Schuberts Werk für Violine und Klavier ist weniger bekannt als andere grosse kammermusikalische Meisterwerke seiner späten Lebenszeit. Mangel an Beliebtheit ist kein Qualitätsurteil, sondern eine zeitmodische Erscheinung, gegen die anzukämpfen es angebracht ist.
So beglückend für uns Heutige, so beklemmend für ihn selbst, war Schuberts letztes Lebensjahr. Wir gehen zurecht davon aus, dass Todeserwartung kein Hindernis, sondern ein Ansporn für die Betroffenen sein kann. Gerade die Musikgeschichte ist reich an solchen Beispielen.
Schubert hat in allen Werkkategorien Unvergängliches geleistet, zu allerletzt aber im Bereich Klavier und Kammermusik. Seine Werke für Klavier und Violine reichen bis in die frühen Jahre, zu unserem Glück auch bis in die späten. Die späten Stücke gerieten an ihrer Uraufführung bei Publikum und Musikkritikern in Ungnade. Zum Glück sind sie erhalten geblieben.
Das ist keine Musik für Laienspieler, im Gegensatz zu Werken aus Schuberts früherer Zeit. Nur grosse Virtuosen können ihr gerecht werden.
Ich empfehle deshalb die Aufnahme mit Renaud Capuçon an der Violine und Jérôme Ducros am Klavier. Erschienen ist sie 1999 bei Virgin Classics unter dem Titel «Grand Duo».