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Musik des Tages

Skrijabin und die Ekstase

7. Mai 2026
Iso Camartin
Alexander Skrijabin
Alexander Skrijabin, 1905

Alexander Nikolajewitsch Skrijabin (1871–1915) war ein russischer Pianist und Komponist. Er war der Sohn eines aus dem Militäradel stammenden Vaters und einer Mutter, die Konzertpianistin war.

Skrijabins Mutter starb bereits, als er erst einjährig war. Eine Tante erteilte ihm den ersten Klavierunterricht. Von 1888 bis 1892 studierte er Komposition am Moskauer Konservatorium bei Anton Arenski und Sergei Tanejew, Klavier bei Wassili Safonow. 1897 heiratete er die Konzertpianistin Wera Iwanowna Isaakowitsch, mit der er vier Kinder hatte. Einer seiner besten Interpreten wurde sein Schwiegersohn und Pianist Wladimir Sofronitzki (1901–1961), von dem es heute neben Vladimir Horowitz die schönsten Klavieraufnahmen mit Werken von Skrijabin zu finden gibt.

Skrijabin war aber auch Mystiker und Philosoph, der über Farbenklaviere und Mysterien des Kosmos interessante Werke schrieb. Zu diesen gehören etwa «Le poème de l’extase», «Prométhée», «Le poème du feu» sowie «Vers la flamme».

Wir befassen uns hier mit seinem «Poème de l’extase». Es trägt die Opuszahl 54 und wurde 1908 veröffentlicht. Die Vorstellung des Komponisten war, die Menschheit werde am Ende durch das künstlerisch geprägte Individuum erlöst.

Das Werk besteht aus einem einzigen Satz, umfasst 605 Takte und dauert in der Regel um die zwanzig Minuten. Der Orchesterapparat ist sehr gross. Als Charakteristik des Werks kann man nennen: Gefühl der Sehnsucht, stark polyrhythmische Effekte, kühne Harmonik, kurzum ein Werk, auf das die Musikwelt gewartet haben muss, weil sie Derartiges noch nicht kannte. Musikkritiker beschrieben das Werk als «très parfumé» oder als «presque en délire». Hörer von heute könnten diesem Urteil zustimmen und wollen das Werk doch immer wieder hören.

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