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Kommentar 21

Platzangst

20. Oktober 2014
Alex Bänninger
Den Sinn urbaner Plätze sehen die Behörden vor allem in der kommerziellen Nutzung.

An grossartig schönen Plätzen ist die Schweiz arm. Dazu passt es, die wenigen wie etwa den Bundesplatz in Bern oder den Sechseläutenplatz und die alte Bahnhofhalle in Zürich regelmässig ihrer urbanen Weite zu berauben und für Verlustigungen hässlich zu möblieren. Die Angst vor der Leere im Verbund mit der Gier nach lukrativen Vermietungsgeschäften enthemmt für eine Schandtat nach der anderen.

Attraktiv zum Flanieren einladende Plätze sind Planungsfehler. Sie müssen, wenn nicht ein für allemal, dann doch zeitweilig korrigiert werden. Dazu eignet sich die Flutung mit Festhütten und Marktständen ideal. Das wirkt so sperrig wie Tramhäuschen, Toi-Toi-Boxen, Parkingmeter, Hydranten und Tiefgaragen-Zugänge, mit denen sich unsere Plätze aufs Praktischste nutzen lassen. Sofern sie nicht wegen Erneuerung der Kanalisation abgeriegelt sind.

Mit der künstlerischen und gärtnerischen Verhübschung  Tausender von Kreiseln sammelten wir wichtige Erfahrungen, um als schwierigere Aufgabe auch innerstädtische Freiflächen verunstalten zu können. Als Brennpunkte des öffentlichen Lebens wurden sie ohnehin von Facebook und Twitter abgelöst. Ganz abgesehen davon, dass auch der Müssiggang auf überwältigend angelegten Plätzen aller Laster Anfang ist.

So jedenfalls die Meinung der Behörden. Sie verschliessen sich der Tatsache, dass die gelegentlich vom Eventschrott befreiten Plätze begeisterte Menschen anziehen, die es herrlich finden, Mitten in der Stadt kräftetankend die Seele baumeln zu lassen.

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