Die Installation «La Caverne du Pont Neuf» in Paris, ein Werk des nur mit seinen Initialen «JR» bekannten französischen Fotografen, wird das ikonische Bauwerk temporär verhüllen und verwandeln. Vom 6. bis zum 28. Juni 2026 wird das begehbare Kunstwerk an die Verhüllung der Brücke durch das Künstlerpaar Christo und Jeanne-Claude erinnern.
Sechs Jahre nachdem er eine gigantische Collage rund um die Pyramide des Louvre realisiert hat, stellt sich JR einer neuen monumentalen Herausforderung. Der französische Künstler wird den Pont Neuf vollständig in eine lange «Höhle» aus Stoffbahnen und Luft verwandeln, welche die Stadtlandschaft im Zentrum der Metropole verändern wird.
Die seit Mitte Mai laufenden Arbeiten gehen im Herzen der Hauptstadt weiter. «Es handelt sich um ein sehr komplexes Projekt, an dem insgesamt 800 Personen beteiligt sind», erklärt JR gegenüber AFP. Der an seinem Hut und seiner schwarzen Brille erkennbare Künstler ist zwar kein Neuling, was kolossale Installationen angeht, räumt jedoch ein, dass es sich um eines seiner «verrücktesten Projekte in Bezug auf Umfang und Technik» handelt.
Bis zum 6. Juni erhält der Pont Neuf nach und nach eine aufblasbare Stoffkonstruktion, die durch die Kombination von Weiss, Schwarz und verschiedenen Grautönen eine felsartige Optik im Trompe-l’œil-Stil erzeugt. Die Abmessungen sind beeindruckend: 120 Meter Länge, 20 Meter Breite, 2’400 Quadratmeter Grundfläche und eine Höhe zwischen 12 und 18 Metern. Getragen wird die Konstruktion von 80 luftgefüllten Stoffbögen.
«La Caverne» ist eine Hommage an Christo und Jeanne-Claude, das inzwischen verstorbene Künstlerpaar, das 1985 den Pont Neuf mit Stoff verhüllte und damit Millionen von Besuchern anzog. Vor 40 Jahren musste das Paar seine kühne Idee gegen hartnäckige Widerstände, insbesondere die des damaligen Pariser Bürgermeisters Jacques Chirac, durchsetzen. Der Erfolg der Kunstaktion von Christo und Jeanne-Claude übertraf dann aber alle Erwartungen.