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40. Jahrestag der Katastrophe von Tschernobyl

Tschernobyl
Keystone/EPA, Maksim Kischka

Ukrainerinnen und Ukrainer in Schutzanzügen von Kernkraftwerksarbeitern halten am frühen Morgen des 26. April 2026 in Slavutych eine Gedenkfeier ab. Sie gilt den Liquidatoren, die bei den Aufräumarbeiten nach der Katastrophe im Kernkraftwerk Tschernobyl ums Leben kamen. Slawutych wurde 1986–1987 gegründet, um evakuierte Arbeiter aus dem Kernkraftwerk Tschernobyl und der Stadt Prypjat, die aufgegeben werden musste, umzusiedeln. Die Ukraine begeht heute den 40. Jahrestag der Katastrophe von Tschernobyl.

Die Nuklearkatastrophe von Tschernobyl war der bisher folgenschwerste Unfall in der Geschichte der friedlichen Nutzung der Kernenergie: Im Block 4 des Kernkraftwerks nahe der ukrainischen Stadt Prypjat kam es am 26. April 1986 um 01:23 Uhr Ortszeit (25. April, 23:23 Uhr MESZ) zur Explosion des Kernreaktors und der Freisetzung grosser Mengen Radioaktivität. Vor allem die Region nordöstlich von Tschernobyl wurde kontaminiert. Durch Windverfrachtung und radioaktiven Niederschlag waren auch andere Teile Ost-, Mittel- und Nordeuropas betroffen.

Ausgelöst wurde die Havarie durch einen planmässigen Sicherheitstest in Block 4. Aufgrund von Konstruktionsmängeln und Verstössen gegen die Sicherheitsvorschriften stieg die Leistung des Reaktors dabei unkontrollierbar an. Beim Versuch, ihn manuell abzuschalten, wurde die in den Brennelementen enthaltene Energie extrem schnell freigesetzt. Das führte zur Explosion und der vollständigen Zerstörung des Reaktorkerns und der Reaktorhalle.

Die Zahl der Todesfälle durch die Tschernobyl-Katastrophe ist umstritten. 31 Kraftwerksarbeiter und Feuerwehrleute starben unmittelbar infolge der Explosion und der Brandbekämpfung. Die Internationale Atomenergie-Organisation schätzte die Gesamtzahl der Todesopfer auf etwa 4’000, darunter besonders viele Liquidatoren, die die Aufräumarbeiten übernahmen, sowie Bewohner von Prypjat und anderer stark kontaminierter Gebiete; andere Schätzungen gehen von mehreren Zehntausend Toten aus.

Nach dem Unfall wurde über dem zerstörten Reaktor ein provisorischer Schutzmantel aus Beton und Stahl errichtet, der «Sarkophag». Darüber wurde von 2010 bis 2019 eine neue Schutzhülle gebaut, das «New Safe Confinement», dessen Haltbarkeit und Schutzwirkung auf etwa hundert Jahre ausgelegt ist. Innerhalb eines Radius von 30 Kilometern um das Kernkraftwerk wurde eine 2’600 Quadratkilometer grosse Sperrzone eingerichtet, die für Jahrtausende unbewohnbar ist.

EPA/Wikipedia

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