Vertriebene fliehen vor den massiven israelischen Luftangriffen gegen Hisbollah-Stellungen im Grossraum Beirut und weiteren Gebieten Libanons. Hunderttausende sind auf der Flucht aus der Hauptstadt und ihren Vororten. Das Bild vom Freitagmorgen, 6. März 2026, zeigt Geflüchtete in Dahiyeh an der Corniche von Beirut.
Nach einem Fluchtaufruf für einen Grossteil der Vororte der libanesischen Hauptstadt Beirut hat Israels Militär am Donnerstagabend dort Angriffe begonnen. Die Armee habe «Hisbollah-Infrastruktur» ins Visier genommen, teilte das israelische Militär mit. Der Süden Beiruts gilt als Hochburg der schiitischen Hisbollah. Die vom Iran unterstützte Miliz unterhält dort wichtige Stützpunkte. Gleichzeitig ist das Gebiet dicht besiedelt; Hunderttausende Menschen leben dort.
Der Aufruf zur Evakuierung des Gebiets löste Panik und eine Massenflucht aus. Gleichzeitig forderte die israelische Armee auch Menschen im Süden des Libanon auf, ihre Dörfer zu verlassen. Dort sind israelische Bodentruppen mit Panzerverbänden inzwischen vorgerückt.
Seit Montag hat Hisbollah israelisches Gebiet angegriffen und damit in den Iran-Krieg eingegriffen. Israel reagierte darauf mit einer gross angelegten Operation. Ziel sei offenbar, «die Hisbollah als militärische Organisation nun vollständig auszuschalten, an einer zweiten Front des Iran-Kriegs sozusagen», sagt Philipp Scholkmann, SRF-Korrespondent. Der rechtsextreme israelische Sicherheitsminister Ben-Gvir drohte der Hisbollah-Miliz mit «Zerstörung wie in Gaza».
Die Hisbollah warnte in der Nacht ihrerseits die Bevölkerung in grenznahen Dörfern im Norden Israels vor Angriffen. Die Angriffe der israelischen Armee im Libanon würden «nicht ohne Reaktion bleiben», drohte die Schiiten-Organisation. Sie rief dazu auf, alle israelischen Siedlungen innerhalb von fünf Kilometern von der Grenze entfernt zu räumen.