Am Vorabend der Landtagswahlen im ostdeutschen Bundesland Sachsen-Anhalt haben sich Tausende in der Landeshauptstadt Magdeburg zu einem «Demokratie-Fest» versammelt. Die Veranstaltung fand unter dem Motto «Sachsen-Anhalt weltoffen» statt. Nach Angaben der Veranstalter nahmen 15'000 Menschen daran teil. Laut Meinungsumfragen wird die teils rechtsextreme AfD am Sonntag ein starkes Ergebnis erzielen.
Gemäss einer ZDF-Umfrage vom 3. September (Institut Forschungsgruppe Wahlen) könnte die AfD 41 Prozent der Stimmen erhalten. Die CDU käme auf 23 Prozent, die Linke auf 11,5 Prozent, die SPD auf 8,5 Prozent, die Grünen auf 6 Prozent, das Bündnis Sahra Wagenknecht auf 4 Prozent und die FDP auf 3 Prozent.
1,7 Millionen Wahlberechtigte sind aufgerufen, einen neuen Landtag zu wählen. Die Wahllokale öffnen um 8.00 Uhr und schliessen um 18.00 Uhr. Im Mittelpunkt steht die Frage, ob die in Sachsen-Anhalt als rechtsextremistisch eingestufte AfD erstmals in einem deutschen Bundesland an die Regierung kommt. Der 35 Jahre alte AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund hat es zu ihrem Ziel erklärt, eine Alleinregierung zu bilden.
Bisher wurde das Bundesland von einer Koalition aus CDU, SPD und FDP regiert. Ministerpräsident ist Sven Schulze von der CDU. Sein Ziel ist es, die absolute Mehrheit der AfD zu verhindern. Unklar wäre dann, mit welchen Parteien er weiterregieren würde.