Weil er in Iran kaum weiterkommt, streckt nun Präsident Trump die Fühler Richtung Nordkorea aus. Der nordkoreanische Diktator Kim Jong-un und Trump würden sich «GROSSARTIG!» verstehen, schrieb der US-Präsident am Samstag. Während er die potenzielle Nuklearmacht Iran geisselt, ist er gegenüber Nordkorea, das mindestens 60 einsatzfähige Atombomben besitzt, nachsichtig.
Während seiner ersten Amtszeit hatte Trump den nordkoreanischen Diktator mehrmals als «my friend Kim Jong-un» bezeichnet. Noch nicht lange ist es her, dass Washington Nordkorea als «Schurkenstaat» bezeichnete.
Trump hatte dreimal (2018 und zweimal 2019) Kim Jong-un getroffen. Dabei versuchte er, den nordkoreanischen Diktator zu bewegen, das nordkoreanische Atomwaffenprogramm zu stoppen. Dies gelang nicht. Im Gegenteil: Nach den Treffen beschleunigte Kim sein Atomprogramm.
Jetzt versucht es Trump erneut. Laut Beamten im Pentagon hofft er auf eine neue Begegnung mit Kim – in Pjöngjang oder irgendwo. Um den nordkoreanischen Diktator gnädig zu stimmen, ordnete der US-Präsident nun an, die Militärmanöver in Südkorea zu reduzieren. Damit will Trump Südkorea bestrafen. Wutentbrannt hatte er reagiert, als sich Südkorea geweigert hatte, sich am Krieg gegen Iran zu beteiligen.
«Über den Spannungen schwebt Trumps Unfähigkeit, die Vereinigten Staaten aus dem Krieg mit Iran herauszuführen», schreibt am Dienstag die New York Times.
Experten vermuten, die Eliminierung der iranischen Atombestände habe nun plötzlich keine Priorität mehr – dies, weil der US-Präsident in Iran nicht weiterkommt.
Wörtlich schreibt die New York Times: «Da Trump in Iran auf Hindernisse stösst, richtet er seinen Blick zunehmend wieder auf Nordkorea, auch wenn Analysten wenig Hoffnung auf einen raschen Abbau des wachsenden (nordkoreanischen) Atomwaffenarsenals dieses Landes sehen.»