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Russland/Ukraine

Moskauer Siegesparade ohne Störungen – dank Trump?

9. Mai 2026
Reinhard Meier
Reinhard Meier
Putin, Parade, Moskau,
Putins Rede an der Moskauer Siegesparade wird gegenüber dem Kreml auf einem riesigen Bildschirm gezeigt. (Foto: Keystone/Shamil Zhumatov/Pool Photo via AP)

Die Moskauer Militärparade zum Sieg über Hitler-Deutschland ist am Samstagvormittag störungsfrei verlaufen. Zuvor hatte es Befürchtungen über mögliche ukrainische Drohnenangriffe gegeben. US-Präsident Trump hatte am Freitag überraschend eine dreitätige Kampfpause zwischen Kiew und Moskau vermittelt. 

Im Vorfeld der unter Putin zur Tradition gewordenen Parade am 9. Mai zum Gedenken an den Sieg über Nazideutschland hatte in Moskau erhebliche Nervosität geherrscht. Man rechnete mit dem Risiko ukrainischer Drohnenangriffe, nachdem wenige Tage zuvor schon eine feindliche Drohne in einem Moskauer Hochhaus eingeschlagen war und die Ukraine in letzter Zeit mit zunehmendem Erfolg eine Reihe von Militär- und Industrieanlagen in verschiedenen Regionen Russlands getroffen und beschädigt hatte. Einen Vorschlag des Kremls, für den 8. und 9. Mai eine Feuerpause einzuhalten, war von Kiew zunächst zurückgewiesen worden, weil Moskau nicht bereit war, eine solchen Waffenstillstand bereits am 6. Mai zu beginnen. 

Trumps unerwartete Vermittlung

Doch dann schaltete sich überraschend US-Präsident Trump in das Tauziehen ein. Am Freitagabend schrieb er auf seiner Plattform Truth Social, er schätze es, einen dreitägigen Waffenstillstand vom 9. bis 11. Mai zwischen Russland und der Ukraine ankündigen zu können. Zu dieser Feuerpause zähle auch ein Austausch von je tausend Kriegsgefangenen beider Seiten. Trump unterstrich, er selber habe die Initiative zu dieser Vereinbarung ergriffen und Putin und Selenskyj hätten ihr zugestimmt. 

Der US-Präsident fügte in seiner Erklärung hinzu, auch in der Ukraine habe man Grund zum Feiern, denn dieses Land sei vom Zweiten Weltkrieg stark betroffen gewesen und habe eine grosse Rolle gespielt. Damit verwies er auf Zusammenhänge, die heute von Putins Russland weitgehend ausgeblendet werden: die Tatsache, dass die Ukraine als Teil der damaligen Sowjetunion am meisten Opfer von Hitlers Eroberungs- und Vernichtungsfeldzug im europäischen Osten zu beklagen hatte. 

Selenskyjs Sarkasmus

Der ukrainische Präsident Selenskyj bestätigte die Erklärung Trumps vom Freitagabend zu einer dreitägigen Feuerpause und fügte mit gezieltem Sarkasmus hinzu: «Wir erlauben das Abhalten einer Parade in Moskau». 

Die Stichelei wurde offenkundig in Moskau nicht überhört. Jedenfalls sah sich der Kreml-Sprecher Peskow umgehend zu einer Reaktion bemüssigt. Wenn die Ukraine sich über den Siegestag im Zweiten Weltkrieg lustig machen wolle, sei das ihr Problem, heisst es in seiner Stellungnahme. In Russland brauche man jedenfalls niemandes Erlaubnis zu einer Siegesfeier. 

An der Moskauer Militärparade vom Samstag nahmen nur soldatische Truppeneinheiten teil. Auf das Defilee von Panzern, Raketen und anderem Kriegsgerät wurde verzichtet, offenbar aus Sorge über mögliche Störungen durch ukrainische Geschosse. Hingegen marschierten erstmals auch nordkoreanische Soldaten über den Roten Platz, die für Russland gegen die Ukraine gekämpft haben sollen. 

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