Es war ein aufreibender, lange Jahre dauernder Kampf. Jetzt ist es soweit: Mit einem Fackelzug und einem Festbankett feierten die Pro-Jurassier in Moutier den Kantonswechsel. Seit um Mitternacht zwölf Glockenschläge ertönten, gehört das bisher Bern-jurassische Städtchen mit seinen 7’300 Einwohnern und Einwohnerinnen offiziell zum Kanton Jura. Ist damit die seit Jahrzehnten schwelende Jura-Frage endlich gelöst?
Der Jura-Konflkt hatte schon 1815 nach dem Wiener Kongress begonnen. Damals wurden französischsprachige Katholiken dem deutschsprachigen Kanton Bern zugeteilt.
Der Schaffung des Kantons Jura war eine lange turbulente, teils gewalttätige Geschichte vorausgegangen. 1979 dann hatte sich der Jura vom Kanton Bern abgespaltet und sich als 26. Kanton der Schweiz etabliert. Doch das von Jurassiern und Berntreuen bevölkerte Städtchen Moutier mit seinen siebeinhalb tausend Einwohnern und Einwohnerinnnen blieb bei Bern. Um die Kantonszugehörigkeit von Moutier entbrannte nun ein emotionaler Kampf.
Am 18. Juni 2017 stimmte das zum Kanton Bern gehörende Moutier in einer Volksabstimmung für einen Wechsel zum Kanton Jura ab. Einzig 137 Stimmen hatten den Ausschlag gegeben.
Doch die Abstimmung wurde annulliert. Beschwerden wegen Unregelmässigkeiten waren eingegangen. Tausende Pro-Jurassier demonstrierten gegen die Annullierung.
Am 28. März 2021 wurde wieder abgestimmt. Diesmal stimmten 54,9 Prozent für den Wechsel zum Kanton Jura.
Am 21. März 2025 sprachen sich der National- und der Ständerat für den Kantonswechsel aus. In der Nacht zum 1. Januar 2026 wurde nun der Kantonswechsel definitiv vollzogen.
Damit ist die leidvolle Jurafrage fürs Erste entschärft. Doch jurassische Separatisten kämpfen weiter dafür, dass auch der bernische Jura bald einmal zum Kanton Jura gehören wird. Die Aussichten, dass dieser Kampf Erfolg hat, sind im Moment allerdings gering.
(Journal 21)