Gläubige aus Kaschmir erheben ihre Hände zu einer Reliquie, bei der es sich angeblich um ein Barthaar des Propheten Mohammed handelt. Ein Priester im Hazratbal-Schrein zeigt die Reliquie anlässlich des Eid-e-Milad, des Geburtstags des Propheten in Srinagar im indisch kontrollierten Kaschmir.
Das Fest zum Geburtstag des Propheten wird am 12. Tag des Monats Rabīʿ al-auwal des islamischen Kalenders gefeiert. In einigen islamisch geprägten Staaten wie Indonesien oder Malaysia ist dieser Tag zum gesetzlichen Feiertag erklärt worden. Das exakte Datum der Geburt Mohammeds gilt nicht als gesichert. Deshalb – und auch, weil die ersten Muslime den Tag nicht gefeiert haben – wird der 12. Rabīʿ al-auwal keineswegs überall in der islamischen Welt feierlich begangen. Von verschiedenen sunnitischen Strömungen wird sogar Kritik an den Geburtstags-Feierlichkeiten geübt, weil diese eine falsche Verehrung des Religionsgründers darstellten.
Während das Opferfest und das Fest des Fastenbrechens bereits zu Lebzeiten des Propheten enstanden, kam das Geburtsfest des Propheten in nachprophetischer Zeit auf. Erst in der frühen Abbasidenzeit entstand überhaupt ein Interesse an der Geburt und der Kindheit Mohammeds.
Milad- oder Maulid-Feste sind in aller Regel mit ausgedehnten Festmählern der Gläubigen verbunden, zu denen auch arme Menschen gebeten werden. Der syrische Gelehrte Sibt ibn al-Dschauzī berichtet um die Mitte des 13. Jahrhunderts von Banketten, zu deren Anlass fünftausend gebratene Schafe, zehntausend Hühner und hunderttausend Zabdīya-Schüsseln gereicht wurden. Dazu sollen dreissigtausend Platten mit Süssigkeiten gekommen sein.
Ein weiterer Bestandteil der Feiern besteht im Vortragen von Geschichten, die sich mit Mohammeds Geburt und mit seinem Leben befassen. Der Rezitation der Texte wird eine heilbringende Wirkung zugeschrieben. Fester Bestandteil des Rituals ist das gemeinschaftliche Aussprechen von Segenswünschen für den Propheten an bestimmten Stellen des Textes.
Häufig werden in islamisch geprägten Ländern am Geburtstag des Propheten offizielle Ansprachen gehalten, in denen die Bedeutung des Islams für das Land und die ganze Welt betont wird. Ausserdem gehören Umzüge und Jahrmärkte zu dem Fest.