Die von Iran unterstützte libanesische Hisbollah tritt in den Krieg ein und feuert Raketen auf Israel. Die israelische Luftwaffe schlägt zurück und bombardiert Ziele in Beirut. Präsident Trump erklärte der New York Times, dass die amerikanischen Angriffe «vier oder fünf Wochen» lang dauern könnten.
Die Hisbollah feuerte in der Nacht auf Montag erstmals wieder Raketen auf israelisches Gebiet ab, und zwar «als Vergeltung für den Tod von Ajatollah Ali Khamenei». Eine der Hisbollah-Raketen wurde von Israel abgefangen, andere schlugen in offenem Gelände ein. Bei anschliessenden israelischen Gegenangriffen auf Stellungen der Hisbollah südlich von Beirut starben nach Angaben libanesischer Staatsmedien 31 Menschen.
Am Mittag griff Israel erneut die Dahija-Vororte in Beirut an und traf nach eigenen Angaben ein hochrangiges Hisbollah-Mitglied. Angegriffen wurde auch ein Waffenlager der HIsbollah bei Tyros. Ein israelischer Militärsprecher kündigte an, dass das israelische Militär seine Präsenz auf der israelischen Seite der Grenze verstärkt habe und dass es derzeit keine Pläne für eine Bodeninvasion in Libanon gebe.
Amerikanische und israelische Angriffe
«Iran ist heftigen Angriffen ausgesetzt, und die Welt schweigt, während Zivilisten, Schulen und Krankenhäuser getroffen werden», sagte ein iranischer Beamter am Montag. «Iran hat sich gegen Angreifer verteidigt und wird dies auch weiterhin tun.» Bei den amerikanischen und israelischen Angriffen auf Iran sind nach iranischen Medienberichten «Hunderte iranische Zivilisten» geötet worden.
Die Zahl der Todesopfer eines Angriffs auf eine Mädchenschule in der südiranischen Stadt Minab ist laut Angaben eines Sprechers des iranischen Bildungsministers gegenüber den staatlichen iranischen Medien auf 153 gestiegen, 95 weitere Menschen wurden verletzt. Das israelische Militär erklärte, es «prüfe» Berichte über einen Angriff auf die Mädchenschule.
Nach Angaben iranischer Staatsmedien wurden am Sonntag Patienten im Ghandi-Spital im Norden Teherans evakuiert, nachdem dieses bei Angriffen schwer beschädigt worden war. Mehrere andere medizinische Einrichtungen sind laut iranischen Meldungen angegriffen worden.
Angrtiffe auf Atomanlagen?
Die USA haben nach Angaben von Reza Najafi die iranische Atomanlage in Natanz abgegriffen. Najafi, der iranische Delegierte bei der UN-Atomaufsichtsbehörde IAEO, nimmt einer Sitzung des 35-köpfigen Gouverneursrats der Internationalen Atomenergiebehörde teil. Rafael Grossi, IAEO-Chef sagt, es gebe keine Anzeichen dafür, dass iranische Nuklearstandorte bei den Angriffen getroffen wurden. Er forderte die «grösstmögliche Zurückhaltung bei allen militärischen Operationen» und bezeichnete die Lage als «sehr besorgniserregend». Eine Freisetzung von Radioaktivität müsste zur Evakuierung weiter Gebiete führen.
Angriffe auf Israel
In weiten Teilen Israels heulten am Montag nach Angaben der israelischen Zeitung Haaretz die Sirenen. In Be'er Sheva imn Süden des Landes wurde eine Person bei einem iranischen Agriff schwer verletzt.
«Kein klares Ziel»
Ein Ende des Krieges, der nun in den dritten Tag geht, liegt in weiter Ferne. Neben Trump hat auch der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu erklärt, die Angriffe auf Iran würden «in den nächsten Tagen intensiviert». Effie Defrin, ein israelischer Militärsprecher sagte, der Krieg werde «so lange dauern, wie er dauert». Ziel sei die existentielle Bedrohung zu beseitigebn. Trump erklärte, er wolle die militärischen Fähigkeiten Irans dezimieren, um den Weg für einen Regimewechsel frei zu machen. Laut der New York Times sagen Kritiker, die Trump-Regierung habe «kein klares Ziel, und die Zahl der Opfer beginnt bereits zu steigen».
Andere Kritiker erklären, es sei einfach, einen Krieg zu beginnen, aber schwer, ihn zu beenden. Sie erinnern an Vietnam, Irak und Afghanistan – Kriege, die für die USA wenig ruhmreich endeten.
Iran will nicht mit Trump verhandeln
Trump sagte, die neuen Führer Irans hätten ihm mitgeteilt, dass sie mit ihm in Kontakt treten wollten, und er sei dazu bereit. Am frühen Montagmorgen erklärte jedoch Ali Larijani, der oberste nationale Sicherheitsbeamte Irans, in den sozialen Medien, die Islamische Republik werde nicht mit den Vereinigten Staaten verhandeln. Er betonte, Trumps «Wunschdenken» habe die Region in einen unnötigen Krieg hineingezogen, von dem nur Israel profitiere.
Der Krieg weitet sich aus
Auch am Montag werden Explosionen aus den Golfstaaten gemeldet. Der iranische Aussenminister Abbas Aragchi sagte, sein Land habe freundschaftliche Beziehungen zu den Staaten auf der anderen Seite des Golfs. Gegenüber Al-Jazeera erklärte er, «wir greifen nicht unsere Nachbarn an, sondern die amerikanischen Einrichtungen in den Nachbarländern».
Absturz amerikanischer Kampffluzeuge
Das kuwaitische Verteidigungsministerium teilte mit, dass am frühen Montagmorgen mehrere US-Militärflugzeuge abgestürzt seien. Alle Besatzungsmitglieder hätten überlebt und seien in ein Spital gebracht worden. Videos zeigen, wie sich die Piloten mit Fallschirmen retten. Ein amerikanischer Militärsprecher erklärte, Grund des Absturzes sei «friendly fire» durch die Flugabwehr Kuweits.
Nachdem am Wochenende drei amerikanische Militärangehörige in Kuwait ums Leben gekommen waren, sagte Trump, man müsse mit «weiteren amerikanischen Verlusten rechnen».
Warten auf den neuen Obersten Führer
Ali Larijani, der oberste iranische Sicherheitsbeamte, sagte, nach dem Tod Khameneis werde ein Interimsausschuss das Land führen, und zwar so lange, bis ein Nachfolger für den Obersten Führer gewählt sei. Die Wahl eines neuen Obersten Führers obliegt der Expertenversammlung, einem konservativen Gremium aus Geistlichen.
Steigende Ölpreise
Die neuen Kämpfe im Nahen Osten führten dazu, dass der Schiffsverkehr in der Strasse von Hormus völlig eingestellt wurde. Durch die Strasse von Hormus wird etwa ein Fünftel der weltweiten Ölversorgung transportiert. Die Einstellung des Schiffsverkehrs führte dazu, dass die Ölpreise am Montagmorgen zunächst stark stiegen, im Verlauf des Handels jedoch wieder etwas nachgaben.
(wird aktualisiert)
Journal21/hh mit Associated Press, New York Times, CNN, Al-Jazeera, Haaretz