Vivaldis Werk für Singstimme und Orchester ist reich an Überraschungen und verborgenen Schönheiten. Nur missgünstige Kritiker behaupten, er habe hunderte von Konzerten komponiert, nur leider immer das gleiche.
Wer genau hinhört entdeckt, was für ein Genie Antonio Vivaldi (1648-1741) war. Die hier ausgewählten Arien findet man auf einer CD der Archivproduktion aus dem Jahr 2009. Das Venice Baroque Orchestra steht unter der Leitung von Andrea Marcon.
Im Einzelnen sind die Arien Texte aus «Titus Manlius», aus «Juditha triumphans», «La verità in cimento», «Farnace», «Arsilda, regina di Ponte», «0rkando furioso», «La verità in cimento», «Griselda», «L’incoronazione di Dario», «Orlando finto pazzo» und «L’Olimpiade». Man darf ruhig behaupten, es handle sich in dieser Auswahl um eine Art: Das Beste aus Vivaldis Opern.
Das heisst: Musik zu wie erzürnte Herzen Rache wollen, wie anmutige Wangen Erbarmen finden, wie Blut eisig durch die Adern strömen kann, wie das Herz Ehre und Lust verbinden will, ob ein Gott oder ein Stern zu einem spricht, dass man in der Armut auch Glück empfinden kann, dass einem schlafenden Menschen zuzuschauen, ein Erlebnis sein kann.
Das alles sind Gefühle, die schon vor Jahrhunderten so empfunden und künstlerisch gestaltet wurden. Das Glück der Lebenden ist es, dass auch ihnen – beim Hören von Musik – Vergleichbares zustossen kann.