai um 23.01 Uhr in Kraft. Die Unterzeichnung einer zweiten Kapitulationsurkunde im sowjetischen Hauptquartier erfolgt aus protokollarischen Gründen.

1945: Feier auf dem Roten Platz

Siegesfeier in Moskau: Das Bild stammt vom SNB (Sowjetisches Nachrichtenbüro). Originaltext der Bildlegende: „Der Tag des Sieges über die faschistische deutsche Armee, der 9. Mai 1945, wird von der Moskauer Bevölkerung auf dem Roten Platz freudig gefeiert.“ Die Sowjetunion zahlte mit 27 Millionen Toten den höchsten Blutzoll im Zweiten Weltkrieg. (Bild: Deutsches Bundesarchiv 183-R89791)
Siegesfeier in Moskau: Das Bild stammt vom SNB (Sowjetisches Nachrichtenbüro). Originaltext der Bildlegende: „Der Tag des Sieges über die faschistische deutsche Armee, der 9. Mai 1945, wird von der Moskauer Bevölkerung auf dem Roten Platz freudig gefeiert.“ Die Sowjetunion zahlte mit 27 Millionen Toten den höchsten Blutzoll im Zweiten Weltkrieg. (Bild: Deutsches Bundesarchiv 183-R89791)

1946: Geburt von Drafi Deutscher, deutscher Sänger, Komponist und Produzent (u. a. „Marmor, Stein und Eisen bricht“ 1966).

1949: In Monaco tritt Rainier III. an die Spitze des Fürstentums.

1965: Tod von Leopold Figl, Mitglied der Österreichischen Volkspartei (ÖVP), der erste Bundeskanzler Österreichs nach dem Zweiten Weltkrieg.

1976: Ulrike Meinhof, Mitglied der RAF, wird in ihrer Gefängniszelle erhängt aufgefunden.

1978: Italiens Ministerpräsident Aldo Moro wird erschossen aufgefunden.

1984: Heiner Gautschy muss seine Arbeit beim Fernsehen beenden. In einem Streitgespräch hat er Peter Uebersax, Chefredaktor des „Blick“ aufs Schärfste angegriffen. Trotz einer Entschuldigung muss Gautschy gehen.

1985: Die Decke des Hallenbades in Uster bei Zürich stürzt ein. Zwölf meist junge Menschen sterben.

1986: Tod von Tenzing Norgay, nepalesischer Bergsteiger und Hochträger. Zusammen mit Edmund Hillary gelingt ihm am 29. Mai 1953 die Erstbesteigung des Mount Everest.

1994: Nelson Mandela wird zum ersten schwarzen Präsidenten Südafrikas gewählt.

2001: Im Accra Sports Stadium im ghanesischen Accar kommt es während des Fussballspiels zwischen dem Hearts of Oak SC aus Accra und Asante Kotoko zu einer Massenpanik. 127 Menschen sterben.

2004: Der tschetschenische Präsident Kadyrov wird bei einem Attentat getötet.

2019: Archie ist da

Der Sohn von Harry, Duke of Sussex und Meghan, Duchess of Sussex wird im Portland Hospital in London geboren. Am 6. Juli wird Archie auf Schloss Windsor getauft. Rund um die Geburt entstand ein Medienrummel, der auch seriöse Medien infizierte. (Foto: Keystone/EPA/Dominic Lipinski/Pool)
Der Sohn von Harry, Duke of Sussex und Meghan, Duchess of Sussex wird im Portland Hospital in London geboren. Am 6. Juli wird Archie auf Schloss Windsor getauft. Rund um die Geburt entstand ein Medienrummel, der auch seriöse Medien infizierte. (Foto: Keystone/EPA/Dominic Lipinski/Pool)

2020: Tod von Little Richard, amerikanischer Rock-’n’-Roll-Sänger, -Pianist und -Songwriter. Er beeinflusste die Beatles, Elton John und Prince: Little Richard schuf mit seiner flamboyanten, sexuell ambivalenten Bühnen-Performance und seinem Hit "Tutti Frutti" die Grundlagen für den Rock'n'Roll.

2020: Hass in Berlin

Über 1200 aggressive, hasserfüllte Menschen liefern sich auf dem Berliner Alexanderplatz mit den Sicherheitskräften eine Strassenschlacht. Die meisten der Demonstranten werden dem rechtsextremen Lager zugerechnet. 86 Menschen werden festgenommen. Die Manifestanten werfen Steine und Flaschen auf die Polizisten. Immer häufiger mischen sich Rechtsextreme, Verschwörungstheoretiker, Esoteriker, Evangelikale und Impfgegner unter die demonstrierenden Gegner der Corona-Beschränkungen. (Foto: Keystone/EPA/Filip Singer)
Über 1200 aggressive, hasserfüllte Menschen liefern sich auf dem Berliner Alexanderplatz mit den Sicherheitskräften eine Strassenschlacht. Die meisten der Demonstranten werden dem rechtsextremen Lager zugerechnet. 86 Menschen werden festgenommen. Die Manifestanten werfen Steine und Flaschen auf die Polizisten. Immer häufiger mischen sich Rechtsextreme, Verschwörungstheoretiker, Esoteriker, Evangelikale und Impfgegner unter die demonstrierenden Gegner der Corona-Beschränkungen. (Foto: Keystone/EPA/Filip Singer)

2020: Tod von Littler Richard

Der amerikanische Rock’n’Roll-Sänger, Pianist und Songwriter Little Richard gilt als der Wegbereiter des Rock’n’Roll. Er war Vorbild für die Beatles, Elton John und Prince. Mit dem Hit „Tutti Frutti“ und seinem „A-wop-bop-a-loo-bop-a-wop-bam-boom!“ stürmte er 1956 die Charts. 1986 wurde er als erster Musiker in die Rock and Roll Hall of Fame in Cleveland aufgenommen. Er stirbt im Alter von 87 Jahren in Tennessee. Im Bild: Little Richard an der Westbury Music Fair in Westbury, NY, am 19. August 2004. (Foto: Keystone/AP/Ed Betz)
Der amerikanische Rock’n’Roll-Sänger, Pianist und Songwriter Little Richard gilt als der Wegbereiter des Rock’n’Roll. Er war Vorbild für die Beatles, Elton John und Prince. Mit dem Hit „Tutti Frutti“ und seinem „A-wop-bop-a-loo-bop-a-wop-bam-boom!“ stürmte er 1956 die Charts. 1986 wurde er als erster Musiker in die Rock and Roll Hall of Fame in Cleveland aufgenommen. Er stirbt im Alter von 87 Jahren in Tennessee. Im Bild: Little Richard an der Westbury Music Fair in Westbury, NY, am 19. August 2004. (Foto: Keystone/AP/Ed Betz)

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