Der autoritäre, ultranationalistische ungarische Ministerpräsident Viktor Orbán erleidet bei den Parlamentswahlen eine saftige Niederlage. Schon nach Auszählung von 50 Prozent der Stimmen gratuliert er seinem Herausforderer Péter Magyar zum Sieg. Damit verliert Trump seinen besten Freund in Europa. Und den Rechtspopulisten kommt eine Galionsfigur abhanden – und die EU verliert einen russlandfreundlichen Querschläger.
Auch der kürzliche Besuch von J. D. Vance in Budapest half Orbán nicht mehr. Und auch die russischen Hackerangriffe verfehlten ihr Ziel.
Entscheidend ist auch, dass Magyars Tisza-Partei im Parlament eine Zwei-Drittel-Mehrheit erobert hat. Ohne eine solche hätte Orbán weiterhin starken Einfluss auf die Politik nehmen können. Nach Auszählung fast aller Stimmen kommt Tisza auf 138 Sitze, Orbáns Fidesz auf 55 Sitze und die rechtsextreme Partei «Unsere Heimat» auf 6. Die Zwei-Drittel-Mehrheit liegt bei 133 Sitzen.