Damals am 1. August

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Damals am 1. August

Von Journal21, 01.08.2019

Rütli-Schwur - Victoria wird Königin - Erstbesteigung der Dufour-Spitze - Deutschland erklärt Russland den Krieg - Mobilmachung in der Schweiz - Warschauer Aufstand - Tod von Alois Carigiet - Deutsche Rechtschreibereform

Herausgegriffen

1. August 1914: Die Schweiz mobilisiert 220’000 Wehrmänner. Das Bild zeigt Infanteristen auf Saurer-Lastwagen. (Foto: Keystone/Photopress-Archiv)
1. August 1914: Die Schweiz mobilisiert 220’000 Wehrmänner. Das Bild zeigt Infanteristen auf Saurer-Lastwagen. (Foto: Keystone/Photopress-Archiv)

Es geschah an einem 1. August

30 vor Chr.: Marcus Antonius, der Geliebte von Kleopatra, verübt nach seiner Niederlage gegen Octavian Selbstmord. Kleopatra tötet sich zwölf Tage später.

1291: Der Rütlischwur auf der Rütliwiese. Walter Fürst, Arnold von Melchtal und Werner Stauffacher gründen die Eidgenossenschaft. So besagt es die Legende. Das Gemälde „Die drei Eidgenossen beim Schwur auf dem Rütli“ stammt von Jean Renggli dem Älteren.

 

 

 

 

1464: Tod von Cosimo de Medici, Begründer der Medici-Dynastie.

1768: Geburt von Karl Ludwig von Haller, ultrakonservativer Berner Staatsrechtler, Publizist und Politiker, Namensgeber der „Restauration“. Er gilt als Vertreter eines reaktionären Konservatismus. In seinem Hauptwerk „Restauration der Staatswissenschaft“ verurteilt er die Aufklärung und die Errungenschaften der Französischen Revolution und fordert eine starke, eigenständige Fürstenmacht. Die historische Phase nach dem Wiener Kongress (1815–1830) erhielt nach dem Titel seines Hauptwerks den Namen „Restauration“. Er stirbt 1854.

1818: Geburt von Maria Mitchell, erste amerikanische Astronomin, Frauenrechtlerin.

1819: Geburt von Herman Melville, amerikanischer Schriftsteller (u. a. „Moby Dick“ 1851).

1834: Grossbritannien verbietet die Sklaverei im gesamten Empire.

1837: Beginn des viktorianischen Zeitalters. Victoria wird britische Königin (bis 1901).

1855: Erstbesteigung der Dufour-Spitze durch eine von Charles Hudson geleitete Seilschaft. Mit 4’634 m ü. M. ist die Dufour-Spitze der höchste Gipfel der Schweiz. Der Engländer Hudson stürzt zehn Jahre später bei der Erstbesteigung des Matterhorns ab und stirbt. Der Gipfel hiess ursprünglich „Gornerhorn“. 1863 wurde er vom Bundesrat zu Ehren des Schweizer Generals und Kartografen Guillaume-Henri Dufour (1787–1875) umbenannt.

1891: Zum ersten Mal wird in der Schweiz der 1. August gefeiert.

1891: Geburt von Karl Kobelt, Schweizer Bundesrat (FDP/SG) von 1940 bis 1954, Vorsteher des Militärdepartements. Laut dem Historischen Lexikon der Schweiz steht Kobel in den Kriegsjahren bis 1945 „im Schatten des populären und mit grossen Befugnissen ausgestatteten Generals Henri Guisan; das Verhältnis zwischen dem General und dem Bundesrat war von Distanz und teils von Argwohn geprägt“. Später versucht Kobelt die Landesverteidigung an die veränderte weltpolitische Lage anzupassen. Ziel war es, vom Réduit-Gedanken wegzukommen und eine bewegliche Defensiv-Armee zu entwickeln. 

1895: Geburt von Walther Bringolf, Schweizer Politiker (SP/SH). 1919 tritt er in die SP ein, überwirft sich aber mit ihr. Nach der Parteispaltung der SP gehört er zu den Gründungsmitgliedern der Kommunistischen Partei. Von 1922 bis 1932 ist er Redaktor des Schaffhauser KP-Organs „Arbeiter-Zeitung“. 1924 erfolgt seine Wahl in den Grossen Stadtrat von Schaffhausen und in den Schaffhauser Kantonsrat. 1925 wird er in den Nationalrat gewählt, dem er ohne Unterbruch bis 1971 angehört. 1930 wird er aus der KP ausgeschlossen; er schliesst sich der KPO, der Kommunistischen Partei-Opposition, an. 1932 wird er knapp zum Schaffhauser Stadtpräsidenten gewählt. 1935 vereinigen sich SP und KPO. Das Amt des Stadtpräsidenten hat er bis 1968 inne. Von 1952 bis 1962 präsidiert er die Sozialdemokratische Partei der Schweiz. 1959 stellt ihn seine Partei als Bundesratskandidaten auf. Er unterliegt Hans-Peter Tschudi. 1961/62 präsidiert er den Nationalrat. Laut dem Historischen Lexikon der Schweiz ist Bringolf „bis zu seinem Tod eine der markantesten politischen Persönlichkeiten seines Kantons“. (Foto: Keystone/Photopress-Archiv)

1896: Gründung des FC Zürich

Der heutige Zürcher Traditionsklub ging aus dem 1893 gegründeten Zürcher Lokalverein FC Excelsior hervor. Junioren und andere Mitglieder des FC  Excelsior hatten sich im Sommer 1896 dem Lokalverein FC Turicum angeschlossen. Draus entstand der FC Zürich. 1898 stiessen auch Mitglieder des FC Victoria dazu. https://www.journal21.ch/node/9288/edit#
Der heutige Zürcher Traditionsklub ging aus dem 1893 gegründeten Zürcher Lokalverein FC Excelsior hervor. Junioren und andere Mitglieder des FC Excelsior hatten sich im Sommer 1896 dem Lokalverein FC Turicum angeschlossen. Draus entstand der FC Zürich. 1898 stiessen auch Mitglieder des FC Victoria dazu. https://www.journal21.ch/node/9288/edit#

1911: Tod von Konrad Duden, Duden-Gründer.

1914: Im Engadin wird der Schweizerische Nationalpark eingeweiht. Er ist der älteste Nationalpark in den Alpen. Seit 1979 ist er ein Unesco-Biosphärenreservat. Er erstreckt sich auf einer Fläche von 170,3 km². Damit ist er das grösste schweizerische Naturschutzgebiet. 

1914: „Deutschland über alles“: Das Deutsche Reich verfügt die Mobilmachung und erklärt Russland den Krieg. Auch Frankreich, das mit Russland verbündet ist, mobilisiert.

 

 

 

 

1914: Mobilmachung in der Schweiz.

1924: Geburt von Abdullah ibn Abd al-Aziz Al Saud, König von Saudi-Arabien von 2005 bis 2015.

1925: Geburt von Ernst Jandl, österreichischer Dichter, Schriftsteller, Träger des Georg-Büchner-Preises (1984),

1936: Geburt von Yves Saint Laurent, Modeschöpfer.

1944: Der Warschauer Aufstand

45’000 Soldaten der polnischen Heimat-Armee erheben sich auf Befehl der polnischen Exilregierung in London gegen die deutschen Besatzungstruppen. Auf deutscher Seite sind 39’000 Soldaten im Einsatz. Die Aufständischen kämpfen 63 Tage lang. Am 2. Oktober 1944 kapitulieren sie. Die deutschen Truppen massakrieren anschliessend massenweise Zivilisten. Die Stadt wird nach dem Aufstand fast völlig zerstört. Auf polnischer Seite sterben 15’000 Soldaten. Unter der Zivilbevölkerung kommen – je nach Schätzung – zwischen 150’000 und 225’000 Menschen ums Leben. Im Bild: Soldaten der Waffen-SS in Schützenlinie vor einem zerstörten Gebäude. (Bild: Deutsches Bundesarchiv, August-September 1944, Bild Nr. 101I-696-0426-06, Fotograf: Karl Leher)
45’000 Soldaten der polnischen Heimat-Armee erheben sich auf Befehl der polnischen Exilregierung in London gegen die deutschen Besatzungstruppen. Auf deutscher Seite sind 39’000 Soldaten im Einsatz. Die Aufständischen kämpfen 63 Tage lang. Am 2. Oktober 1944 kapitulieren sie. Die deutschen Truppen massakrieren anschliessend massenweise Zivilisten. Die Stadt wird nach dem Aufstand fast völlig zerstört. Auf polnischer Seite sterben 15’000 Soldaten. Unter der Zivilbevölkerung kommen – je nach Schätzung – zwischen 150’000 und 225’000 Menschen ums Leben. Im Bild: Soldaten der Waffen-SS in Schützenlinie vor einem zerstörten Gebäude. (Bild: Deutsches Bundesarchiv, August-September 1944, Bild Nr. 101I-696-0426-06, Fotograf: Karl Leher)

1945: In Deutschland erscheint die „Frankfurter Rundschau“.

1948: Die ersten Ausgaben des „stern“ und der „Welt am Sonntag“ erscheinen.

1956: Als letztes Land in Europa führt Belgien die Fahrprüfung für Autofahrer ein.

1973: Tod von Walter Ulbricht, Staatsratsvorsitzender der DDR (1960–1973).

1975: Die KSZE, die Konferenz für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa, wird gegründet. Die Schlussakte wird in Helsinki unterzeichnet.

1984: Geburt von Bastian Schweinsteiger, deutscher Fussballspieler.

1985: Tod von Alois Carigiet, Schweizer Maler, Zeichner, Kinderbuchautor und Lithograf. Carigiet illustrierte den von Selina Chönz verfassten „Schellen-Ursli“. Das 1945 publizierte Kinderbuch erreichte eine Auflage von über einer Million und gehört – neben „Heidi“ – zu den populärsten Schweizer Kindergeschichten. Carigiet war auch Mitbegründer des „Cabarets Cornichon“. Als Grafiker entwarf er das rote Kleeblatt der Landeslotterie sowie das Plakat der Landesausstellung 1939. Alois Carigiet war der ältere Bruder des Schauspielers Zarli Carigiet.

1990: Tod von Norbert Elias, Soziologe deutscher Herkunft („Über den Prozess der Zivilisation“ 1939).

1998: Die deutsche Rechtschreibereform tritt in Kraft.

2000: Auf dem Rütli stört eine Gruppe von Skinheads die 1. August-Ansprache von Bundesrat Villiger mit lauten Buhrufen.

2003: Marie Trintignant, französische Schauspielerin, wird von ihrem Freund getötet.

2004: In Asunción, der Hauptstadt Paraguays, brennt ein Supermarkt: Hinter den verschlossenen Türen sterben 215 Menschen.

2004: In Bern wird der neue Bundesplatz mit seinem Wasserspiel eingeweiht. 

2006: Die reformierte deutsche Rechtschreibereform tritt in Kraft.

2006: Tod von Corazon Aquino, philippinische Staatspräsidentin.

2013: Das höchste italienische Gericht, der Kassationshof, verurteilt Silvio Berlusconi zu einer vierjährigen Haftstrafe wegen Steuerbetrugs.. Drei Jahre werden ihm wegen einer früheren Amnestie erlassen. Es ist die erste definitive Verurteilung Berlusconis.

2019: Annemarie Huber-Hotz stirbt im Alter von 70 Jahren auf einer Bergwanderung an Herzversagen. Sie war von 2000 bis 2007 die erste Schweizer Bundeskanzlerin, die "8. Bundesrätin". Sie gehörte der FDP an. Von 2011 bis 2019 war sie Präsidentin des Schweizerischen Roten Kreuzes. (Foto: Keystone)

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