Die Schweizer Bundesrätin Elisabeth Baume-Schneider spricht am Mittwoch mit Frauen in einem Lager für interne Flüchtlinge in Nigeria. Die Innenministerin ist am Wochenende mit einer kleinen Delegation in das bevölkerungsreichste Land Afrikas gereist. Hauptanlass war am Montag die Übergabe von 18 Objekten, die einst in der Kolonialzeit geraubt und auf verschlungenen Wegen in Schweizer Museen gekommen waren.
Diese Kunstobjekte gehören zu den sogenannten Benin-Bronzen aus dem historischen Königreich Benin, das sich auf dem heutigen Staatsgebiet Nigerias befand. Nigerianische Regierungsvertreter hatten die Rückgabe solcher in der Kolonialzeit gestohlener Werke seit langem gefordert, fanden aber dafür wenig Gehör. Inzwischen hat sich in Europa die Einstellung zu dieser Frage geändert. Auch Deutschland und Holland haben solche Kunstwerke an das afrikanische Land zurückgegeben, obwohl dort deren Besitzverhältnisse und Ausstellungsmodalitäten umstritten sind.