Am frühen Sonntagmorgen, 11. Januar 2026, hat in Myanmar die zweite Runde der Parlamentswahlen begonnen. Ein dritter und letzter Wahltermin soll am 25. Januar stattfinden. Das Militär argumentiert, die Sicherheitslage lasse nicht zu, die gesamte Abstimmung an einem Tag durchzuführen. Die Wahl wird international als unfrei angeprangert. Das Bild zeigt eine Wählerin bei der Stimmabgabe in Mandalay.
Die der Junta nahestehende Partei USDP hatte nach der ersten Runde erklärt, mehr als 90 Prozent der Stimmen erhalten zu haben. Das Militärregime trachtet danach, sich mit der gelenkten Wahl einen Anschein von Legitimität zu verschaffen.
Menschenrechtsorganisationen betrachten die Wahl als Farce, da die Opposition weitgehend ausgeschlossen ist. Gewählt wird zudem fast nur in Gebieten, die von der Armee kontrolliert werden. Dies gilt nach Schätzungen für nicht einmal die Hälfte des Landes; die anderen Regionen werden von Rebellen kontrolliert.
Die Armee hatte im Februar 2021 geputscht und die demokratisch gewählte Regierung der Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi entmachtet. Seither leidet das Land unter schwerer Repression und Bürgerkrieg.