Mit Spannung war Trumps Live-Ansprache an die Nation erwartet worden, am Ende enthielt sie wenig Neuigkeiten. Man werde Iran in den nächsten zwei, drei Wochen «extrem hart» treffen, kündigte der US-Präsident am Mittwochabend, 1. April, vor den Medien im Weissen Haus an. Überhaupt hätten die amerikanischen Soldaten in den vergangenen vier Wochen Erfolge eingefahren, «wie sie nur wenige jemals gesehen haben». Washington habe Iran «besiegt und vollständig vernichtet».
Die zuvor geäusserte Absicht, auf Irans Öl zuzugreifen, kam am Mittwochabend nicht zur Sprache. In einer Ansprache am Mittag hatte Trump das Thema noch erwähnt – die Veranstaltung war allerdings auch nicht für die Öffentlichkeit gedacht. Das Weisse Haus veröffentlichte eine Videoaufnahme offenbar aus Versehen und löschte sie wenig später; ein Journalist verbreitete sie jedoch in den sozialen Netzwerken.
Nachdem Trump und mehrere seiner Minister in den vergangenen Tagen einen Austritt aus der Nato angedroht hatten, beliess er es am Mittwoch bei einer kurzen Schelte, ohne konkrete Namen zu nennen. Die Länder, die auf Öl aus der Strasse von Hormus angewiesen seien, müssten sich um die Passage kümmern. «Sie müssen sie sich nehmen und schützen.» Die Vereinigten Staaten würden helfen, aber andere müssten die Führung übernehmen, sagte Trump.