Damals am 21. August

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Damals am 21. August

Von Journal21, 21.08.2019

Tod von Gustave Moynier - Geburt von Count Basie - Mona Lisa gestohlen - Tod von Trotzki - Erste Interkontinentalrakete - Niederschlagung des Prager Frühlings - Geburt von Usain Bolt - Putsch gegen Gorbatschow gescheitert - Tod von Schlingensief - Giftgaseinsatz bei Damaskus - Tod von Ines Torelli

Herausgegriffen

21. August 1968: Niederschlagung des Prager Frühlings. In der Nacht vom 20. zum 21. August marschiert eine halbe Million Soldaten der Sowjetunion, Polens, Ungarns und Bulgariens in der Tschechoslowakei ein. Es ist die grösste Militäroperation in Europa seit dem Zweiten Weltkrieg. Nicolae Ceaușescus Rumänien sowie Albanien und die DDR beteiligen sich nicht an der Invasion. 98 Tschechen und Slowaken sterben, ebenso 50 Soldaten der Invasionstruppen. Drei Tage nach dem Einmarsch wurde das „Moskauer Protokoll“ verabschiedet. Staatspräsident Ludvik Svoboda und KP-Chef Alexander Dubček wurden darin gezwungen, alle Reformprojekte zurückzunehmen. Die Kapitulation vor Moskau löste ein riesige Flüchtlingswelle aus. Zehntausende flüchteten in den Westen, viele in die Schweiz. Im Bild: Tschechoslowakische Bürger vor einem brennenden sowjetischen Panzer. (Foto: CIA)
21. August 1968: Niederschlagung des Prager Frühlings. In der Nacht vom 20. zum 21. August marschiert eine halbe Million Soldaten der Sowjetunion, Polens, Ungarns und Bulgariens in der Tschechoslowakei ein. Es ist die grösste Militäroperation in Europa seit dem Zweiten Weltkrieg. Nicolae Ceaușescus Rumänien sowie Albanien und die DDR beteiligen sich nicht an der Invasion. 98 Tschechen und Slowaken sterben, ebenso 50 Soldaten der Invasionstruppen. Drei Tage nach dem Einmarsch wurde das „Moskauer Protokoll“ verabschiedet. Staatspräsident Ludvik Svoboda und KP-Chef Alexander Dubček wurden darin gezwungen, alle Reformprojekte zurückzunehmen. Die Kapitulation vor Moskau löste ein riesige Flüchtlingswelle aus. Zehntausende flüchteten in den Westen, viele in die Schweiz. Im Bild: Tschechoslowakische Bürger vor einem brennenden sowjetischen Panzer. (Foto: CIA)

Es geschah an einem 21. August

1754: Geburt von William Murdoch, schottischer Ingenieur, Erfinder der städtischen Gasbeleuchtung.

1831: Sklavenaufstand in Virginia.

1898: Geburt von Edgar Bonjour, Schweizer Historiker.

1904: Geburt von Count Basie, amerikanischer Jazzer.

1910: Tod von Gustave Moynier, Genfer Jurist, einflussreicher Mitbegründer des „Internationalen Komitees der Hilfsgesellschaften für die Verwundetenpflege“, das spätere „Internationale Komitee vom Roten Kreuz“ (IKRK). Ein Jahr nach der Gründung des Komitees übernahm er von Henri Dufour die Präsidentschaft des IKRK und führte und prägte die Organisation 46 Jahre lang bis zu seinem Tod. Gustave Moynier ist auch Mitbegründer des „Institut du Droit International“, das sich der Weiterentwicklung des internationalen Rechts verschreibt.
 

1911: Im Louvre stiehlt der 29-jährige Italiener Vincenco Peruggia die Mona Lisa. Peruggia war im Museum als Flachmaler tätig. Er hatte sich in einem Schrank versteckt und sich im Museum einschliessen lassen. Anschliessend schnitt er das Bild aus dem Rahmen, wickelte es in seinen Kittel und schmuggelte es aus dem Museum. Peruggia brachte das Bild „heim nach Italien“, nahm mit einem Kunsthändler in Florenz Kontakt auf und verlangte 500’000 Lire. Der Kunsthändler rief die Polizei. Peruggia wurde zu sieben Monaten Haft verurteilt.

1936: Geburt von Wilt Chamberlain, amerikanischer Basketballspieler.

1938: Geburt von Kenny Rogers, amerikanischer Countrysänger, „Ruby, Don’t Take Your Love To Town“ 1969.

1940: Leo Trotzki sirbt einen Tag nach dem Attentat, das der sowjetische Geheimdienst in Mexico-City auf ihn verübt hat.

1940: Tod von Hermann Obrecht, Schweizer Bundesrat von 1935 bis 1940 (FDP/SO). Obrecht stand dem Volkswirtschaftsdepartement vor. Umstritten war zuvor seine Rolle als Verwaltungsratspräsident in der Waffenfabrik Solothurn, die eine deutsche Mehrheitsbeteiligung aufwies. 1936 unterstützte er die Abwertung des Schweizer Frankens. Deutlich vom Volk angenommen wurden seine Vorlage zum Ausbau der Landesverteidigung und seine Lohnersatzordnung für Wehrmänner. Sie diente nach dem Krieg als Grundlage für die AHV. Nach dem Anschluss Österreichs an Nazi-Deutschland forderte er am 16. März 1939 zum Widerstand gegen Deutschland auf. Obrecht trat aus gesundheitlichen Gründen zurück.

1943: Tod von Henrik Pontoppidan (Dänemark), Nobelpreisträger für Literatur (verliehen 1917).

1947: Tod von Ettore Bugatti, italienischer Autobauer.

1957: Weltweit erster Test mit einer Interkontinentalrakete, einer sowjetischen R-7.

1958: Geburt von Steve Case, amerikanischer Unternehmer, Gründer des Online-Dienstes „America Online“ (AOL). 

1959: Hawaii wird der 50. Bundesstaat der USA.

1961: Eine DC-8 durchbricht die Schallmauer.

1964: In Jalta stirbt Palmiro Togliatti. Von 1947 bis 1964 war er Generalsekretär der Kommunistischen Partei Italiens (PCI).

1968: Niederschlagung des Prager Frühlings. In der Nacht vom 20. zum 21. August marschiert eine halbe Million Soldaten der Sowjetunion, Polens, Ungarns und Bulgariens in der Tschechoslowakei ein.

1973: Geburt von Sergei Michailowitsch Brin, russischstämmiger Informatiker, Mitbegründer der Suchmaschine Google.

1983: Der philippinische Oppositionspolitiker Benigno Aquino wird ermordet.

1986: Geburt von Usain Bolt, jamaikanischer Sprinter

Achtfacher Olympiasieger (2008, 2012), elffacher Weltmeister, Weltrekordhalter im 100- und im 200-Meter-Lauf sowie in der 4x100 Meter-Staffel. Er ist der einzige Mensch, der die 100 Meter in unter 9,6 Sekunden lief (9,58 Sekunden, Berlin 2009). Als erster Sprinter in der Geschichte gewinnt er 2016 an den Olympischen Spielen in Rio zum dritten Mal in Serie die Goldmedaille über 100 Meter. Im Bild Bolt nach dem 100-Meter-Lauf 2016 in Rio. Nach der Leichtatheltik-WM in London im August 2017 beendet Bolt seine sportliche Karriere. (Foto: Keystone/EPA/Lukas Coch)
Achtfacher Olympiasieger (2008, 2012), elffacher Weltmeister, Weltrekordhalter im 100- und im 200-Meter-Lauf sowie in der 4x100 Meter-Staffel. Er ist der einzige Mensch, der die 100 Meter in unter 9,6 Sekunden lief (9,58 Sekunden, Berlin 2009). Als erster Sprinter in der Geschichte gewinnt er 2016 an den Olympischen Spielen in Rio zum dritten Mal in Serie die Goldmedaille über 100 Meter. Im Bild Bolt nach dem 100-Meter-Lauf 2016 in Rio. Nach der Leichtatheltik-WM in London im August 2017 beendet Bolt seine sportliche Karriere. (Foto: Keystone/EPA/Lukas Coch)

1991: Der August-Putsch gegen Michail Gorbatschow ist gescheitert.

1991: Die baltischen Staaten Estland, Lettland und Litauen erklären sich von der Sowjetunion unabhängig. 

2000: Tod von Bubi Scholz, deutscher Boxer.

2002: Tod von Laure Wyss, Schweizer Journalistin, Schriftstellerin und Fernsehmoderatorin. Sie war eine wichtige Stimme der Frauenbewegung. Von 1970 bis 1975 leitete sie das „Tages-Anzeiger Magazin“. Als Schriftstellerin veröffentlichte sie „Mutters Geburtstag“ 1978, „Das rote Haus“ 1982. Am Fernsehen moderierte sie die Sendungen „Magazin für die Frau“ und „Unter uns“. Sie galt als Fördererin junger Schriftsteller wie Niklaus Meienberg, Jürg Federspiel und Hugo Lötscher. Das Bild stammt vom 19. Januar 1998. (Foto: Keystone/Ayse Yavas)

2009: Bundespräsident Hans-Rudolf Merz verteidigt in Bern seinen „Kniefall“ in Libyen.

2010: Tod von Christoph Schlingensief, deutscher Regisseur.

2011: Israel wird vom Gazastreifen aus mit zahlreichen Raketen beschlossen. Bei Gegenschlägen kommen 15 Palästinenser ums Leben.

2011: In Libyen beginnt die Schlacht um Tripolis.

2013: Bei einem mutmasslichen Giftgaseinsatz nahe der syrischen Hauptstadt Damaskus sollen Hunderte Menschen ums Leben gekommen sein. Die Rebellen machen die Regierung für den Einsatz verantwortlich. Die Regierung dementiert.

2013: Der gestürzte ägyptische Staatspräsident Hosni Mubarak wird aus der Untersuchungshaft entlassen und unter Hausarrest gestellt.

2019: In Nova Scotia in Kanada stirbt die Schweizer Schauspielerin, Kabarettistin und Sängerin Ines Torelli im Alter von 88 Jahren. Sie war als Ines Stierli geboren worden (Stierli wurde dann durch die spanische Übersetzung zu Torelli). Ihr erstes Engagement war 1955 im Cabaret Rüeblisaft, 1958 wechselte sie zum Cabaret Fédéral. Berühmt wurde Ines Torelli als Hauptdarstellerin in den Musical-Hits „Bibi Balù“, „Golden Girl“ und in Paul Burkhards „Die kleine Niederdorfoper“. Als Sängerin landete sie den Hit „Gigi vo Arosa“. Zusammen mit Rosemarie Pfluger moderierte sie die Samstagabendsendung „Zum doppelten Engel“. Mit Jörg Schneider und Paul Bühlmann spielte sie in Märchenproduktionen mit und leitete jahrelang die Zürcher Märchenbühne im Zürcher Theater am Hechtplatz. 1995 war sie mit ihrem Mann, dem Produzenten und Theatermann Edi Baur, nach Kanada ausgewandert. Edi Baur starb 2009.

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