Montpellier, Südfrankreich, 2. Oktober 2026: Schüler stehen bei einer Demonstration gegen die Missstände im Bildungssystem der Bereitschaftspolizei gegenüber. In ganz Frankreich protestieren seit Tagen Schüler und Studenten, weil wegen Lehrermangels oft über lange Zeit der Unterricht ausfällt und weil Bildungseinrichtungen wegen Unterfinanzierung verrotten. Die zu Beginn friedlichen Proteste sind vielerorts eskaliert.
Auch nach Tagen gehen die teils gewaltsamen Schulproteste in Frankreich weiter. Die Regierung versucht derweil, die Lage in den Griff zu bekommen. Bildungsminister Édouard Geffray will mit Vertretern von Schülern und Studierenden zusammenkommen, um über deren Forderungen zu sprechen. Justizminister Gérald Darmanin droht hingegen, dass Eltern für die durch ihre Kinder bei den Demonstrationen entstandenen Schäden zahlen sollten.
An mehr als 500 Schulen gingen die Proteste Berichten zufolge weiter. Dabei kam es am Rande erneut zu Gewalt. Im ostfranzösischen Belfort wurde ein Polizist brutal angegriffen. Nach Angaben von Innenminister Laurent Nuñez laufen Ermittlungen zu versuchter Tötung.
Geffray zufolge sollten am Freitag rund 400 Gymnasien geschlossen bleiben und stattdessen Fernunterricht anbieten. Im Umfeld der geschlossenen Schulen wurden Medienberichten zufolge Demonstrationen verboten. Seit Tagen machen Schülerinnen und Schüler an Frankreichs Gymnasien ihrem Ärger über marode Schulgebäude und zu wenig Lehrpersonal Luft. Mittlerweile wird auch an Universitäten demonstriert.
Immer wieder kam es bei den Protesten auch zu Ausschreitungen. Dem Innenministerium zufolge schlagen die Proteste in «städtische Unruhe» um. Einsatzkräfte würden angegriffen, Brände gelegt und Zerstörung angerichtet. Tausende Menschen wurden festgenommen.
Vertreter der Gymnasiasten haben sich von der Gewalt distanziert. «Es gibt Szenen der Gewalt, die absolut widerlich sind», sagte Nathanaël Combray von der Organisation «Renouveau Lycéen» nach einem Gespräch mit Bildungsminister Édouard Geffray. Combray rief die Gymnasiasten dazu auf, sich verantwortungsvoll zu verhalten. Sie sollten sich keiner Bewegung anschliessen, die der eigenen Sache schade, sagte Combray mit Blick auf Unruhestifter. Louis Letoublon von der Organisation «Les Lycéens» sagte, die Taten würden nicht von Gymnasiasten, sondern von externen Personen begangen.
Die Schülervertreter riefen gleichzeitig dazu auf, weiter zu protestieren. Auch Ryad Rani von der Gewerkschaft USL rief zu weiterem Protest auf. Konkrete Ankündigungen habe es vom Minister bei dem Treffen mit Schülervertretern nicht gegeben, sagte er. Man werde deshalb nicht lockerlassen.