Mit Fäusten und Hellebarden: Noch einmal legt sich Christoph Blocher ins Zeug und wirbt an der SVP-Delegiertenversammlung in Baar (ZG) für die Neutralitätsinitiative. Doch trotz markigen Worten und martialischem Dekor: Seinen letzten Kampf könnte der bald 86-Jährige verlieren. Laut der am Freitag veröffentlichten ersten SRG-Umfrage lehnen 54 Prozent der Befragten das Vorhaben ab. Ein überraschend hoher Wert.
Damit starten die Befürworterinnen und Befürworter der Initiative aus der Defensive in den Hauptabstimmungskampf.
- 43 Prozent der Befragten werden Blochers Anliegen laut der im Auftrag der SRG durchgeführten Umfrage des Forschungsinstituts GFS Bern «bestimmt» ablehnen. Weitere 11 Prozent sind «eher dagegen».
- «Bestimmt dafür» sind 30 Prozent und eher dafür 12 Prozent.
- 4 Prozent äussern keine Meinung.
Der Fehlerbereich dieser ersten SRG-Umfrage liegt bei plus/minus 2,8 Prozent. Selbst wenn dieser Bereich ausgereizt würde, würde das Vorhaben abgelehnt.
Breite Unterstützung geniesst die Vorlage einzig bei der SVP-Wählerschaft. Hier wollen 86 Prozent für die Initiative stimmen.
- Am stärksten abgelehnt wird die Initiative von der Wählerschaft der SP (74 Prozent bestimmt dagegen, 12 Prozent eher dagegen).
- Bei der GLP sind 68 Prozent «bestimmt» und 12 Prozent «eher dagegen.
- Bei den Grünen lauten die negativen Werte (66 Prozent, 12 Prozent); bei der Mitte 58 Prozent, 16 Prozent), bei der FDP (50 Prozent, 14 Prozent).
Vor allem ältere Leute lehnen die Initiative ab. Dazu sagt Lukas Golder vom GFS Forschungsinstitut: «Dass die Ältesten besonders kritisch sind, ist ein sehr interessanter Befund.» Jene Generationen, die den Kalten Krieg noch miterlebt haben, lehnen die Vorlage demnach deutlicher ab als jüngere Semester.
Die Erfahrung zeigt, dass es sehr schwer sein wird in den letzten sieben Wochen vor der Abstimmung einen 54-Prozent-Nein-Wert aufzuholen.
(J21)